Dudenhofen
Müll vor Ostern an Mariensäule abgeladen
Backof vermutet, dass der unbekannte Müllsünder sein Bad renoviert habe, weil es sich bei dem abgeladenen Müll um einen Toilettenspülkasten sowie einen Farbeimer und einen Sack mit Fliesen und Schutt handelt. „Für Katholiken ist das eine Katastrophe“, sagte Backof mit Bezug auf den Ort. Der 76-jährige ehemalige Stuckateur hat die Mariensäule vor rund 25 Jahren gebaut. Nachdem sie vor ein paar Jahren von Unbekannten zerschlagen worden sei, habe er sie mit seinem Sohn, dem Stuckateurmeister Gerd Backof, wieder erneuert.
An dem Ensemble mit der Statue, dem Blumenbeet und den Sandsteinbänken nahe der Schillerstraße versammelten sich bis vor ein paar Jahren jedes Jahr am 1. Mai zahlreiche Menschen zur Maiandacht. Das Beet und die Säule seien 25 Jahre lang von Renate und Dieter Tryjanowski gepflegt worden, erzählt Backof. Nun seien das Ehepaar und er aber über 75 Jahre alt und könnten dies nicht mehr leisten. Der Dudenhofener hofft deshalb, dass sich jemand anderes dafür finde.
„Müll soll erst mal liegen“
Wegen des abgeladenen Mülls habe er bereits Kontakt mit dem Vollzugsbeamten der Verbandsgemeindeverwaltung aufgenommen, sagte Backof. Dieser war am Donnerstagmittag für eine RHEINPFALZ-Nachfrage nicht mehr zu erreichen. Backof wollte aber gar nicht, dass der Müll schnell weggeräumt wird: „Der soll über Ostern liegen bleiben, damit ihn die Leute sehen, wenn sie ihren Osterspaziergang machen“, sagte er. Der Dudenhofener ärgert sich über den Müllsünder und findet: „Wer sowas macht, kann kein Hirn haben.“
Viel Arbeit für Verwaltung
Auch Dudenhofens Ortsbürgermeister Jürgen Hook (SPD) hat kein Verständnis für diese „Schweinerei“. Er werde mit dem zuständigen Verwaltungsmitarbeiter sprechen, dass der Müll weggemacht werde, versprach er am Donnerstag auf RHEINPFALZ-Anfrage. Die Verwaltung und vor allem das Ordnungsamt habe zurzeit aber „weiß Gott andere Aufgaben“ und zusätzliche Arbeit zu erledigen, machte Hook deutlich. Er verwies auf die Corona-Bekämpfungsverordnung, deren Einhaltung das Ordnungsamt überprüfen müsse.
Mit Blick auf die Diskussion um die wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Wertstoffhöfe – die nach Ostern mit Schutzmaßnahmen und Abstandsregeln aber wieder öffnen – sagte Hook, dass er den Ärger mancher Bürger zwar nachempfinden könne, allerdings seien die Wertstoffhöfe nicht monatelang geschlossen gewesen. „Man könnte meinen, dass es zurzeit nichts Wichtigeres als Gras und Grünschnitt gibt“, sagte Hook.
Der Ortsbürgermeister geht davon aus, dass der Müll nicht wegen der geschlossenen Wertstoffhöfe an der Mariensäule entsorgt wurde. „Wir haben solche Dreckspatzen auch, wenn die Wertstoffhöfe geöffnet sind“, machte der Dudenhofener deutlich. Er wünscht sich, dass solche Menschen mal auf frischer Tat ertappt werden und eine hohe Strafe zahlen müssen.