Rhein-Pfalz Kreis
Leute im Landkreis: Gerold Magin wurde mit der Landesehrennadel ausgezeichnet
Ruhig, aber wenn nötig auch bestimmt – so beschreibt sich Gerold Magin. Eigenschaften, die ihm in seinem Ehrenamt entgegenkommen. Seit 52 Jahren singt der 67-Jährige nicht nur in Chören, sondern hatte auch unterschiedliche Ämter inne. Nun ist er für sein Engagement ausgezeichnet worden.
Die goldenen Zeiten des „Ännchen von Tharau“ sind längst vorbei. „Rhythmische Chormusik macht auch älteren Sängern Spaß“, sagt Gerold Magin. Er hat den Wandel in Chören miterlebt – wie zur traditionellen die moderne Musik kam, wie aus geschlechtergetrennten Chören Einheiten wurden. Es sind Veränderungen, denen der 67-Jährige positiv und offen gegenübersteht. Schließlich gibt es nur ein Ziel: Als Chor am Leben und attraktiv für das Publikum zu bleiben.
„Wir haben schwierige Zeiten im Chorgesang“, sagt Magin. „Im ganzen Land melden sich Chöre ab.“ Im Mutterstadter MGV Frohsinn habe man dem entgegengewirkt, indem Männer- und Frauenchor 2016 fusionierten. Und das ohne Verluste. Darauf ist er als Vorsitzender besonders stolz. „Wir haben das aus eigener Kraft geschafft und jetzt sind wir wieder eine große Einheit.“
„Singen hat mein Leben geprägt“
Mit 15 Jahren begann Gerold Magins Sängerleben. Über seine Mutter und seine Schwester kam er zum katholischen Kirchenchor des Pfarr-Cäcilien-Vereins Mutterstadt, sang schon damals im Bass. Während der gelernte Elektromechaniker die Technikerschule besuchte, zur Bundeswehr ging und heiratete, ruhte das neue Hobby. Bis Magin 1976 in den katholischen Kirchenchor des Cäcilienvereins Fußgönheim eintrat. Sechs Jahre später, nach dem Kindergartenabschlussfest seines ältesten Sohnes , folgte Verein Nummer zwei: der MGV Frohsinn Mutterstadt. Zuerst nur im Männerchor, der mittlerweile im gemischten Chor aufgegangen ist, und seit 25 Jahren auch im damals neu gegründeten Chor Cantamus. „Singen hat mein Leben geprägt“, sagt er. Er sei froh, dass er seine Leidenschaft auch an seine beiden Söhne Thorsten und Tobias weitergeben konnte, die lange Zeit im Chor aktiv waren.
Gerold Magin übernahm rasch Ämter in den Vereinen
Doch für Gerold Magin blieb es nicht nur beim Singen. In Fußgönheim übernahm er rasch Vorstandsämter, war dort von 1996 bis 2000 stellvertretender Vorsitzender. Ähnlich lief es in Mutterstadt: Öffentlichkeitsarbeit, Chorsprecher – und seit 2002 Vorsitzender. „Man braucht organisatorisches Talent, einen Weg zu den Sängern und die Akzeptanz der Mitglieder“, sagt der ehemalige BASFler, der auch den Chorverband der Pfalz bei der Abwicklung von Seminaren und Workshops in Mutterstadt unterstützt.
Dass er am Mittwoch im Historischen Rathaus in Mutterstadt für sein Engagement die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz erhalten hat – eine Freude. „Es ist eine Anerkennung für die Arbeit, die man seit vielen Jahren macht“, sagt der 67-Jährige. Doch ohne die – nicht nur mentale – Unterstützung seiner Familie wäre das nicht möglich gewesen. Seine Frau Magdalena ist im Wirtschaftsausschuss des MGV Frohsinn aktiv, packe dort tatkräftig mit an und dekoriere auch mal Geschenke, die ihr Mann zum Beispiel bei Ehrungen überreicht.
Mit seiner Frau teilt er seine Hobbys
Dem Ehepaar ist es wichtig, sich zu unterstützen und die Freizeit gemeinsam zu verbringen. „Es hat eine andere Qualität als wenn jeder einzeln seinem Hobby nachginge“, sagt Magin. An zwei Abenden in der Woche gehen sie in Fußgönheim und Mutterstadt gemeinsam zur Chorprobe, an einem dritten wird getanzt. Vor gut einem Jahr haben sie diese Leidenschaft wieder aufleben lassen. „Wir sind nicht im Seniorenkurs“, sagt der Mutterstadter und lacht. „Dass wir viel mit jungen Menschen zusammen sind, hält uns jung.“
Im kommenden Jahr will der Rentner jedoch etwas kürzer treten. Zumindest, was das Vorstandsamt angeht. „Ich möchte den Kopf freibekommen. Wenn man so einen Job macht, ist der Frohsinn überall dabei“, sagt Gerold Magin. „Ich war zwischendurch schon mal an dem Punkt, aufzuhören – habe aber weitergemacht.“ Im März stehen Neuwahlen an. Ob es gelingt, den Schritt in die zweite Reihe zu machen, Magin weiß es noch nicht. Die Nachfolgerfrage sei noch schwierig. Aber er ist optimistisch: „Oft klären sich ja solche Fragen spontan.“