Rhein-Pfalz Kreis Land und Leute:

Jetzt also doch: Nach einem Jahr Wartezeit nistet endlich das erste Storchenpaar in Altrip. Was lange währt, wird also endlich gut. Dann kann es nicht mehr lange dauern mit dem sprunghaften Steuerzahler-, pardon Bevölkerungsanstieg, den die Gemeindeverwaltung sich durch die Installation des Nests erhofft hat. Mit dem Polder ist es dann auch Essig, denn das Gelände, auf dem das Becken geplant ist, wird als Bauland gebraucht. Dann kann man im Sinne der Altriper nur hoffen, dass der Storch bei den Frauen im Ort kräftig zubeißt. Mit der eigenen Nachwuchsplanung ist das Pärchen schon emsig beschäftigt, wie das Bild unseres Lesers Dieter Merz beweist. (tc) Der gute Schifferstadter ist mit Leib und Seele katholisch. Als solcher kennt er sich aus mit den Bräuchen rund um seinen Glauben. Mit allen Bräuchen? Nein. Kreidekreise haben einen Spaziergänger in der Rettichmetropole am späten Abend des Ostersonntags bald mehr aus der Fassung gebracht als ein durchschnittlicher Kornkreis in einem benachbarten Getreidefeld. Denn bei der Polizei ging doch in der Tat ein Anruf ein, in dem von „verdächtigen Kreidekreisen an verschiedenen Hoftoren“ die Rede war. Außerirdische, die nach der Weltherrschaft streben, waren dafür jedoch nicht verantwortlich. Die Polizei ermittelte nach eigenen Angaben „Klipp-Klapperer“ als Verursacher – Leute, die an Ostern mit Holzrasseln durch die Straßen ziehen und so den Beginn des Gottesdienstes ankündigen. Und damit sie wissen, wo sie schon gewesen sind, markieren sie die Häuser auf ihrer Route. „Der Mitteiler konnte beruhigt werden“, teilte die Polizei dann auch mit. Das beruhigt auch uns. Allerdings befürchten wir, dass er bei der nächsten Beichte nicht so glimpflich davon kommt. (tc) Während die Menschen in Altrip und Neuhofen Zettel in Schaufenster und an Bäume heften, auf denen sie gegen den Namen „Verbandsgemeinde Waldsee“ für die Verbandsgemeinde Waldsee Stimmung machen und den Mitdörflern vorschlagen, bei der Namens-Umfrage der Verwaltung unbedingt den Namen „Rheinauen“ anzukreuzen, kommt aus Römerberg unerwartete Schützenhilfe. Heinrich Amann hat sich Gedanken über die Gerechtigkeit gemacht und sagt: „Zu den vier vorgegebenen Namen der Verbandsgemeinde Waldsee/Altrip/Neuhofen/Otterstadt möchte ich den Vorschlag machen, die Verbandsgemeinde doch Waldtrip-Otterhofen zu benennen. So könnte sich jede Ortschaft im Namen wiederfinden.“ Dieses Mal stehen leider nur Waldsee und dreimal Rhein (-auen, -bogen, -tal) auf dem Stimmzettel. Aber bei der nächsten Kommunalreform 2117 könnte man mit Waldtrip-Otterhofen ins Rennen gehen. Ergänzt durch: Waldtrip-Otterhofen-Römerberg-Dudenhofen. So wird’s kommen. Oder einfacher: Speyer – Stadt und Land. (snr) Der Mann, der Wilfried Dietrich besiegt hat, ist tot. In Berlin, wohin er vor Kurzem gezogen war, starb Hermann Kiefer im Alter von 93 Jahren. Er war von 1957 bis 1965 Pfarrer in Hanhofen. Ein RHEINPFALZ-Besuch vor einiger Zeit beantwortete die immer wieder gestellte Frage, wer dem „Kran von Schifferstadt“ eine Niederlage beigebracht hat. Der damalige Pfarrer Kiefer. „Ja, so ist es. Ich habe den Wilfried mit 2:1 besiegt. Im Fingerhakeln“, bestätigte Kiefer. Als Sensation galt die Niederlage Wilfried Dietrichs vor allem deswegen, weil sie sich kurz nach dessen Gewinn der Gold- und Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Rom 1960 ereignete. Sie trug sich zu während eines Besuchs des Bürgermeisters und des Ortspfarrers beim damals in Hanhofen wohnenden Olympiasieger. Zum Kräftemessen kam es, nachdem ein Schulbub dem als Mann von außergewöhnlicher Kraft bekannten Geistlichen unterstellt hatte: „Herr Parrer, de Dietrich packscht awwer net.“ Doch weit gefehlt! „Es war nicht allzu schwer“, meinte Kiefer, „der Wilfried hat vom Fingerhakeln nicht viel Ahnung gehabt.“ Noch im hohen Alter hatte Kiefers Händedruck die Kraft eines Schraubstocks. (wk)