Dannstadt-Schauernheim
Kurpfalzschule braucht neue Heizung
Im Frühjahr waren die beiden Heizkessel, die es zusammen auf eine Leistung von ungefähr 500 Kilowatt brachten, schon einmal ausgefallen. Damals gelang es einer externen Fachfirma, zumindest einen Kessel wieder zum Laufen zu bringen. Doch wie lange er durchhalten wird, ist unklar. Vor diesem Hintergrund beauftragte der Rat im März ein Expertenbüro mit dem Erneuern der Heizung und schaltete im Mai darüber hinaus einen Energieberater ein. Denn die Situation auf dem Grundstück der Dannstadter Kurpfalzschule ist komplex. Die Heizung muss nicht nur die Grundschule mit Wärme versorgen, sondern auch die Mensa, die Schulsport- und Gymnastikhallen, den ehemaligen Hauptschultrakt sowie die Kita Sonnenschein. Zudem soll die Schule energetisch saniert werden. Durch die neuen Fenster und die Außendämmung wird die Heizlast laut Gemeinde künftig 260 Kilowatt betragen, ohne Sanierung wären es 360 Kilowatt.
Die Optionen
Inzwischen haben die Experten mehrere Heizsysteme geprüft. Demnach reichen Wärmepumpen nicht, um den großen Altbau alleine zu versorgen. Denn solche Pumpen sind für Vorlauftemperaturen von 55 Grad Celsius ausgelegt, die Heizkörper in der Schule hingegen auf 70 bis 80 Grad. Zudem ist fraglich, ob für die erforderliche Anzahl an Pumpen genügend Platz vorhanden wäre.
Sole-Wasser-Wärmepumpen kombiniert mit einem Gas-Brennwertkessel wären mit aufwendigen Bohrungen verbunden und daher zu teuer. Da die Bohrungen in einem gewissen Abstand zueinander erfolgen müssen, wäre auch bei diesem Ansatz der nötige Platz ein weiteres Problem. Das Ganze um Erdwärmekollektoren zu ergänzen, sei nicht umsetzbar. Eine Pellet- oder Hackschnitzelanlage komme nicht infrage wegen ihres enormen Lagerbedarfs beziehungsweise den häufigen Materiallieferungen per Lkw. „Auch die Rauchentwicklung im Wohngebiet spricht dagegen“, ergänzte Sachbearbeiter Roland Argus von der Gemeindeverwaltung.
Damit blieben als sinnvollste und zugleich günstigste Lösung Luft-Wasser-Wärmepumpen in Kombination mit einem Gas-Brennwertkessel. Die Pumpen könnten bei dieser Variante etwa die Hälfte der benötigten Heizleistung schaffen, der 300 Kilowatt starke Kessel könne sicherstellen, dass immer eine mindestens ausreichende Wärme vorhanden sei. Die reinen Baukosten schätzen die Experten auf rund 228.000 Euro.
Wäre es nicht sinnvoller, gleich komplett auf eine klimaneutrale Heizung umzustellen? Das fragte sich Andreas Pfeiffer (Grüne). Die Antwort: Bei einem Neubau durchaus, bei einem Altbau wie der Kurpfalzschule nicht. Am Ende wählte der Rat die Kombilösung mit Wärmepumpen und Kessel. Sie soll so schnell wie möglich eingebaut werden, was aber selbst im Idealfall einige Monate dauern wird. Zudem soll die Kommune mit den Betreibern der Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Gebäude über deren Übernahme verhandeln.