Speyerer Umland
Kreisverwaltung will auf Woogwiesen bessere Besucherinformation
Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hierzulande im Frühjahr 2020 sind mangels alternativer Freizeitbeschäftigungen deutlich mehr Menschen zu Fuß oder auf dem Rad in der Natur unterwegs. Ein Naturschutzgebiet (NSG) ist für Erholungssuchende keinesfalls tabu, allerdings gelten dort im Unterschied zu anderen „Grünflächen“ bestimmte Regeln: Die Wege dürfen nicht verlassen werden, Hunde sind an der Leine zu führen, das Ablagern von Abfällen ist untersagt; außerdem sind das Reiten und Lärmen verboten.
Diese und weitere Bestimmungen enthält die Rechtsverordnung über das NSG Woogwiesen aus dem Jahr 1985, erlassen durch den damaligen Landkreis Ludwigshafen. Doch auf der Fläche selbst gibt es fast keine amtlichen Informationen über die „Spielregeln“ zum Schutz von Wildtieren und Pflanzen. Nicht zuletzt darauf führen Christiane Brell, Vorsitzende des Natur- und Vogelschutzvereins Dudenhofen, sowie Reinhard Steiger, Vorsitzender des Harthausener Pendants, etliche Regelverstöße in jüngerer Zeit zurück. Sie schlagen mehrere Standorte für neue Schilder in den Woogwiesen vor, etwa an den Zugängen zu dem Gebiet.
Hinweisschilder aufstellen
In erster Linie sollen es amtliche Naturschutzgebiets-Hinweisschilder sein, die die Kreisverwaltung nördlich des Hainbachs aufstellen will, wie eine Behördensprecherin auf Anfrage der RHEINPFALZ mitteilt. „Hinzu kommt an Stellen, wo sich dies erfahrungsgemäß anbietet, ein Zusatzschild, das aber der Übersichtlichkeit wegen nur die wichtigsten Regeln der NSG-Rechtsverordnung enthalten kann“, kündigt sie an. Beim amtlichen NSG-Schild handelt es sich um ein Dreieck mit grünem Rand auf weißem Grund. Oben steht „Naturschutzgebiet“ zu lesen, darunter ist ein Seeadler, das Wappentier Österreichs, im Flug dargestellt. Der deutsche „Bundesadler“ ist übrigens an keine bestimmte Adlerart angelehnt.
Laut der Rechtsverordnung für das NSG Woogwiesen ist die Fläche am Hainbach mit ihren ausgedehnten Schilfröhrichtbeständen vor allem für zahlreiche seltene Vogelarten von großer Bedeutung: als Brut- oder Rastgebiet und als Lebensraum mit einem vielfältigen Nahrungsangebot, insbesondere an Insekten. Darüber hinaus soll die NSG-Ausweisung das Gebiet als „Standort seltener Pflanzenarten und Pflanzengesellschaften“ erhalten. Seit mehr als 15 Jahren gehören die Woogwiesen außerdem zum EU-Vogelschutzgebiet Speyerer Wald, Nonnenwald und Bachauen zwischen Geinsheim und Hanhofen. Demnach geht es vor allem um den Schutz der Arten Neuntöter, Rohrweihe und Purpurreiher. Der Seeadler kommt hier in natura in der Regel nicht vor. Er ist unter anderem im Nordosten Deutschlands heimisch.
Die Verwaltungssprecherin betont, dass derzeit über das NSG Woogwiesen hinaus in „verschiedenen Schutzgebieten im Landkreis Schilder ersetzt, ergänzt oder neu installiert werden“. Die neuen Schilder bezahle der Kreis, wenn er wie am Hainbach das Schutzgebiet ausgewiesen hat. Das Anbringen der Hinweise werde meist von den Kommunen übernommen, nicht selten mit Unterstützung örtlicher Naturschützer. Im Fall der Naturschutzvereine in Harthausen und Dudenhofen betont die Sprecherin: „Mit beiden Vereinen stehen wir seit langen Jahren zugunsten von Natur und Landschaft in einer Beziehung, die man nur loben kann.“