Rhein-Pfalz Kreis
Kreispolitiker Andreas Stellmann wagt beruflichen Umstieg
Weil ihm der pastorale Dienst und der Kontakt zu den Menschen in der Gemeinde in besonderer Weise am Herzen liegen, wagt Andreas Stellmann mit 58 Jahren noch einmal den beruflichen Umstieg. Seit 1. August arbeitet er als hauptamtlicher Diakon in der Frankenthaler Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit und entlastet damit das Seelsorgeteam um Pfarrer Stefan Mühl.
„Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe und bin gespannt, was auf mich zukommt“, sagte Andreas Stellmann vor Dienstantritt im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Für den gebürtigen Heßheimer ist die seelsorgerische und karitative Arbeit kein Neuland, konnte er doch in den zurückliegenden 16 Jahren als Diakon mit Zivilberuf – und damit im Nebenamt – schon reichlich Erfahrung an der kirchlichen Basis sammeln. In der Pfarrei Heiliger Petrus Bobenheim-Roxheim hat er Kinder getauft, Brautpaare getraut, Kranke besucht und Verstorbene beerdigt. Auch die Gestaltung von Wort-Gottes-Feiern und der Predigtdienst stand auf seiner Agenda als Diakon.
Andreas Stellmann ist von Kindesbeinen an fest im katholischen Glauben verwurzelt. Und doch stand für ihn eine Karriere bei der Kirche zunächst nicht zur Debatte. Nach der Mittleren Reife absolvierte er eine Verwaltungslehre bei der Stadt Frankenthal, verpflichtete sich für vier Jahre bei der Bundeswehr und war anschließend Standesbeamter in Dannstadt-Schauernheim.
Mittlerweile als Verwaltungsfachwirt weiterqualifiziert, trat er 1995 in die Dienste des Bischöflichen Ordinariats in Speyer. Er war Pfarrverbandsgeschäftsführer in Waldsee und wechselte dann zum Dekanat Ludwigshafen. Seit 2015 leitete er die für die beiden Dekanate Ludwigshafen und Speyer zuständige Regionalverwaltung in der Pfingstweide. „Da hatten wir 56 Kindertagesstätten zu betreuen“, erzählte Stellmann.
Mehrere Stationen hat er auf seinem Weg bis zur Diakonsweihe im Jahre 2003 in Heßheim durchlaufen: Gottesdiensthelferkurs, Fernstudium der Theologie an der Würzburger Domschule und am Priesterseminar in Mainz, Diakonatsbewerberkurs und Praktikum in der Gemeinde – und das alles außerhalb der regulären Arbeitszeit. „Früher war der Wechsel zum hauptamtlichen Diakon nur bei sozialen Berufen möglich, seit 1. April 2019 gibt es diese Einschränkung nicht mehr“, erläuterte Stellmann.
Aktiv im Kolpingswerk
Ehrenamtliches Engagement stand bei dem Vater zweier erwachsener Söhne schon von jeher hoch im Kurs – sowohl auf politischer als auch auf kirchlicher Ebene. Er saß für die CDU im Ortsgemeinderat Heßheim, führte die Fraktion im Verbandsgemeinderat und ist aktuell noch im Kreistag des Rhein-Pfalz-Kreises aktiv.
Seit seinem 18. Lebensjahr wurde Stellmann von der katholischen Soziallehre des Gesellenvaters Adolph Kolping geprägt. Er stieg zum Vorsitzenden des Kolpingwerk-Diözesanverbandes Speyer auf, gehört seit drei Jahren auch dem Bundesvorstand an und arbeitet im Fachausschuss „Verantwortung für die eine Welt“ mit. 240.000 Mitglieder zähle Kolping und sei in 61 Ländern vertreten.
Für Stellmann ist es von großer Bedeutung, sich in die Arbeit der Verbände ehrenamtlich einzubringen, da sie ein wichtiger Teil der Kirche seien „und an Menschen herankommen, die der Institution eher skeptisch gegenüberstehen.“ Woher er eigentlich die Zeit für diesen vielen Verpflichtungen nehme, werde er oft gefragt. „Ich habe gut strukturierte Arbeitsabläufe und kann auf die volle Unterstützung meiner Familie bauen“, verrät der Diakon.
Sportlichen Ausgleich findet der bekennende Frühaufsteher morgens um halb sechs beim Walken. Und seit zwei Jahren besucht er mit seiner Frau regelmäßig die Tanzschule. Es liegt auf der Hand, dass sich Andreas Stellmann, der am 18. August in Bobenheim-Roxheim verabschiedet wird, für seinen beruflichen Start in Frankenthal einen Leitspruch Kolpings auswählte: „Nur mutig vorwärts, Gott wird für die Zukunft sorgen.“