Rhein-Pfalz Kreis „Kein Weg zu weit“

Ein Teil der Kurpfalzschule steht in Dannstadt. Der neue Rektor will den Brückenschlag mit dem Standort in Schauernheim schaffen
Ein Teil der Kurpfalzschule steht in Dannstadt. Der neue Rektor will den Brückenschlag mit dem Standort in Schauernheim schaffen. Die Schule soll als eine Einheit wahrgenommen werden.

«Dannstadt-Schauernheim.» „Vorhin habe ich mit meinen Viertklässlern in Meckenheim ein Übungsdiktat geschrieben.“ Moment, wieso Meckenheim? Sebastian Forell, der seit Februar Rektor der Kurpfalzschule in Dannstadt-Schauernheim ist, lacht. „Die Kinder stehen für mich im Mittelpunkt. Deshalb wollte ich die Schüler meiner vierten Klasse in Meckenheim nicht im Stich lassen. Ich unterrichte sie noch zehn Stunden in der Woche bis zum Abschluss ihrer Grundschulzeit im Sommer weiter“, sagt er. Dafür nimmt er viel auf sich: Die tägliche Pendelei zwischen seinem Wohnort in Kirchheim an der Weinstraße, Meckenheim und Dannstadt-Schauernheim. Er macht es gerne, denn mit guter Organisation ist es keine Belastung für ihn, sagt er. Im Gegenteil, durch die erforderliche Abstimmung wird der persönliche Kontakt sogar verstärkt. Sebastian Forell fühlt sich wohl in Dannstadt-Schauernheim. Seine Augen leuchten, als er von der herzlichen und positiven Schülerschaft erzählt, von motivierten Kollegen und engagierten Eltern. „Als eine der größten Grundschulen im Rhein-Pfalz-Kreis mit derzeit 242 Schülern bieten sich viele Möglichkeiten, die ich ausbauen und weiterentwickeln kann“, sagt er. So sollen zum Beispiel die Angebote im Ganztagesbereich erweitert werden. Und er gründet eine eigene Fußballmannschaft. Diese dient auch als Brückenschlag zwischen den beiden Standorten in Dannstadt und in Schauernheim. Die Spieler sollen aus beiden Ortsteilen kommen. Eine Verbindung soll auch das einwöchige Zirkusprojekt mit allen Kindern im Juni schaffen. „Für mich ist es wichtig, dass unsere Schule als eine Einheit wahrgenommen wird“, sagt Forell. Trotz zweier Standorte. Trotz zweier Ortsteile, getrennt durch eine Autobahnbrücke. Aufgewachsen ist Sebastian Forell im hessischen Odenwald. Nach seinem Lehramtsstudium in Landau absolvierte er dort auch das Referendariat an einer bilingualen Grundschule. Seit 2011 ist er Grundschullehrer. Seine erste Stelle führte ihn an die Grundschule in Münsterappel, bis er 2015 als Schulleiter nach Meckenheim wechselte. Während dieser Zeit hat der 34-Jährige in Kaiserslautern per Fernstudium seinen Master in Schulmanagement erworben, zudem nimmt er einen Lehrauftrag an der Universität in Landau im Bereich Didaktik und Schulentwicklung wahr. Nach den Sommerferien steigt der Rektor in den Lehrbetrieb an der Kurpfalzschule ein. Deutsch und Mathe wird er unterrichten, ungefähr die Hälfte seiner Zeit widmet er sich den Angeboten im Ganztagesbereich. Bis dahin gibt es noch einiges zu tun. Das Lehrerkollegium bindet er in seine Überlegungen ein. Aber auch die zahlreichen Ideen der Kollegen finden bei ihm ein offenes Ohr. Denn Kommunikation, Transparenz und Kooperation spielen für ihn eine zentrale Rolle. „Ich führe lieber ein Gespräch zu viel als zu wenig“, sagt Forell. Erholung vom Trubel des Schulalltags findet er zu Hause mit seiner Frau Lena, einer Physikerin, die gerade in Kaiserslautern ihre Doktorarbeit schreibt. Auch die regelmäßigen Stunden mit ihr auf dem Golfplatz tragen zur Entspannung bei. Der 34-Jährige interessiert sich außerdem für Politik, Sport und Reisen, spricht fließend Französisch und spielt leidenschaftlich Gitarre. Seine Schüler können sich immer wieder über musikalische Kostproben freuen. Forell ist mit Leib und Seele Lehrer. Das pädagogisch erzieherische Arbeiten hat für ihn einen hohen Stellenwert. Deshalb ist er auch Grundschullehrer geworden. „Es war mir wichtig, ein Studium zu wählen, das mit Kindern zu tun hat“, sagt er. Und in der Grundschule ist die Lehrer-Schüler-Bindung besonders intensiv. Lehrer sind nicht nur für das Fachwissen zuständig, sondern sie prägen auch die persönliche Entwicklung der Kinder. „Für meine Schüler ist mir keine Anstrengung zu groß und kein Weg zu weit“, sagt der engagierte Lehrer. Und so wie er dies sagt, glaubt man ihm das gerne.

Sebastian Forell
Sebastian Forell
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