Böhl-Iggelheim Jungtierschau: Teenager sichert sich den Titel

Hat gut lachen: Noah Pitsch ist frisch gekürter Vereinsjugendmeister. Auf dem Arm hat er einen Zwergwidder Thüringer Farbe.
Hat gut lachen: Noah Pitsch ist frisch gekürter Vereinsjugendmeister. Auf dem Arm hat er einen Zwergwidder Thüringer Farbe.

Kaninchen züchten macht auch jungen Leuten Spaß: Bei der Jungtierschau des Kaninchenzuchtvereins P94 Böhl in Böhl-Iggelheim hat ein Teenager mit seinem Zwergwidder den Vergleich gewonnen und wurde Vereinsjugendmeister.

Noah Pitsch ist 15 Jahre alt und in einer Familie aufgewachsen, die ihm – bildlich gesprochen – Kaninchen in die Wiege gelegt hat: Sein Vater Stefan Stahl ist der Vereinsvorsitzende in Böhl. Mit eigenen Tieren hat sich Noah schon im Alter von acht Jahren beschäftigt, erzählt er nach der Preisverleihung. Auch seine Schwester Sophia (17) sagt, sie habe mal Kaninchen gezüchtet, aktuell aber habe sie keine eigenen Tiere.

Kaninchen seien leicht zu halten und kuschelig, wenn man sie daran gewöhnt, sagt Noah. Er hat in den vergangenen Jahren schon viele Preise für seine Kaninchen gewonnen. Sein Sieger-Tier hat von einer Fach-Jury den Titel „Schönster Rammler der Ausstellung“ zugesprochen bekommen. Es ist ein Zwergwidder in Thüringer Farbe, der Noah zum Vereinsjugendmeister 2023 machte.

Den ersten Platz als Vereinsmeister gewann Jacky Guillemet aus Neuhofen mit einem Exemplar der Rasse „Blaue Wiener“. Den zweiten Platz machte Stefan Stahl mit einem Zwergwidder Thüringer Weiß. Auf den dritten Platz kam Richard Knopf aus Böhl mit einem Weibchen der Sorte Kleinsilber hell.

Kaninchen sollte man ganzjährig draußen halten, erklärt Noah. Sie müssen täglich gefüttert und die Käfige alle 14 Tage ausgemistet werden. Zudem brauchen die Jungtiere Impfungen, um sie gegen Krankheiten zu schützen. Wer Kaninchen halten will, sollte sie kastrieren lassen und im Paar halten. Nicht kastrierte Tiere vermehren sich nämlich ... wie die Karnickel. Bis zu achtmal im Jahr können sie Nachwuchs werfen.

Sophia erzählt, sie habe mit ihren Kaninchen an Kanin-Hopp-Wettbewerben teilgenommen. Da machen die Kaninchen einen Hindernislauf an der Seite ihrer Halter über einen Parcours. „Man kann die Tiere daran gewöhnen, und dann macht es denen auch Spaß“, sagt Sophia.

Die Kaninchenzucht war mal sehr verbreitet. „Nach dem Krieg haben sich viele Leute Kaninchen gehalten. Aber die hielt man sich damals, um sie zu essen“, erzählt Stefan Stahl. Heute lasse das Interesse nach. Dabei sei das ein sehr schönes Hobby: „Ich bin beruflich im Rettungsdienst, und da ist die Kaninchenzucht für mich ein schöner entspannender Ausgleich“, erzählt Stahl.

Züchter halten ihre Tiere meistens einzeln und bringen sie nur zu Zuchtzwecken zusammen. Für die Größe der Käfige gebe es vom Tierschutzgesetz Vorgaben, je nach den unterschiedlich großen Rassen. Bei Wettbewerben werden Form, Fell, Gewicht, Kopf- und Ohrenform sowie Haltung, Farbe, Zeichnung und Pflegezustand bewertet, erklärt Stahl.

Der Böhler Kaninchenzuchtverein P94, gegründet 1935, habe noch 35 Mitglieder, davon seien acht aktive Züchter. Der Verein trifft sich im Sommer regelmäßig im Vereinsheim an der Zuchtanlage Am Pfaffenpfad. Im Winter sind die Treffen in einer Gaststätte.

Kontakt

Wer sich für die Kaninchenzucht interessiert, kann sich beim Vorsitzenden melden: Stefan Stahl, Telefon 0151 46614380, E-Mail StefanStahl@aol.com.

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