Dannstadt-Schauernheim Illegale Müllentsorgung: Fast täglich neue Funde

Illegal entsorgter Baustellenschutt in der Verbandsgemeinde: Das ist kein Kavaliersdelikt und kostet die Kommune viel Geld.
Illegal entsorgter Baustellenschutt in der Verbandsgemeinde: Das ist kein Kavaliersdelikt und kostet die Kommune viel Geld.

In der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim vergeht kaum ein Tag, an dem nicht größere Mengen illegal entsorgten Abfalls entdeckt werden. Die Verwaltung schlägt Alarm.

Die Schmerzgrenze ist schon längst überschritten. In einer ausführlichen Pressemitteilung mit eindrücklichen Bildern von einem besonders gravierenden Fall von Müllentsorgung wendet sich die Verwaltung nun an die Öffentlichkeit. Mitarbeiter des Bauhofs entdeckten im großen Stil illegal entsorgten Baustellenschutt: Unter anderem wurden Fensterrahmen, Fliesen und andere mineralische Reste einfach auf einer abgelegenen Grünfläche in der Gemarkung abgeladen. „Mit zwei voll beladenen Pritschenwagen musste der Bauhof den Müll abtransportieren“, informiert Pressesprecherin Susanne Klein. Erst wenige Tage zuvor seien 15 Plastiksäcke voller Grünschnitt aufgefunden worden.

Problem seit Jahren – Tendenz: steigend

Die Zahlen seien alarmierend: Nach Angaben der Verbandsgemeindeverwaltung ist die illegale Entsorgung von Abfall, Sperrmüll und Bauschutt – meist an abgelegenen Stellen oder in Grünanlagen – schon immer ein Problem. Doch in den letzten Jahren sei die Anzahl der Fälle deutlich gestiegen. Ob 20 Sessel auf einmal, ganze Küchen oder Eternit, fast alles sei dabei. Selbst öffentliche Abfalleimer an zentralen Plätzen werden dafür missbraucht. In diesen würden sogar Hausmülltüten entsorgt werden. „Früher wurden die öffentlichen Abfalleimer lediglich einmal pro Woche geleert – heute ist ein Mitarbeiter täglich Vollzeit im Einsatz“, berichtet die Pressesprecherin. Werden diese geleert, seien die Behälter nach wenigen Stunden wieder voll. Zudem fahre der Mitarbeiter sämtliche Grünanlagen und öffentlichen Flächen ab, um illegal abgeladenen Müll einzusammeln. Zwei große Rollmülleimer der Verwaltung seien spätestens nach einer Woche komplett mit Hausmüll gefüllt.

Illegale Müllentsorgung ist mehr als nur eine optische Beeinträchtigung. Sie kann langfristig Böden und Gewässer belasten und zieht Ungeziefer an. Mit diesen Problemen kämpfen viele Kommunen, vor allem Städte. In Ludwigshafen etwa hat sich die Situation in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Auch hier ist es vor allem illegal entsorgter Sperrmüll – Möbel, Matratzen, Bauabfälle, Altreifen, Elektrogeräte –, der der Verwaltung zu schaffen macht. Aber auch Hausmüllsäcke sind dabei. 4040 illegale Müllentsorgung zählte die Stadtverwaltung für das Jahr 2023. Die Entsorgung des Unrats kostet die Stadt etwa 875.000 Euro. Geld, das aus öffentlichen Mitteln bezahlt und somit von allen Bürgerinnen und Bürgern getragen werden muss – und letztlich der Kommune an anderer Stelle fehlt.

Genug Möglichkeiten zum Entsorgen

Der Kosten für das Beseitigen und Entsorgen des Baustellenschutts in Dannstadt-Schauernheim schätzt die Verwaltung auf rund 1000 Euro – inklusive Personal, Fahrzeugen und Containergebühren der Kreisverwaltung. Zudem binde das tägliche Beseitigen der vielen illegalen Müllablagerungen erhebliche Ressourcen des Bauhofs der Verbandsgemeinde. Dabei gebe es eigentlich keinen Grund für solche Handlungen, sagt Susanne Klein: „Sowohl die Verbandsgemeinde wie auch der Rhein-Pfalz-Kreis bieten ein lückenloses System zur Abfall- und Schuttentsorgung an.“

So können zum Beispiel auf dem Wertstoffhof der Verbandsgemeinde in Dannstadt mittwochs (16.30 bis 18.30 Uhr) und samstags (9 bis 12 Uhr) verschiedene Abfälle in Kleinmengen kostenlos abgegeben werden – darunter Grünabfälle, mineralischer Bauschutt (bis 300 Liter pro Woche), Elektrogeräte, Metallschrott oder CDs sowie DVDs. „Für größere Mengen bieten private Containerdienste kostengünstige Lösungen an“, informiert die Pressesprecherin weiter. Diese würden Container direkt am Entstehungsort bereitstellen und auch wieder abholen.

Hinweise erbeten

Niemand müsse also aus Mangel an Gelegenheit zur Abfallentsorgung straffällig werden. Illegal Müll abzulagern, ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Die Verbandsgemeindeverwaltung erstatte in solchen Fällen Strafanzeige gegen Unbekannt. Häufig bleiben die Verursacher jedoch unentdeckt. Darum sind für die Kommune Hinweise aus der Bürgerschaft hilfreich. Die Verwaltung bittet Bürgerinnen und Bürger darum, verdächtige Ablagerungen oder Beobachtungen direkt zu melden – per E-Mail an presse@vgds.de oder telefonisch unter 06231 401158. Hinweise können helfen, Täter zu überführen und weitere Fälle zu verhindern.

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