Rhein-Pfalz Kreis „Ich habe viel von dir gelernt“
Viele der Menschen, die gestern Abend zum Bürgerempfang der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim gekommen waren, wollten nicht nur die Jahresrede des Bürgermeisters hören, sondern auch dessen Vorgänger wiedersehen. Darauf lassen die vielen Hände schließen, die Klaus Schütz (FWG) vor und nach seiner Auszeichnung mit der Landesehrennadel schütteln durfte.
Die Verleihung war der Höhepunkt der gestrigen Veranstaltung in der Lambsheimer Schulturnhalle, deren 250 Stühle nicht alle besetzt waren. Landrat Clemens Körner (CDU) würdigte die kommunalpolitische Karriere von Klaus Schütz, die in den 90er-Jahren mit dem Eintritt in die Großniedesheimer FWG begonnen hatte und mit dem Amt des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Heßheim endete. Dieses Amt hatte er sieben Jahre inne, bis ihn die Parkinson’sche Krankheit 2014 zwang, sich im Alter von 56 Jahren von der politischen Bühne und von der Kandidatur für den Chefposten der fusionierten VG Lambsheim-Heßheim zu verabschieden und in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen. „Ein Kommunalpolitiker muss sich für alles interessieren, weil die Bandbreite der Gemeinderatsarbeit so groß ist“, sagte Körner, um deutlich zu machen, wie wichtig es ist, solches Engagement, das die Jugend kaum noch kenne, zu ehren. Doch nicht nur als Politiker und Verwaltungschef wird der Beindersheimer Schütz dem Dudenhofener Körner im Gedächtnis bleiben, sondern auch als Fasnachter, der jedes Jahr in die Bütt stieg und mit betont trockenem Humor aus dem Alltag eines Bürgermeisters berichtete. Um ein Haar hätte Körner gestern einen von Schütz’ Büttenwitzen zum Besten gegeben. Der mit der Landesehrennadel Gezierte bewies sogleich, dass er seinen Mutterwitz nicht verloren hat. Nachdem Körner vorgeschlagen hatte, dass er sich die Auszeichnung mit seiner Frau Gertrud teilen möge, sagte Schütz: „Ja, das können wir machen. Ich schlage vor, ich trage sie tagsüber und immer, wenn wir ausgehen.“ Wie eng die Verbindung zwischen dem Altbürgermeister und dem jetzigen Oberhaupt der neuen Verbandsgemeinde, Michael Reith (SPD), war und ist, machten beide recht deutlich. Schütz nannte seinen ehemaligen Büroleiter einen „politischen Ziehsohn“, und dieser beteuerte, von seinem früheren Chef unglaublich viel gelernt zu haben. Wie die Verbandsgemeinde fast genau zwei Jahre nach ihrer Gründung dasteht, hatte Reith im ersten Teil des Bürgerempfangs erläutert. Ein satter Überschuss im aktuellen Ergebnishaushalt, der günstiger als gedacht ausgefallene Umbau der Bürgerbüros, Seniorenbus und Investitionen in den Fuhrpark der Feuerwehren waren nur einige der Erfolge, die der Bürgermeister Revue passieren ließ. In seinem Ausblick nannte er unter anderem die Planungen für die Feuerwehrhäuser in Heßheim und Heuchelheim, die E-Tankstelle, die Erweiterung der Beindersheimer Schule, die Verlegung des Wertstoffhofs und den Bau eines Regenrückhaltebeckens in Heßheim (wir berichteten). Auf einer Skala von 0 bis zehn würde Reith das Zusammenwachsen der VG mit einer Sechs bewerten, „denn natürlich gibt es immer noch Punkte, die zu klären oder zu optimieren sind“. Ohne Ehrenamtliche sei ein Gemeinwesen allerdings nicht erfolgreich, deshalb gelte es immer wieder, engagierten Bürgern zu danken. Beim diesjährigen Empfang waren das die Koordinatoren der örtlichen Initiativkreise, die sich um Asylbewerber kümmern. Margit Stadler, Doris Weber, Dieter Braunewell, Michael Schroth, Edgar Hiersekorn und Beate Bohlander nahmen Reiths Dank stellvertretend für alle Flüchtlingshelfer in der Verbandsgemeinde entgegen. Umrahmt wurde das Programm in der Halle von Kindern und Musikern. Zu Beginn hatte die Klasse 3b der Karl-Wendel-Schule eindrucksvoll und zum Teil akrobatisch zu zwei flotten Popsongs getanzt. Zum Ausklang der Feier spielte die Band Groovy Shakers auf der Turnhallenbühne. Viele zog es bei dem warmen Wetter allerdings nach draußen auf das Schulgelände, wo Bierzeltgarnituren aufgestellt waren. Bei kühlen Getränken und deftigen Speisen vom Grill des Feuerwehr-Fördervereins kamen viele der Bürger und Ehrengäste noch miteinander ins Gespräch.