Rhein-Pfalz Kreis Hospiz in Gefahr?

Probleme am Zweibrücker Krankenhaus des Landesvereins für Innere Mission (LVIM) können nach Information der RHEINPFALZ Auswirkungen auf das geplante Hospiz in Bad Dürkheim haben. Auch am Dürkheimer Krankenhaus sollen OP-Zahlen eingebrochen sein.
Der Vorsitzende des LVIM-Verwaltungsrats, Oberkirchenrat Manfred Sutter, informierte am Dienstag, dass in Zweibrücken die Hälfte der Betten momentan nicht belegt sind (wir berichteten gestern auf der Seite Südwest). In kirchlichen Kreisen kursiert, dass die Einrichtung in den ersten Monaten des Jahres zwischen 2,5 und drei Millionen Euro Verlust gemacht haben soll. Sutter wollte die Zahl nicht bestätigen. Die Sprecherin des LVIM sprach von einer „Belegungsdelle“ und dass die wirtschaftlichen Entwicklungen momentan hinter den Erwartungen lägen. Nach Informationen der RHEINPFALZ hat der LVIM aber nicht nur in der Westpfalz mit Problemen zu kämpfen. Am Bad Dürkheimer Krankenhaus sollen die OP-Zahlen eingebrochen sein. Ein Gesprächspartner aus dem Umfeld des Trägers berichtete, dass nicht einmal die Zahlen aus dem Vorjahr erreicht werden – und das, obwohl 2014 noch der Um- und Anbau lief. Nicht zuletzt deshalb herrscht angeblich unter den Medizinern am Krankenhaus eine gewisse Unruhe. Unklar ist, inwiefern sich die finanziellen Nöte des Landesvereins für Innere Mission auf den geplanten Hospizbau auswirken. Sutter wollte auf Nachfrage nicht ausschließen, dass es Konsequenzen geben könnte, zeigte sich aber zuversichtlich, die Situation wieder in den Griff zu bekommen. Dem Oberkirchenrat zufolge litten 30 bis 40 Prozent der diakonischen Einrichtungen darunter, keine schwarzen Zahlen zu schreiben. Die Pressesprecherin des LVIM sagte, die Neuausrichtung des Evangelischen Krankenhauses Zweibrücken stehe mit der Weiterentwicklung des Standortes Bad Dürkheim nicht in direktem Zusammenhang. „Wir verfolgen das Projekt eines stationären Hospizes weiter.“ Sollten die Defizite in der Westpfalz jedoch so groß werden, dass sie den gesamten LVIM mit in den Abgrund reißen, dürfte es kaum zum Neubau des Hospizes kommen – zumindest nicht unter der Beteiligung des LVIM. (gana)