Rhein-Pfalz Kreis Hilfe für herrenlose Haustiere

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Neuhofen. Die Gemeinde Neuhofen hat ein Problem mit einem Teil seiner Bewohner. Genauer gesagt: mit den Vierbeinigen. Mitten im Dorf nämlich nimmt eine Streunerkolonie von Katzen überhand. Nun haben engagierte Tierschützer reagiert, um die Vermehrung der wildlebenden Katzen in den Griff zu bekommen.

Vor gut zwei Jahren bezog Helga Keller mit ihren beiden Hauskatzen eine Wohnung, die dem Seniorenheim „Pro Seniore“-Wohmheim angegliedert ist. Bald darauf stellte sie fest, dass es sich auf ihrem Balkon auch fremde Katzen gemütlich machen. „Es war klar, dass es sich um herrenlose Streuner handelt, und ich habe sie gefüttert“, erzählt die Seniorin. Trotz aller Tierliebe wurde es der alten Dame allmählich zu viel, als vor ihrer Wohnung ein gutes Dutzend Katzen nach Futter verlangte. Sie wusste, es musste etwas geschehen, damit sich die Streunerkolonie nicht explosionsartig vermehrte. Im Sommer schalteten sich die Bewohner der umliegenden Häuser ein. Auch sie hatten bemerkt, dass die Anzahl der herrenlosen Katzen zum Problem werden könnte. Eine dieser besorgten Anwohner ist Silvia Nagel. Sie kontaktierte verschiedene Tierheime – zunächst erfolglos. Doch schließlich gelangte sie an die Einrichtung, die Hilfe versprach – die Tierhilfe Ludwigshafen. „Wir unterstützen überall, wo um Hilfe gebeten wird, nicht nur im Stadtgebiet“, betont die Vereinsvorsitzende Karin Kolender-Glatz. Gemeinsam mit Silvia Nagel machte sie vor Ort eine Bestandsaufnahme. Rund 30 streunende und unkastrierte Katzen leben nach Aussage des Tierschutzvereins derzeit zwischen dem Seniorenwohnheim und dem alten Rathaus. Die Tierschützerin wusste deshalb gleich, was zu tun ist: Nämlich eine zentrale Futterstelle einzurichten, um die Tiere zu versorgen und sie nach und nach kastrieren zu lassen. Das Konzept scheint gegriffen zu haben. Auf dem Gelände der Museumsscheune werden die Wildlinge mittlerweile gefüttert und eingefangen. Das wiederum macht Silvia Nagel, die inzwischen ihren Privatwagen zu einem Futtermittel- und Katzentransportfahrzeug umfunktioniert hat. Etwa die Hälfte der Stubentiger hat sie bislang eingefangen. Eigentlich kenne sie sich mit Katzen nicht so gut aus, sagt die Neuhofenerin. „Es ist mir aber eine Herzensangelegenheit, denn so kann es nicht weitergehen“, betont Nagel. Mit viel Geschick lockt sie die Streuner in die Falle und bringt sie zum Tierarzt, wo die Katzen kastriert und auf Parasiten untersucht werden. Junge, schwangere und halb zahme Tiere werden von der Tierhilfe an Pflegestellen vermittelt. Sehr scheue Katzen werden zu ihrer Futterstelle zurückgebracht, wo sie weiter versorgt werden. Aber: Sie können sich nicht mehr vermehren, und das ist die wichtigste Voraussetzung, um die Katzen vor Verelendung zu schützen. Nach Berechnungen des deutschen Tierschutzbunds erzeugt ein Katzenpaar in zwei Jahren 42 Junge. Die Futtermittel und auch die medizinische Versorgung der Katzen sind ebenso teuer wie notwendig, um langfristig einen gesunden und vor allem reduzierten Katzenbestand zu gewährleisten. Finanziert wird das durch private Spenden. Diese gehen bei der Tierhilfe Ludwigshafen ein. Wie die meisten Tierschutzorganisationen spricht sich auch Kolender-Glatz für eine Kastrationspflicht aus. Und ebenso wie fast alle Tierschutzakteure findet sie nach eigener Aussage bei Behörden wenig bis keine Unterstützung. Neuhofens Ortsbürgermeister Gerhard Frey (parteilos) weiß von der wild lebenden Katzenkolonie um das „Pro Seniore“-Heim. Eine Möglichkeit zur finanziellen Unterstützung sieht er nicht. Es sei etwas anderes, wenn im Dorf Fundtiere aufgegriffen würden, deren Besitzer sich nicht mehr ermitteln lässt. „In diesem Fall arbeiten wir mit der Lustadter Organisation Terra Mater zusammen, der wir auch eine jährliche Spende zukommen lassen“, sagt Frey.

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