Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Höchste Aufklärungsquote: Polizei zieht positive Bilanz für Mutterstadt

Ladendiebstahl – ein Thema in Mutterstadt. Der Grund: viele Einkaufsmärkte und viele Ladendetektive, die Diebstahl zur Anzeige b
Ladendiebstahl – ein Thema in Mutterstadt. Der Grund: viele Einkaufsmärkte und viele Ladendetektive, die Diebstahl zur Anzeige bringen.

Sicher leben in Mutterstadt? Kein Problem – das besagt zumindest die Statistik, die Kai Giertzsch, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Schifferstadt, am Dienstag dem Kriminalpräventiven Rat vorgestellt hat. 2018 war kein negativer Trend erkennbar.

645 Straftaten, 72 weniger als 2017, wurden für Mutterstadt im Jahr 2018 registriert. 394 davon wurden aufgeklärt. Das entspricht einer Quote von 61,1 Prozent, die damit 3,1 Prozentpunkte niedriger liegt als im Jahr zuvor. Insgesamt gab es im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion (PI) Schifferstadt 4328 erfasste Straftaten, was einem leichten Anstieg von 2,8 Prozentpunkten entspricht. „Die Aufklärungsquote ist jedoch mit 58,4 Prozent – plus 3,4 – bis dato die höchste, die ich erlebt habe“, hebt Giertzsch die erfreuliche Entwicklung im 90.000 Einwohner zählenden Erfassungsgebiet hervor.

Mehr „leichte“ Diebstähle

Mutterstadt habe einen Anteil von 14,4 Prozent an der Bevölkerung im Bereich der PI, und von 14,9 Prozent an der Gesamtkriminalität. Mit einem minimalen Anstieg (156 zu 150 Delikten in 2017) schlagen Rohheitsdelikte zu Buche. „Leichte“ Diebstähle, also Wegnahmen ohne erschwerende Umstände, gab es 144 zu 124 im Vorjahresvergleich. „Schwere“ Diebstähle unter erschwerenden Umständen wie einem Schloss oder Garage dagegen nur 87 statt 111. Auffällig sei in Mutterstadt ein fast doppelt so hoher Ladendiebstahlanteil wie im gesamten Inspektionsbereich. „Doch das ist schon standardmäßig und die Erklärung dafür fast langweilig“, erläutert Giertzsch mit leichtem Schmunzeln. Es gebe in Mutterstadt einfach mehrere große Einkaufsmärkte, die eigene Ladendetektive beschäftigten und somit auch mehr Fälle, die zur Anzeige gebracht würden.

Polizei berät zu Einbruchsschutz

54 Sachbeschädigungen (Vorjahr 66) wurden gemeldet, davon 31 an Kraftfahrzeugen (Vorjahr 40), 14 Pkw-Aufbrüche (Vorjahr 26) und zwölf Fahrraddiebstähle (Vorjahr 15). „Bei uns ist eben flaches Land und es gibt auch mehr Fahrräder, die an Bahnhöfen oder Schulen abgestellt werden als beispielsweise im Hunsrück oder Westerwald“, sagt Giertzsch.

Die Anzahl der Wohnungseinbrüche stieg von 24 auf 28 – Spitzenwert der Region. Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) führt dies auf die „leider“ guten Fluchtmöglichkeiten durch günstige Verkehrsanbindung zurück. Ein Umstand, den sich vor allem organisierte Banden zunutze machen. Präventiv könne jeder eine individuelle Grundschutzberatung erhalten, bei der Bezirksbeamte nach Sichtung vor Ort Empfehlungen zum besseren Schutz der eigenen vier Wände geben. Zu Diebstählen von Grabschmuck kam es in den vergangenen zwei Jahren jeweils siebenmal, achtmal wurde in Geschäfte, Gaststätten oder Arztpraxen eingebrochen. Der Verantwortliche, ein Serientäter, konnte ermittelt werden.

Rechtsextremismus kein Problem

„Es gab keine politisch motivierte Kriminalität in Mutterstadt“, sagt Giertzsch. Ebenso keine rechten Veranstaltungen. Wohnsitze bekannter Personen der rechten Szene seien keine vorhanden, Betäubungsmittelkriminalität sei nicht existent. Im Zusammenhang mit Zuwanderern seien 22 Fälle erfasst worden (2017: 41), das entspräche 3,4 Prozent aller Delikte. Ein Drittel der Fälle ereigne sich in den Unterkünften. „Wenn wir alle zusammen in einer 40-Quadratmeter-Wohnung leben müssten, würde es sicher keine acht Wochen dauern, bis wir uns in die Haare bekämen“, relativiert er mögliche Sorgen über ein größeres kriminelles Potenzial.

Auf die Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls wurde bei der Ortskernsanierung Wert gelegt. „Es gibt keine dunklen Ecken“, betont Schneider. Er ist froh über die positive Entwicklung und die gute Zusammenarbeit mit der PI. Das gemeinsame Ziel: „Die Zahlen niedrig halten“.

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