Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Gewinne bei den Eigenbetrieben: Gut gewirtschaftet

In die Kläranlage der Kommune wurden rund 409.000 Euro investiert.
In die Kläranlage der Kommune wurden rund 409.000 Euro investiert.

Mehr als eine halbe Million Euro haben Abwasserwerk und Stromwerk der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim 2019 erwirtschaftet. Das geht aus den Jahresabschlüssen hervor, die der Verbandsgemeinderat am Dienstag verabschiedet hat.

Das Abwasserwerk weist für das vergangene Jahr einen Gewinn von fast 564.000 Euro aus. Das ist noch einmal eine deutliche Steigerung gegenüber 2018, als es einen Überschuss von 345.000 Euro erzielt hatte. Als Grund nannte Wirtschaftsprüfer Michael Engelter von der Dr. Burret GmbH um 273.000 Euro gestiegene Umsatzerlöse. Diese führte er auf die erhöhten Entgelte sowie eine größere Abwassermenge zurück.

Daneben zeige der Jahresabschluss den immensen Investitionsbedarf beim Abwasserwerk. So seien rund 2,3 Millionen Euro in den Bau neuer Anlagen geflossen. Ein großer Teil davon betreffe die neuen Gewerbeflächen in Dannstadt-Ost. Allein in deren Erschließung habe der Eigenbetrieb 727.000 Euro gesteckt plus weitere 463.000 Euro in das neue Pumpwerk in der Angelstraße, das für diese Erschließung erforderlich sei. Darüber hinaus habe die Kommune 409.000 Euro in die Erneuerung ihrer Kläranlage investiert.

Mehr Gewinn trotz höherer Kosten

Der Gewinn aus 2019 soll vollständig der allgemeinen Rücklage des Abwasserwerks zugeführt werden. „Das hängt auch damit zusammen, dass wir ein bisschen was vorhaben“, kommentierte Bürgermeister Stefan Veth (CDU) den Plan. Gemeint war die geplante Erweiterung und Modernisierung der Kläranlage. CDU-Fraktionschefin Bettina Kleemann hob hervor, dass der Gewinn gegenüber dem Vorjahr gesteigert wurde, obwohl sich auch die Personal- und Betriebskosten erhöht hatten.

Erfreuliche Zahlen weist Engelter zufolge auch die Bilanz des Stromwerks aus. Dieser Eigenbetrieb kümmert sich seit 2014 nur noch um den Vertrieb. Das Stromnetz (und auch das Gasnetz in der Verbandsgemeinde) betreibt die Energie Dannstadter Höhe GmbH (EDH). In diesem Unternehmen arbeiten die Kommune und die Thüga Energienetze GmbH zusammen. Dabei hält die Verbandsgemeinde einen Anteil von 65 Prozent, der Thüga gehören 35 Prozent. Beim Stromwerk steht im Zahlenwerk unterm Strich für 2019 ein Gewinn von rund 504.000 Euro (2018: 508.000 Euro). Davon sollen 110.000 Euro nicht ausgeschüttet werden, sondern bei der EDH verbleiben. Der Löwenanteil von fast 394.000 Euro soll hingegen an die drei Ortsgemeinden Dannstadt-Schauernheim, Hochdorf-Assenheim und Rödersheim-Gronau ausgezahlt werden. Sie sind nämlich die wirtschaftlichen Eigentümer des Verbandsgemeinde-Anteils an der EDH. Engelter zufolge sanken die Umsatzerlöse des Stromwerks um 461.000 Euro auf 4,5 Millionen Euro (2018: 4,9 Millionen Euro) – trotz der Strompreiserhöhung im Frühjahr 2019. Das habe vor allem am Abwandern einiger Großkunden gelegen, erklärte der Experte. So seien rund 4,5 Millionen Kilowattstunden weniger verkauft worden als 2018.

Der Feuerwehr fehlen Räume

Christdemokratin Kleemann merkte an, dass die Vermögens- und Finanzlage trotzdem sehr gut sei. „Allerdings ist auch künftig mit weiteren Gewinnrückgängen zu rechnen aufgrund des geänderten Abnehmerverhaltens“, sagte sie. Deshalb seien in Zusammenarbeit von Rat und Verwaltung zukunftsweisende Beschlüsse zur geänderten Fortführung des Stromwerks gefasst worden.

Daneben beschäftigte sich der Rat mit der Feuerwehr der Verbandsgemeinde. Hier bedurfte die noch aus dem Jahr 1992 stammende Einteilung in Risikoklassen einer Überarbeitung, „da sich seitdem doch vieles verändert hat und neues hinzugekommen ist“, meinte der Bürgermeister. Von den Risikoklassen hängt ab, welche Ausstattung die Feuerwehr vorhalten muss, um im Ernstfall allen absehbaren Gefahren angemessen begegnen zu können. Zudem richtet sich die Höhe der Zuschüsse zum Beispiel beim Kauf von Feuerwehrautos nach den Risikoklassen.

Zudem ermächtige das Gremium die Verwaltung, mit der Planung des Um- und Ausbaus des Feuerwehrgerätehauses in Dannstadt-Schauernheim ein Fachbüro zu beauftragen. Hier fehlen Räume für die Jugendfeuerwehr, Duschen und Umkleiden für Frauen, Schwarz-Weiß-Trennung der Einsatz- und Privatkleidung und eine Atemschutzwerkstatt.

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