Schifferstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Gewässerschutztag beim ASV: Damit der Weiher sauber bleibt

Die Mitglieder des Anglervereins müssen Arbeitsstunden leisten. Viele tun das, indem sie sich für die Umwelt einsetzen.
Die Mitglieder des Anglervereins müssen Arbeitsstunden leisten. Viele tun das, indem sie sich für die Umwelt einsetzen.

Vor 50 Jahren hat Ferdinand Sanladerer mit dem Angelsportverein Schifferstadt den Gewässerschutztag eingeführt. Der Frühjahrsputz machte Schule: In diesem Jahr sind die Schifferstadter Angler aber „freudig deprimiert.“

Am Bahnweiher, Schwanenweiher, Ranschgraben und Rehbach sowie Richtung Dudenhofen im Wald an Sandgrube und Mittellache sind die Schifferstadter Angler aktiv. Der ASV ist offiziell Gewässerpate und kümmert sich. Im Frühjahr gibt es traditionell eine Art Großputz. Da ziehen die Angler los, nehmen Müllsäcke mit und räumen Dreck weg, den rücksichtslose oder gedankenlose Leute weggeworfen haben. In der Vergangenheit kamen einige Kubikmeter Müll zusammen. „Wir haben mal einen Motorblock aus dem Wald geholt“, sagt Ferdinand Sanladerer, der Ehrenvorsitzende des ASV. Aus den Weihern haben die Angler schon Altreifen, Mopeds und jede Menge Fahrräder gezogen. Häufigster Müll seien Flaschen. Dieses Mal war die „Ausbeute“ aber erstaunlich gering.

„Wir sind freudig deprimiert“, sagt Marko Klotz, Gewässerwart des ASV. Einerseits können die Helfer nicht voller Stolz auf einen gesammelten Müllberg zeigen – andererseits sei das ein gutes Zeichen. „Offenbar gibt es ein stärkeres Umweltbewusstsein unter den Leuten und das wäre schön“, sagt der ASV-Vorsitzende Norbert Fassott. So ist es in diesem Jahr etwa ein Kubikmeter Abfall, den die Angler gesammelt haben. ASV-Mitglieder müssen Arbeitsstunden leisten, das sagt die Vereinssatzung. Viele leisten ihre Stunden durch aktiven Umweltschutz.

Nicht einmal die Ziegen mögen den Götterbaum

Dass es am Bahnweiher diesmal nicht viel Müll gibt, sei auch das Verdienst von Ehrenmitglied Peter Neumann, sagt Fassott. Neumann mache freiwillig jede Woche eine Runde um den Weiher und sammle Müll. Für dieses Engagement sei der ASV besonders dankbar. An ihrem „Hausgewässer“ schneiden die Angler auch Weiden, Schilf und Brombeerhecken zurück – nicht nur um sich schöne Angelplätze zu erhalten: „Die Äste, die ins Wasser ragen, bilden Wurzeln, und so entsteht ein Geflecht, in dem sich Blätter und Humus ansammeln. Es beginnt eine Verlandung, das Gewässer wird kleiner“, erklärt Gewässerwart Klotz. An der Sandgrube sei der Prozess sehr deutlich. Die Angler hoffen, dass mit dem Ausbau der A61 vielleicht dort wieder Sand gebaggert wird. „Das wäre sinnvoll, weil der Sand keine langen Transportwege bräuchte, was CO2 sparen würde“, sagt Klotz.

Sanladerer, vor 50 Jahren der „Erfinder“ des Gewässerschutztages, freut sich, dass sich seine Idee nicht nur gehalten hat, sondern auch Nachahmer anderswo findet. Ein Anliegen hat er noch: „Leider schütten Anlieger ihre Gartenabfälle auf unser Gelände am Bahnweiher“, sagt Sanladerer. Im Grünschnitt gebe es oft Zierpflanzen, die keine heimischen Arten seien und sich dann unkontrolliert ausbreiteten. So etwa der Götterbaum aus China, der wie Unkraut wächst. „Der treibt aus allen Pflanzenteilen. Wenn Sie ihn abschneiden, treibt er erst recht“, sagt Klotz. Und selbst die Ziegen, die Klotz hält und die fast alles fressen, mögen den Götterbaum nicht.

Norbert Fassott und Ferdinand Sanladerer mit der „Ausbeute“.
Norbert Fassott und Ferdinand Sanladerer mit der »Ausbeute«.
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