Rhein-Pfalz Kreis Fußballplatz, Neubaugebiet, Jugendarbeit

. Nicht immer einfach gestaltete sich die Zusammenarbeit im Neuhofener Gemeinderat in den vergangenen Jahren. Das habe jedoch weniger an den Fraktionen als am Bürgermeister gelegen, sind sich die Fraktionssprecher der im Rat vertretenden Parteien SPD, CDU und FDP einig. „Das hat viel Energie gekostet“, sagt Ralf Littmann (FDP). Und Andreas Seibert (SPD) legt nach: „Die Zusammenarbeit im Rat lief gut, nur an der Umsetzung durch die Verwaltungsspitze hat es gehapert. Das ist traurig.“ Oft hätten sich die Fraktionen deshalb im Vorfeld getroffen und bei der eigentlichen Sitzung dann geschlossen für oder gegen einen Antrag gestimmt. Dass sich an diesem Faktum in der kommenden Wahlperiode etwas ändern wird, daran will keiner der drei Fraktionssprecher glauben. Bürgermeister Gerhard Frey (FDP) hatte im Februar entschieden, obwohl sein Ort bald Teil der Verbandsgemeinde Waldsee wird, seinen Posten nicht aufzugeben und bis Ende Juni 2017 hauptamtlicher Bürgermeister von Neuhofen bleiben zu wollen. Trotz dieser Querelen haben sich die Fraktionen für die nächsten Jahre Großes vorgenommen. Hauptaugenmerk will die Neuhofener FDP in der kommenden Wahlperiode auf die Verlegung der Sportstätten und das daraus resultierende neue Ortsbild legen. Nachdem eine Machbarkeitsstudie ergeben habe, dass die Sache finanzierbar und Neuhofen im Umkreis die Gemeinde mit dem besten innerörtlichen Potenzial sei, will die Fraktion das schnell angehen. „Als die FDP das Thema 2009 angestoßen hat, haben wir noch viel Gegenwind bekommen“, sagt Littmann. Mittlerweile sieht der Fraktionsvorsitzende die Sache aber auf einem guten Weg. „Für Neuhofen wäre das natürlich eine große Sache“, sagt der Liberale, der sich für die Fläche im Ortskern einen Vollsortimenter, eventuell mit Café, eine Apotheke und eine Bank wünscht. Daneben will sich die FDP um die Ansiedelung weiterer Einzelhändler kümmern, die Erweiterung des Neubaugebiets Birkenhorst-Kupfernagel vorantreiben, die Schulsanierung weiter begleiten und das Vereinsleben unterstützen. Ein weiteres Anliegen der Liberalen sei zudem eine Unterführung für Radfahrer am westlichen Ortseingang. Dort soll nach Littmanns Angaben ein Verkehrskreisel entstehen. „Wichtig ist dann aber, dass Radfahrer, vor allem die Schüler der benachbarten Realschule, nicht mehr die Straße queren müssen“, sagt der FDP-Fraktionsvorsitzende. Vor allem für Kinder und junge Familien will sich die Neuhofener CDU einsetzen. Nach dem Umbau der protestantischen „Schatzkiste“ soll nun auch die Kindertagesstätte „Im Pavillon“ erweitert werden. „Der Zuspruch in unserem Neubaugebiet lag sogar über den Erwartungen“, begründet Rainer Delventhal die Notwendigkeit hierfür. Daneben wollen die Neuhofener Christdemokraten die weitere Besiedelung des Gewerbegebiets Im Horst vorantreiben. „Das ist besonders wichtig für die Steuereinnahmen der Gemeinde, nachdem uns durch den Wegzug der Bäckerei Görtz künftig ja einiges verloren geht“, sagt Delventhal. Sollte die Finanzierung möglich sein, will sich auch die CDU für eine Verlegung der Sportplätze und einer damit verbundenen Aufwertung des Ortsbildes einsetzen. „Hier müsste man auch schauen, ob das Rathaus mit in die Vermarktung einbezogen werden könnte“, sagt der Fraktionsvorsitzende. Die Neuhofener SPD ist sich laut Fraktionssprecher Andreas Seibert, der auch für das Amt des Bürgermeisters der neuen Verbandsgemeinde kandidiert, hingegen überhaupt nicht sicher, ob eine Verlegung der Sportstätten möglich ist. „Wenn es finanzierbar ist, sind wir die letzten, die sagen, dass wir das nicht wollen“, sagt der SPD-Sprecher. Doch bisher gebe es noch keine konkreten Zahlen. Daran ändere auch die von Architekten und Städteplanern erstellte Machbarkeitsstudie nichts. „Es dürfen am Ende nicht die Kosten an der Gemeinde hängen bleiben“, meint Seibert und plädiert deshalb für den Ausbau des Fußballplatzes zu einem Kunstrasenplatz. Daneben will sich die SPD für den Umbau des Alten Rathauses zu einem Mehrgenerationenhaus einsetzen. Dazu müsste jedoch zunächst einmal geklärt werden, wo das Bürgerbüro nach dem Beitritt zur neuen Verbandsgemeinde zukünftig untergebracht werden soll. Seibert tendiert dazu, es einfach im derzeitigen Rathaus zu belassen. „Dort haben wir schon alles, es ist barrierefrei und es müsste nichts mehr umgebaut werden“, sagt er. Ein Umbau des Alten Rathauses sei hingegen teuer. Eine Herzensangelegenheit ist dem SPD-Fraktionssprecher die Jugendarbeit. „Hier muss in der neuen Verbandsgemeinde eine Planstelle für Jugendsozialarbeit geschaffen werden“, sagt der Sozialdemokrat. Momentan laufen die Jugendpflege und das Ferienprogramm gut an. „Das muss aber auch weiterbegleitet werden“, betont Seibert. Daneben will sich die SPD für ein Bürgerenergiekonzept einsetzen. „Das ist ein zukunftsorientiertes Thema, hier gibt es noch viel Potenzial“, sagt er. Die Gemeinde oder die neue Verbandsgemeinde könnten sich seiner Meinung nach in diesem Sektor autark machen. Auch der neuen Verbandsgemeinde sehen die Fraktionen positiv entgegen. „Hauptsache ist zunächst, dass die Neuhofener Verwaltung gut integriert wird“, meint Littmann, der in dem neuen Gebilde aber auch eine Chance für eine bessere Führung sieht. Rainer Delventhal verweist auf die unterschiedlichen Wasser- und Abwassergebühren der vier Ortsgemeinden. „Da wird es noch Reibungspunkte geben, aber es sind alle guten Willens, und wir sind auf einem guten Weg“, sagt er.