Lambsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Freizeittipp: Die Tour de Lambsheim mit dem Rad

Die idyllische alte Allee in Richtung Lambsheimer Weiher zweigt von der Marktstraße ab. Sie wird seit 2013 von der Umgehungsstra
Die idyllische alte Allee in Richtung Lambsheimer Weiher zweigt von der Marktstraße ab. Sie wird seit 2013 von der Umgehungsstraße durchschnitten.

Die Reifen sind aufgepumpt, die Kette geschmiert – immer mehr Radfahrer zieht das schöne Wetter nach draußen. So auch Jochen Glatt, der gemeinsam mit seinem Sohn radelnd durchs Frankenthaler Umland streift. Der Vorsitzende der Heimatfreunde hat für die RHEINPFALZ eine Tour de Lambsheim zusammengestellt, die sogar den Blick auf eine Skyline zu bieten hat.

Die Tour beginnt am Lambsheimer Friedhof, indem wir links in die Straße Auf der Brache einbiegen. Vorbei an Höfen und einer Gärtnerei folgen wir der geteerten Straße scharf nach links in den Karlbacher Weg, der früher nach Großkarlbach führte, dessen weiterer Verlauf aber in den 1960er-Jahren einer Flurbereinigung zum Opfer fiel. In diesem Bereich findet man zwei sogenannte Flakhäuser, die man am Sandsteinsockel erkennt.

Blick auf die Lambsheimer „Skyline“

Nach Überquerung der L 522 geht es erst rechts, dann wieder links auf den Radweg entlang der Westrandstraße. Von hier blickt man auf die Lambsheimer „Skyline“ mit dem Dachreiter des Schlosses, dem Kirchturm, der ehemaligen Kofferfabrik und dem Turm der Malzfabrik. Davor säumen Wiesen, Pferdekoppeln und blühende Bäume den Weg. An dessen Ende nehmen wir den Bahnübergang und folgen der Straße durch den Kappenacker.

Der Name dieser Gemarkung geht laut dem Heimatforscher Kurt Kinkel darauf zurück, dass die Pacht an die Grundherren hier einst mit Kapaunen, also kastrierten Hähnen, abgegolten wurde. Linkerhand kommt die Karl-Wendel-Schule ins Blickfeld, davor fallen Folienhallen auf, in denen Spargel gedeiht. Der asphaltierte Wirtschaftsweg ab der Kreuzung wurde erst im vorletzten Jahr angelegt, um die Neustadter Straße und den Zugang zu Schule und Kindergarten zu entlasten. An dessen Ende biegen wir links ab, von wo sich durch die Baumreihe hindurch wieder reizvolle Blicke auf den Ort ergeben.

Idyllisch ist es an der Isenachbrücke

Oben am Heereweg ist immer viel los, deswegen fahren wir schnell in Richtung Heidewald. Wir grüßen die Vorüberziehenden, doch einige blicken uns eher argwöhnisch an. Hoffentlich geht die Freundlichkeit nicht durch die Corona-Krise verloren. Unterwegs schauen wir kurz nach links zu den aus den 1950er-Jahren stammenden Häusern der Fußgönheimer Straße und dem Baugebiet an der Mühle hinüber. Rechts geht der Blick über folienbedeckte Felder auf die Unterhaardt, wo die Sonne bald untergehen wird.

Idyllisch sieht es an der Isenachbrücke und den sich anschließenden Bauernwiesen aus. Zur Linken wurde ein Polder zu Hochwasserregulierung angelegt. Dort tummeln sich für unser Gefühl zu viele Leute, also biegen wir am Waldrand links ab und lassen das steinerne Kreuz, das an einen 1795 gefallenen Offizier erinnert, außer Acht. Auf der Straße Vor dem Pfingstberg geht es am Wertstoffhof Maxdorf und am Kreisbad vorbei. Wir fragen uns, wo hier ein Berg sein soll, biegen beim Wasserwerk links ab und gleich nach der Brücke über den Ochsengraben nach rechts in die Waldstraße.

Vorbei an Pumphaus und Floßbach

Weiter geht es über die Maxdorfer Straße und auf dem Radweg über die Umgehungsstraße. Jetzt, da wir nach Süden rollen, sind wir endgültig auf Maxdorfer Gebiet, doch das ist wegen dessen früherer Zugehörigkeit zu Lambsheim sicher vertretbar. Links weist uns eine Baumreihe den Weg in Richtung Osten. Wir überqueren den Floßbach und passieren ein Pumphaus, das einem früheren Maxdorfer Politiker gewidmet ist und der Bewässerung der umliegenden Felder dient.

Die hiesige Gemarkung heißt Altneuland, seit man an anderer Stelle ein noch neueres Stück Ackerland urbar machte, das Neuland eben. Hier bläst uns eine steife Brise entgegen. Zu unserer Rechten folgen wir in einiger Entfernung der Autobahn 61. Nach einem knappen Kilometer schlängelt sich links der hier renaturierte Floßbach, bevor er in die Isenach mündet. Dort geht es links ab, über die Umgehungsstraße und entlang des Eppsteiner Wegs zum Brandweg.

Lauchzwiebeln und Spinat gedeihen

Der Name hängt mit der Brandrodung zusammen, mit der unsere Vorfahren die sumpfigen Auwälder für die Landwirtschaft nutzbar machten. Der Boden ist fruchtbar, hier gedeihen gerade Lauchzwiebeln und Spinat. Noch vor dem Bahnübergang ist erneut die Lambsheimer Silhouette zu bewundern, nun von der anderen Seite. Im Abendlicht wirkt das Gerüst des 69 Meter hohen Kirchturms wie von einem filigranen Geflecht umgeben.

Am Umspannwerk ist das Ziel bald erreicht

Jenseits der Landstraße durchfahren wir die Allee, die vor dem Bau der Umgehungsstraße direkt zur Nachtweide und dem Lambsheimer Weiher führte. Dieser ist zurzeit gesperrt. Wir überqueren die Straße und folgen dem Schotterweg zu ihrer Rechten. Das Gelände lässt erahnen, warum Lambsheim einmal den Beinamen „am Sumpf“ hatte. Ein Graureiher fliegt über uns weg.

Am Ende des mit feinem Schotter befestigten Wegs fahren wir ein Stück in Richtung Frankenthal, überqueren die Straße und kurven nördlich um das große Umspannwerk der Firma Amprion herum. Von rechts kommt der Wirtschaftsweg von Hessheim, den wir bis zum Friedhof und seiner barocken Kapelle benutzen.

Nur vier Meter Höhenunterschied

Nun haben wir die Tour de Lambsheim geschafft, je nach Geschwindigkeit braucht man zwischen 30 und 60 Minuten dafür. Unsere App sagt uns, dass wir genau 11,4 Kilometer zurückgelegt und einen Höhenunterschied von sagenhaften vier Metern bewältigt haben. Der höchste Punkt mit 104 Metern liegt am Umspannwerk. Bis auf den erwähnten Schotterweg sind alle Abschnitte asphaltiert und gut zu befahren.

Noch Fragen?

Jochen Glatt hat den Tourverlauf plus Karte in den Wanderroutenplaner Komoot.de eingepflegt – zu finden unter www.komoot.de/tour/168081095.

Beim Eppsteiner Weg mündet der Floßbach in die Isenach. Das Wasser des Floßbachs kommt vom Neustadter Tal her, das der Isenach a
Beim Eppsteiner Weg mündet der Floßbach in die Isenach. Das Wasser des Floßbachs kommt vom Neustadter Tal her, das der Isenach aus dem Jägerthal bei Bad Dürkheim.
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