Dannstadt-Schauernheim / Neuhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Festnetz von Vodafone-Kunden teilweise gestört

Seit einem halben Jahr ist das Festnetztelefon von Mathilde Strobel mehrmals in der Woche für ein paar Stunden gestört. Problema
Seit einem halben Jahr ist das Festnetztelefon von Mathilde Strobel mehrmals in der Woche für ein paar Stunden gestört. Problematisch ist, dass auch der Notknopf der Seniorin dann nicht funktioniert.

Mal geht es, mal geht es nicht: Kunden des Telekommunikationsanbieters Vodafone in Dannstadt-Schauernheim und Neuhofen haben seit Monaten mit Störungen ihrer Festnetzanschlüsse zu kämpfen. Der Konzern nennt ein Software-Problem als Ursache, eine Lösung sei in Arbeit.

Zu den Betroffenen gehört Mathilde Strobel aus Dannstadt-Schauernheim. Die 85-Jährige hat einen Telefon- und Kabelfernsehanschluss bei Vodafone. Bis vor etwa einem halben Jahr habe der auch einwandfrei funktioniert, berichtet ihr Sohn Edmund. Doch seitdem komme es mehrmals in der Woche zu einer zwei- bis dreistündigen Störung. „Ruft jemand in dieser Zeit an, hört sie das Telefon zwar klingeln, kann den Anruf aber nicht annehmen. Selbst jemand anrufen, kann sie dann auch nicht“, beschreibt er das Problem.

Verschärft wird die Situation der Dannstadt-Schauernheimerin durch den Umstand, dass sie ihr Festnetztelefon für den Hausnotruf des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) nutzt. Bei diesem Service bekommt der oder die Betreffende einen Funksender und kann mit einem einzigen Knopfdruck Hilfe anfordern. Zum Beispiel im Falle eines Sturzes, nachdem er oder sie sich nicht mehr von der Stelle bewegen kann. Der Funksender stellt die Verbindung zur Hausnotrufzentrale aber über den Festnetzanschluss her. „Sollte meiner Mutter also während einer dieser Störungen etwas passieren, könnte sie das System nicht nutzen“, erläutert Edmund Strobel seine Sorge.

Über die vielen und immer wieder auftretenden Ausfälle habe er die Störungsstelle von Vodafone schon zigmal informiert. „Die kann aber die Meldung aber nur aufnehmen und einen Fall eröffnen. Der wird dann aber wieder geschlossen mit der Aussage, es liege kein Fehler vor. Allein seit Dezember habe ich fünf Seiten mit Fallmeldungen und SMS auf mein Handy bekommen, da ich mich für meine Mutter um die Sache kümmere“, erzählt Edmund Strobel. Auch ein Vodafone-Techniker habe bei einer Untersuchung vor Ort keine Störung feststellen können, da der Anschluss zu diesem Zeitpunkt gerade mal wieder funktionierte. Ein von ihm selbst beauftragter Techniker habe ebenfalls nichts gefunden. Dennoch folgte weiter Störung auf Störung. „Ich habe auch schon die Telefone ausgetauscht, um sie als mögliche Störquelle auszuschließen“, berichtet er von zusätzlichen eigenen Lösungsversuchen.

Vor einigen Wochen habe ihm schließlich ein Vodafone-Mitarbeiter mitgeteilt, der Konzern habe ein grundlegendes Software-Problem an einem zentralen Server. Das Unternehmen habe seiner Mutter wegen der Probleme vor Kurzem auch die Telefongebühren für Februar erlassen. „Doch das ändert ja nichts daran, dass sie den DRK-Notruf während der Störungen nicht nutzen kann“, sagt Edmund Strobel.

Neue Software getestet

Auf RHEINPFALZ-Nachfrage bestätigt Vodafone-Sprecher Volker Petendorf die Schwierigkeiten. Nach seinen Angaben hat der Konzern im November 2020 den Kabelstrang, über den Mathilde Strobel und die anderen Betroffenen versorgt werden, auf eine neue moderne Technologie umgestellt. Mit dieser könne Vodafone den Breitband-Kunden künftig deutlich schneller mehr Kapazität im Glasfasernetz bereitstellen und so potenziellen Engpässen rechtzeitig vorbeugen. „Das ist wichtig und sinnvoll, da der Internetverkehr und die Datennutzung immer weiter steigen“, erklärt er.

Doch einzelne Kunden wie Mathilde Strobel hätten nach dieser Umstellung Qualitätsprobleme bei der Nutzung des Festnetztelefons gemeldet. „So können Telefonate grundsätzlich zwar geführt werden – eingehende wie ausgehende Telefongespräche –, aber einzelne Telefongespräche an einzelnen Kabelanschlüssen brechen vorzeitig ab. Auch ist die Sprachqualität der Telefonate nicht immer im grünen Bereich“, beschreibt Petendorf den Sachverhalt aus Vodafone-Sicht. Die konzerneigenen Technik-Spezialisten hätten daraufhin intensiv nach möglichen Störquellen im Kabelnetz gesucht und inzwischen als Ursache ein Software-Problem ausgemacht.

Die Lösung sei bereits in Arbeit: „Wir gehen davon aus, dass diese vorübergehenden Qualitätseinschränkungen an einzelnen Kabelanschlüssen im Bereich Dannstadt-Schauernheim und Neuhofen mit dem nächsten Software-Rollout behoben werden. Die neue Software wird gerade getestet. Sie soll nach erfolgreichem Testabschluss im Laufe des Monats März zum Einsatz kommen“, erklärt er. Dann werde auch Mathilde Strobels Festnetztelefon wieder in gewohnter Qualität funktionieren. Vodafone bitte die betroffenen Kunden daher noch um etwas Geduld und um Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten.

Anderes Gerät für Notruf

Wenn das Festnetz über einen längeren Zeitraum wiederholt gestört ist, können sich Hausnotruf-Kunden an das Deutsche Rote Kreuz wenden. Laut Matthias Riedel, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Rhein-Pfalz, gibt es auch Notrufgeräte, die sich mit dem Mobilfunknetz verbinden und über dieses den Notruf absetzen können. Welche Alternative sich anbietet, hänge vom Einzelfall ab. „Wenn die Leute ein Gerät von uns haben, sollen sie sich in solchen Fällen wie dem von Familie Strobel einfach bei uns melden. Wir kommen dann mit einem unserer Techniker vor Ort und versuchen, eine fachgerechte Lösung zu finden“, erklärt er und ergänzt: „Unsere Techniker haben mir mitgeteilt, dass wir immer eine Möglichkeit finden. Es sei denn, es gibt am Einsatzort des Geräts keinen Strom. Dann würde es tatsächlich schwierig.“ Von der RHEINPFALZ auf das Problem von Mathilde Strobel aufmerksam gemacht, kündigt Riedel an, sich direkt bei der Familie zu melden und mit ihr nach einer vorübergehenden oder dauerhaften Alternative zu suchen. Denn es sei für die Kunden und deren Angehörige wichtig, dass auf den Notruf rund um die Uhr Verlass ist.

Kontakt

DRK-Kreisverband Rhein-Pfalz, Telefon 06234/2200.

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