Maxdorf RHEINPFALZ Plus Artikel Fasnachtsumzug: Narren wollen durch Maxdorf ziehen

2023 soll es wieder ein buntes Treiben in den Straßen von Maxdorf geben.
2023 soll es wieder ein buntes Treiben in den Straßen von Maxdorf geben.

De Zoch kütt – zumindest in Maxdorf. Dort wird es im Februar aller Voraussicht nach einen Fasnachtsumzug geben. Damit das möglich ist, haben die Kraniche Birkenheide und die Maxdorfer Floßbachschwalben die Rolle des Veranstalters abgegeben.

Die Erleichterung ist Simone Acker anzuhören. Und auch Freude schwingt mit, als die Vorsitzende der Kraniche Birkenheide erzählt, dass es im kommenden Jahr wieder einen gemeinsamen Fasnachtsumzug mit den Maxdorfer Floßbachschwalben geben wird. Dass der Zug am 18. Februar wieder rollt, war nicht sicher.

Hintergrund, warum sich viele Vereine gerade als Veranstalter zurückziehen, ist laut Simone Acker die Neuformulierung des Paragrafen 26 des Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes (POG), der die Gefahrenvorsorge und Gefahrenabwehr bei öffentlichen Veranstaltungen unter freiem Himmel regelt. Acker hat Erfahrung auf dem Gebiet – sie arbeitet bei der Verwaltung der Verbandsgemeinde Freinsheim und beschäftigt sich dort mit der Organisation von Veranstaltungen.

Wie den Umzug retten?

Die Veranstaltungen seien nun in drei Kategorien aufgeteilt: solche mit bis zu 5000 Zuschauern, solche zwischen 5000 und 15.000 Zuschauern und welche ab 15.000 Zuschauern. Bei den ersten beiden Kategorien müsse der Antrag mindestens drei Monate vorher bei der Verbandsgemeinde zur Genehmigung vorliegen, bei der letzten geht es mindestens sechs Monate vorab zur Kreisverwaltung. „Es geht darum, welche Auflagen gemacht werden, wo Gefahren sind und wie man sie unterbindet, oder auch was im Fall eines Terrorangriffs passiert“, erläutert Acker den Inhalt. Jetzt ist ein terroristischer Angriff in Maxdorf eher unwahrscheinlich, allerdings geht die Verschärfung gerade auf solche Vorkommnisse wie zum Beispiel den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016 zurück.

Klar, die Sicherheit der Besucher und Teilnehmer gehe vor, sagt Simone Acker. Aber als privater Veranstalter wolle man auch nicht mit einem Bein im Gefängnis stehen. „Wir haben uns dann zusammengesetzt und darüber nachgedacht, wie wir die Veranstaltung doch noch retten können“, sagt Acker. Aus dem Gedanken, dass es ja nicht nur eine Veranstaltung für die Vereine, sondern auch für die Bürger in der Verbandsgemeinde sei, sei dann die Idee geboren worden, die Veranstalterrolle abzutreten.

„Wir haben das Gespräch mit Orts- und Verbandsgemeinde gesucht“, erläutert Acker. Die erste Runde habe noch zu keinem Ergebnis geführt, aber schließlich, und da sei sie auch sehr dankbar, habe sich die Ortsgemeinde mit Bürgermeister Werner Baumann (CDU) an der Spitze bereiterklärt, die Rolle des Veranstalters zu übernehmen. Der Ortschef vergleicht den Umzug mit dem Kerweumzug, bei dem ja auch die Gemeinde die Veranstalterrolle innehabe. „Wir haben eine Gefährdungsbeurteilung vorgenommen und sind zu dem Schluss gekommen, dass es kein Problem sein sollte“, sagt Baumann im RHEINPFALZ-Gespräch.

Der Hauptknackpunkt sind die Besucher. In den vergangenen Jahren waren laut Acker immer zwischen 8000 und 10.000 Narren beim Fasnachtsumzug. Da die Veranstaltung 2023 schon ein Alleinstellungsmerkmal in der Region hat, haben die Fasnachter mit 20 Prozent mehr kalkuliert. „Wenn wir hätten befürchten müssen, dass 20.000 oder 30.000 Leute kommen, hätten wir es nicht gemacht“, betont Baumann. Er lobt die beiden Vereine als „sehr aktiv“. Sie haben die Vorarbeit geleistet.“ Baumann hofft, dass Maxdorf in die Rolle des Vorreiters schlüpft: „Ich hoffe, dass wenn unser Umzug problemlos durchgeht, in anderen Gemeinden in der Kampagne 23/24 nachgezogen wird.“

Etwa 60 Gruppen

Sowohl Acker als auch der Bürgermeister gehen nicht davon aus, dass die Narren aus Mannheim, Ludwigshafen und anderen Gemeinden, wo kein Umzug stattfindet, in Scharen nach Maxdorf strömen. Dort wird der närrische Lindwurm seine Bahnen ziehen, nachdem er 2020 bei der bislang letzten Auflage vor Corona durch Birkenheide gezogen war. Was auch passt, denn im kommenden Jahr feiern die Flossbachschwalben ihr 50-jähriges Bestehen.

Simone Acker, nach eigenen Angaben seit elf Jahren im Vorstand der Kraniche und seit 33 Jahren engagierte Fasnachterin, kann zurzeit noch nicht viele Details zur Veranstaltung nennen. Aber: „Der Zug wird die gleiche Strecke nehmen wie der Kerweumzug“, sagt sie. Bislang seien es immer etwa 60 Gruppen und Wagen gewesen, die am Fasnachtsumzug der beiden Vereine teilgenommen hätten. Mit einer ähnlichen Größenordnung rechnet die Vorsitzende der Kraniche auch im Februar. „Weit drüber hinaus können wir ohnehin nicht gehen“, sagt Acker. Irgendwann müsse man eine Grenze ziehen. „Und am Ende gibt es am Bahnhof, wo sich der Zug auch auflöst, eine Straßenfasnacht, wo man bis 18.11 Uhr das Fest ausklingen lassen kann.“

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