Dannstadt-Schauernheim
Fahrradhalle an Schule: Ein Stück mehr bleibt stehen
Die Kita Sonnenschein ist im Erd- und im ersten Obergeschoss des früheren Hauptschulgebäudes der Kurpfalzschule untergebracht sowie in Gruppenräumen, die eigens über dem Toilettentrakt angebaut wurden. Ihr Außengelände ist in Relation zu der Anzahl der betreuten Kinder klein. Deswegen dürfen sie momentan den ehemaligen Lehrerparkplatz nördlich der einstigen Fahrradhalle als zusätzliches Spielgelände nutzen.
Das wird künftig aber nicht mehr möglich sein, da dieses Areal für den geplanten Neubau einer dreigruppigen Kita benötigt wird. Um diesen Wegfall zu kompensieren, soll ein Teil der Fahrradhalle verschwinden, damit hier eine grüne Freifläche für die Kita-Kinder entstehen kann. Den Rest der früheren Fahrradhalle kann die Kita weiter als überdachtes Außengelände nutzen beziehungsweise der Bauhof als Lager.
Als Architekt Michael Klee im Februar im Bauausschuss die Kosten für den Teilabriss auf mehr als 100.000 Euro schätzte, waren die Politiker parteiübergreifend schockiert. Sie wollten sich das Ganze noch mal vor Ort anschauen und baten darum, eventuelle Einsparmöglichkeiten zu prüfen. Pandemiebedingt lud Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU) am 11. Mai nur die drei Ortsbeigeordneten sowie die Fraktionsvorsitzenden von CDU, FDP, Grünen und SPD zu dem Vor-Ort-Termin ein. Dabei wurde vorgeschlagen, ein Stück mehr von der Fahrradhalle stehen zu lassen. Dieser überdachte Teil des Außengeländes könne als Schutz vor Regen und Sonne dienen, sagte Winkelmann. „Oder um dort Tischtennisplatten oder andere Sport- und Spielgeräte aufzustellen“, ergänzte Uwe Schölles (SPD). Könnten nicht vielleicht noch mehr von der Fahrradhalle erhalten bleiben als Schattenspender? Das wollte Beate Berg (CDU) wissen. „Das wird nicht gewünscht“, antwortete die Ortschefin.
Almut Schaab-Hehn (Grüne) warb dafür, der Expertise des Kita-Personals zu folgen. Schatten könnten später auch die Bäume spenden, die dort gepflanzt werden sollen. „Es geht darum, möglichst viel Fläche zu entsiegeln“, sagte sie. Ralf Klein (Grüne) forderte, den genauen Umfang des Abrisses mit der Kita-Leitung abzustimmen, damit er deren Wünschen entspreche.
Frithjof Burdan (SPD) hakte wegen der Einsparmöglichkeiten nach. „Die 100.000 Euro waren eine erste Schätzung. Die tatsächlichen Kosten stehen erst nach der Ausschreibung fest“, erklärte Klee. Marc Hauck (FDP) fand den Teilabriss schade, da die Halle in einem guten Zustand sei. Zudem kritisierte er erneut die Kosten.
Am Ende beschloss der Rat, die Halle auf einer Länge von 41 Metern abzureißen, 110.000 Euro im Etat für 2022 bereitzustellen und Klee mit dem Vorhaben zu betrauen.