Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Für energiesparende Sanierungen winken Fördergelder

Aus der Luft: die Ortsgemeinde Dudenhofen.
Aus der Luft: die Ortsgemeinde Dudenhofen.

Das Quartierskonzept für den alten Ortskern von Dudenhofen ist bereits beschlossen. Nun nickte der Ortsgemeinderat dieses noch einmal ab, um laut Beigeordnetem Reinhard Burck (Grüne) eventuell Fördergelder abrufen zu können.

Über zehn Jahre bezuschusst der Bund energiesparende Maßnahmen der Kommunen oder ihrer Bürger bis 100.000 Euro per anno mit maximal 70 Prozent. In der von mehr Zuhörern als gewöhnlich besuchten Ratssitzung am Donnerstag waren Inhalt und Absicht der Entscheidung kein Thema. Anne Kuschnik, Mitarbeiterin der Verwaltungsabteilung Lebensgrundlagen und Bauen, hatte die Fraktionen zuvor in einer Ausschusssitzung informiert.

Ein Rückblick: 2016 schloss sich die Gemeinde der Initiative „Energetische Ortssanierung“ an. Der damalige Ortsbürgermeister Peter Eberhard (CDU) sagte zu den Gründen der Teilnahme: „Das Thema Energie, die Reduzierung von Kohlenstoffdioxid, ist allgemein auf der Agenda. Erwärmung und Klimawandel betreffen auch Dudenhofen.“ Mit einer entsprechenden Sanierung und Umrüstung der Häuser könne auch der Einzelne einen kleinen Beitrag zum Energiesparen leisten.

Geringes Interesse am Workshop

Die Ortsgemeinde beauftragte die Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) mit der Konzeptentwicklung und verhandelte 2017 das 150 Seiten starke Exposé der DSK in einer Auftaktveranstaltung im Januar 2018 mit Bürgern. DSK-Büroleiterin Karin Weber beschrieb damals das Ziel, „in der Zusammenarbeit von Bürgern, Verwaltung, Lenkungsgruppe, Politik und Gremien die ideale Mischung aus städtebaulichem und energetischem Leitbild zu generieren.“ Mit der Ausweisung als Sanierungsgebiet könnten Fördermittel und steuerliche Abschreibungen beantragt werden.

Die Resonanz auf den Workshop war mit zwölf Teilnehmern, acht von ihnen mit Rats- oder Ausschussmandat, gering. Das Ergebnis: Sie wünschten sich sichere Schulwege, innerörtlich weniger Lkw-Verkehr, allgemein eine Verkehrsberuhigung, stärkere Kontrolle des ruhenden Verkehrs, bessere ÖPNV-Anbindung, einen Bürgerpark mit gemütlichem Café, mehr verdichtetes Bauen, Radwege, Parkplätze und Grünflächen.

990 Euro pro Jahr sparen

560 Anwohner des alten Ortskerns um das Rathaus erhielten Fragebögen. 48 Prozent der 66 Bürger, die laut Weber geantwortet hatten, gaben an, ihr Haus in den vergangenen fünf Jahren teilsaniert zu haben. Gemeint war meist ein neuer Fassadenanstrich. 24 Prozent der Hausbesitzer planten energiesparende Maßnahmen, wie eine Fotovoltaikanlage, die Erneuerung der Fenster, den Einbau einer Wärmepumpe, die Dämmung der Fassade, des Dachs oder der Kellerdecke. 29 Prozent hatten dies nicht vor, der Rest würde sanieren, falls es sich für sie finanziell lohnt. 30 Prozent der erfassten Häuser wurden vor 1918 und ebenso viele zwischen 1919 und 1968 gebaut, 34 Prozent später, du neuste 1983.

Webers Modellrechnung von 2018 für ein zwischen 1919 und 1968 errichtetes Einfamilienhaus ergibt: 54 Prozent Einsparpotenzial oder 16.200 Kilowatt, das entspricht etwa 990 Euro jährliche Einsparung bei den Heizkosten. Außendämmung und Fenstererneuerung seien besonders effizient. Für die Isolierung von Dach und Keller berechnete sie 83.500 Euro. Dieser Betrag werde mit 7900 Euro gefördert. Den Sanierungsbedarf in den Straßen um das Rathaus stufte die DSK-Büroleiterin zu 18 Prozent als hoch und zu 27 Prozent im mittleren Bereich ein. Chancen sah sie in der demografischen Ortsentwicklung und der Aktivierung von Nachbarschaften, Risiken in der geringen Neigung statt des eigenen Autos das Angebot des ÖPNV zu nutzen sowie in der Sozialstruktur. Die Gruppe der über 65-Jährigen wachse und damit verbunden nehme die Investitionsbereitschaft ab.

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