Dannstadt-Schauernheim
Experten einsetzen zum Schutz gegen Hacker
Feindliche Geheimdienste, Cyber-Kriminelle und -aktivisten, gelangweilte hoch intelligente Jugendliche: Hinter Angriffen auf die IT-Infrastruktur können unterschiedliche Gruppierungen stecken, die ihre jeweils eigenen Ziele verfolgen. Die wiederum können über das Ausspähen vertraulicher Daten bis zur Sabotage reichen. Solche Attacken sind kein theoretisches Szenario, sondern passieren ständig.
Zum Schutz ihrer IT setzen Behörden und Unternehmen unter anderem auf Firewalls – hard- und/oder software-basierte „Brandschutzmauern“ –, Virenscanner und Anwendungen, die dafür entwickelt wurden, andere Arten potenziell schädlicher Software zu erkennen und abzuwehren. Trotzdem gelingt es Hackern immer wieder mal, all die Sicherheitsvorkehrungen zu überwinden. Der Schaden, den sie dann anrichten können, ist immens. Eine Möglichkeit wäre, eine Verwaltung komplett lahmzulegen und ein Lösegeld für die Herausgabe gestohlener Daten zu fordern.
Suche nach Lücken
Natürlich hat auch die Verbandsgemeinde Vorkehrungen getroffen, um so etwas zu verhindern. Doch genügen die? Gibt es Lücken, die Kriminelle ausnutzen könnten? Oder muss hier einfach aufgrund neuer gesetzlicher Anforderungen etwas angepasst werden? Um diese Fragen – und viele mehr – rund um die Sicherheit ihrer Informationstechnik zu klären und diese regelmäßig überprüfen zu lassen, nimmt die Kommune jetzt die Hilfe eines externen Informationssicherheitsbeauftragten in Anspruch. „Das empfiehlt auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik“, erklärt Büroleiter Markus Lehmann.
Zu den Aufgaben des Experten wird es ihm zufolge unter anderem gehören, beim Einführen neuer Online-Dienstleistungen für die Bürger dafür zu sorgen, dass die zugrundeliegende IT sicher ist. „Wir wollen zum Beispiel E-Payment anbieten, es den Leuten also ermöglichen, online etwa für ein amtliches Führungszeugnis zu bezahlen“, sagt Lehmann. Solche Angebote könnten aber auch immer ein Einfallstor für Kriminelle darstellen. Daneben soll der IT-Sicherheitsbeauftragte die Rathaus-Mitarbeiter schulen und für das Thema sensibilisieren sowie ein Handbuch erstellen, was zu tun ist, falls trotz aller Vorkehrungen doch einmal der Notfall eintritt.
Mit dieser verantwortungsvollen Aufgabe hat der Verbandsgemeinderat die Securion Rheinland-Pfalz GmbH betraut. Diese Firma ist nach Lehmanns Angaben ein Tochterunternehmen des Gemeinde- und Städtebundes, mit dem die Kommune auch schon in Sachen Datenschutz zusammenarbeitet.
Erinnerung an TWL-Hackerangriff
„IT-Sicherheit ist nicht hoch genug zu bewerten“, sagte Christoph Saliba (CDU), ehe der Rat über den Vorschlag der Verwaltung abstimmte. Denn an der IT hänge wirklich alles dran. Der Stundensatz von knapp 143 Euro für den Experten sei absolut vertretbar, kommentierte er das Angebot der Firma. „Wir fahren hier gut.“ Das sahen auch seine CDU-Ratskollegen sowie die Vertreter von FDP, Grünen und SPD so: Der Beschluss fiel einstimmig.
Dass es sich hier nicht um übertriebene Panikmache vor einem rein theoretischen Szenario handelt, verdeutlicht Lehmann mit einer Erinnerung: „Erst kürzlich wurden die Technischen Werke Ludwigshafen gehackt.“