Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Erste Chorprobe der Liedertafel: Endlich wieder singen

Ungewohntes Bild nach monatelangem Singen zu Hause: Chorleiter Rainer Diehl mit den Sängerinnen und Sängern der Liedertafel im D
Ungewohntes Bild nach monatelangem Singen zu Hause: Chorleiter Rainer Diehl mit den Sängerinnen und Sängern der Liedertafel im Dudenhofener Sängerheim.

Nach acht Monaten Zwangspause haben sich die Aktiven der Dudenhofener Liedertafel im Sängerheim zu den ersten Singstunden wiedergetroffen. Chorleiter Rainer Diehl zeigte sich beeindruckt.

Zur Wiederaufnahme der Chorproben erfüllt Herbert Grönemeyers Kulthit „Mambo“ die Räume im Sängerheim. „Endlich wieder Leben im Haus“: Stellvertretender Vereinsvorsitzender Gerhard Kegler bringt es auf den Punkt. Mit großem Hallo begrüßen sich die Aktiven im Gastraum, erzählen von zu Hause, von Auswirkungen der Corona-Krise, von viel Einsamkeit und der Vorfreude auf die schmerzlich vermissten Singstunden. Chorleiter Rainer Diehl habe Kontakt zu den Aktiven gehalten und ihnen digitale Hausaufgaben aufgegeben, betont Kegler. „Aber dasselbe wie die Treffen im Sängerheim ist es nicht.“ „Wir sind trotz allem gut über die Runden gekommen“, sagt Klaus Klein, kommissarischer Vorstand. Knapp 400 Mitglieder seien dem Verein auch in der Krise treu geblieben.

Bald ist der Gastraum gut besetzt. Im ersten Obergeschoss stimmt der Deutsch-Rock-Chor Westernhagens „Lass uns leben“ an. „Er singt jeweils eine halbe Stunde in zwei Gruppen“, erklärt Diehl das Verfahren unter Berücksichtigung der aktuell geltenden Corona-Regeln. Der Frauenchor hat bereits am Montag zum ersten Mal geprobt. Deshalb sind die Männer an diesem Donnerstag nach den zwei Chorgruppen und entsprechender Lüftungszeit dran. Manche summen sich beim Kaltgetränk durch die Notenblätter in ihren Chormappen. „Die Stimmbänder müssen gut geölt sein“, meint ein Sänger und lacht.

Gemeinschaft hat gefehlt

Daniela Jösel hat die Feuerprobe bereits bestanden. „Ich hatte Angst, dass meine Stimme eingerostet ist“, sagt sie nach der ersten halben Stunde Chorprobe seit November. „Die Gemeinschaft hat am meisten gefehlt“, betont sie und spricht allen aus den Herzen. „Mit den Dudenhofern komme ich gut zurecht“ erklärt die Sängerin, wofür sie den Weg von Offenbach gerne in Kauf nimmt. Auch aus Jockgrim, Schifferstadt und Speyer kommen Aktive nach Dudenhofen. Klaus Koch wohnt in Mechtersheim. Er singt in drei Vereinen. „Die Liedertafel ist nicht die jüngste Gruppe, aber die beste“, sagt er.

„Es ist richtig schön, wieder singen zu können“, sagt Vereinskassiererin Ursula Mönig. Sie will noch an ihrer Textsicherheit arbeiten. „Vor der Corona-Pause konnte ich jede Zeile auswendig“, sagt sie. „Klar, in acht Monaten geht viel verloren“, erklärt Waltraud Wingerter manche Noten- und Textlücke. Sie ist zuversichtlich, alles schnell wieder abrufen zu können. „Hoffentlich dürfen wir wieder regelmäßig proben.“ Noch zweifelt sie am bevorstehenden Ende der Pandemie. Vorsichtshalber sei das nächste Konzert erst im Frühjahr 2022 geplant, sagt Kegler. „120 Jahre Liedertafel soll 2023 groß gefeiert werden.“

Diehl ist absolut begeistert von Qualität und Motivation der Chöre. „Es funktioniert schon auf Anhieb total gut“, blickt der Chorleiter zuversichtlich in die musikalische Zukunft der Liedertafel.

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