Rhein-Pfalz Kreis Ermittlungserfolg: Raubüberfall war nur vorgetäuscht

Bobenheim-Roxheim. Der Raubüberfall nach der Feuerwehrparty in Bobenheim-Roxheim in der Nacht zum 4. Juni war vorgetäuscht. Zu diesem Ergebnis kommt die Polizei Frankenthal nach knapp dreiwöchiger Ermittlungsarbeit. Nach gestrigen Angaben der Staatsanwaltschaft hat das vermeintliche Opfer eingestanden, die Geschichte von den drei Männern, die ihn bedroht hätten, erfunden zu haben.
Gäste der Blaulichtparty hatten den 31 Jahre alten Mann auf dem Nachhauseweg verletzt in der Straße Im Gehren gefunden und den Rettungsdienst alarmiert. Seine Schilderung vom Überfall rief die Polizei auf den Plan. Ihr gegenüber gab der Mann an, zur Herausgabe von Geld mit einem Messer bedroht und verletzt worden zu sein. Zehn Euro hätten die Angreifer erbeutet. Seitdem suchte die Polizei mit einer teilweise detaillierten Täterbeschreibung nach den drei Männern (wir berichteten). Unruhe ins Dorf brachte nicht nur der Vorfall selbst, sondern der Hinweis des „Opfers“ auf den dunklen Teint eines der Angreifer. Ermittelt wurde deshalb unter anderem im Umfeld des Asylbewerberheims im Pfalzring. Thomas Jung, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Frankenthal, sagte gestern, man habe eine Ermittlungsgruppe zusammengestellt, die sich rund drei Wochen ausschließlich um diesen Fall gekümmert habe. „Wir haben in alle Richtungen ermittelt“, betont Jung. Deshalb seien Zweifel an der Schilderung des 31-Jährigen aufgetaucht. Als er am Donnerstag mit den Ermittlungsergebnissen konfrontiert wurde, gab er laut Staatsanwaltschaft zu, den schweren Raub nur vorgetäuscht zu haben. Warum er das getan hat, ist noch unklar, weil er dazu – außer einem Hinweis auf seinen erheblichen Alkoholkonsum an dem Partyabend – keine Angaben gemacht habe. Jetzt läuft gegen ihn selbst ein Ermittlungsverfahren: wegen Vortäuschung einer Straftat. |ww