Rhein-Pfalz Kreis Eldorado für Preisbewusste

Placeholder-Image

Schifferstadt. Die vierte Auflage des Flohmarktes „Plunderwunder“ hat sich am Samstag buchstäblich auch zum Wetterwunder entwickelt. Nachdem der Regen aufgehört und die Wolkendecke sich verzogen hatte, kamen jede Menge Schnäppchenjäger auf den Schillerplatz und Käufer wie Verkäufer auf ihre Kosten. Die Stimmung um die elf Stände war ausgelassen und geschäftig.

Veranstalter des Flohmarktes mit der interessanten Wortschöpfung Plunderwunder, die den Kerngedanken genau aufgreift, war erneut der Marketingverein. Schifferstadter und Interessierte aus der Umgebung waren wieder einmal aufgerufen, ihre Staubfänger und Kellerverstopfer einzupacken und diese im Herzen Schifferstadts jenen anzubieten, die noch Bedarf dafür haben. Um 10.30 Uhr, zur besten Verkaufszeit, blitzt sogar die Sonne durch, und das „Plitsch Platsch“ samt Donnergrummeln vom frühen Morgen sind vergessen. Petra Lauer aus Dannstadt-Schauernheim, die zum ersten Mal Ware auf dem Markt anbietet, spannt trotzdem einen großen Gartenschirm über ihren Stand,um so auf der sicheren Seite zu sein. Sie hatte sich nicht von den ungünstigen Ausgangsbedingungen stoppen lassen, denn „das Auto war ja schon gepackt“. „Ich bin immer positiv“, schiebt sie als zweite Begründung für ihr Kommen gleich nach. Ein Topf-Set ging als erstes weg, verrät Lauer; überhaupt seien ihrer Erfahrung nach Haushaltswaren sehr beliebt. Der Grund für ihren Verkaufsstand sei eher pragmatischer Natur: „Die Garage musste endlich leer werden,“ sagt sie lachend. Sicherlich mag der Hauptgrund für einen Flohmarkstand darin bestehen, „das alte Zeug fort zu bekommen“. Doch es gibt auch noch die leidenschaftlichen Flohmarktverkäufer. Bei ihnen schwingt neben des wirtschaftlichen Aspekts die Herzensenergie mit. Sie suchen die Gespräche mit ihren Käufern und freuen sich über deren Lächeln beim Kauf. Hier kann der Besucher mit Sympathie punkten und schon mal den Preis weiter drücken. Zu dieser Gruppe zählt sich Sigrid Landgraf-Windisch aus Ludwigshafen, die dort für den Kinderschutzbund regelmäßig und ehrenamtlich Flohmärkte ausrichtet. Bereits um 7 Uhr war sie angereist und hatte ihr Lager wettergeschützt etwas abseits im überdachten Eingangsbereich eines verlassenen Restaurantbetriebs aufgeschlagen. 30 Jahre Erfahrung kommen ihr da zugute. In ihrem zweiten Jahr hat sie viel Geschirr und hochwertiges Porzellan mitgebracht und plaudert aus dem Nähkästchen: „Drei bis fünf Euro, das sind die Durchschnittspreise, die die Leute bereit sind zu zahlen.“ Trotzdem habe sie auch bedeutend teuerere Stücke dabei, hochwertiges Markenporzellan etwa – für im Schnitt 20 Euro. Leider würden Schnäppchenjäger oft versuchen, selbst die teueren Stücke für fünf Euro abzustauben. Dafür hat sie wenig Verständnis. „Handeln ist aber trotzdem etwas Schönes“, fügt sie hinzu. Als Flohmarktprofi bevorzuge sie die kleineren Märkte wie in Schifferstadt, da auf dem Land gute Ware noch geschätzt würde. In den Städten dagegen herrsche ein Überangebot, und die Veranstalter seien oftmals zu gierig. Ein Bummel über den Markt zeigt, dass querbeet alles vertreten ist, von Omis gestickten Deckchen, Modeschmuck, sehr viel Deko- und Glaswaren über Kleider, Bücher, DVDs bis hin zu teilweise hochwertigen Spielsachen. So ist für jeden Geldbeutel etwas dabei: Sammelkarten für ein paar Cent, DVDs ab einem Euro, aber auch neuwertige Babytragen (70 Euro) oder Edelporzellankannen (90 Euro). Die zufriedenen Gesichter der Marktbesucher lassen vermuten, dass für sie das eine oder andere Schnäppchen darunter war. „Ich finde es prima, dass in Schifferstadt so etwas Tolles zustande kommt. Es macht einfach Spaß“, lässt eine Besucherin verlauten. Lena Drews und Lena Heberger aus Schifferstadt, beide 19 Jahre alt, sind vom Plunderwunder-Konzept überzeugt. Ohne Voranmeldung spontan vorbeizukommen, sei einfach „praktisch für Schifferstadter, um ihren Kram loszuwerden.“ Ihre DVDs haben schon den Besitzer gewechselt, ebenso wie die Eragon-Bücher.

x