Rhein-Pfalz Kreis Einladung zum Sprechen über den Krieg

An die Opfer des Ersten Weltkriegs erinnert diese Gedenktafel.
An die Opfer des Ersten Weltkriegs erinnert diese Gedenktafel.

Immer weniger Menschen kommen zu den Kranzniederlegungen am Volkstrauertag. Um dem entgegenzuwirken hat Großniedesheim im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit dem Sozialverband VdK erstmals eine Ausstellung organisiert. Auch in diesem Jahr soll in der Friedenshalle auf diese Weise an die Schrecken vergangener Kriege erinnert werden. Daneben werden Zeitzeugen über ihre Erinnerungen berichten und zum Dialog einladen.

Auf acht Stellwänden wird unter dem Titel „Geflohen, vertrieben – angekommen?“ an Flucht und Vertreibung von Deutschen zwischen 1933 und 1945/46 erinnert. Dabei soll an die aktuelle Situation in Deutschland angeknüpft werden. „Es wird gezeigt, wie Flüchtlinge, etwa aus Syrien, hier aufgenommen werden“, sagt Ortsbeigeordneter Erwin Martin (SPD), der die Ausstellung mit dem VdK zusammengestellt hat. Anhand beider Schwerpunkte soll analytisch aufgezeigt werden, wie Mechanismen der Gewaltmigration funktionieren, aber auch, wie sich die Opfer dort, wo sie ankommen, mit ihrer neuen Situation zurechtfinden und aufgenommen werden. Geplant war ursprünglich auch, die Kriegserlebnisse Großniedesheimer Bürger in einer Ausstellung zu präsentieren. Denn durch Fliegerangriffe im Zweiten Weltkrieg gab es mehrere Tote im Dorf. In den ersten Tagen nach dem Krieg verbrannten zum Beispiel zwei junge Männer nach einem Bombenfund auf einem Feld, und ein junger Soldat wurde auf dem Rückzug von Tieffliegern erschossen. All das müsse jedoch noch genauer recherchiert werden, meint Martin, der daraus für das kommende Jahr eine Ausstellung konzipieren möchte. Nach der Kranzniederlegung und dem offiziellen Festakt der Gemeinde ist deshalb am Sonntag für den Nachmittag ein Dialog mit Zeitzeugen in der Friedenshalle geplant. Die Ortsgemeinde hat dazu ältere Großniedesheimer Bürger angeschrieben. „Zwei bis drei werden über ihre Kindheitserinnerungen in den Kriegsjahren berichten“, informiert Martin. Er hofft auf viele interessante Geschichten und dass sich daraus ein Dialog mit dem Publikum ergeben wird. Termin Das Gedenken und die Ausstellung finden am Sonntag, 18. November, in der Friedenshalle in Großniedesheim statt. Eröffnung ist um 10 Uhr, der Festakt der Gemeinde mit Kranzniederlegung findet um 11 Uhr statt. Ab 15 Uhr berichten Zeitzeugen über Flüchtlinge und Vertriebene in Großniedesheim.

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