Rhein-Pfalz Kreis Eine Schaukel sollte es geben
«Neuhofen.» 14 Spielplätze gibt es im Dorf. Einige davon sind in so einem schlechten Zustand, dass eigentlich kein Kind darauf spielen will. Das soll sich ändern – bis zum Herbst sollen fünf Plätze auf Vordermann gebracht werden – das kostet schon mal ein Viertelmillion Euro. Deshalb müssen die restlichen Flächen erst einmal warten. Doch wie wird ein Spielplatz eigentlich attraktiver? Landschaftsplaner Boris Olschewski aus Ludwigshafen hat sich im Auftrag der Kommune etwas überlegt. Und so soll’s gehen:
Diesem Spielplatz fehlt alles, was einem Spielplatz braucht, nämlich Spielgeräte. Und deshalb sollen eine Doppelschaukel, eine Hangrutsche und ein Parcours zum Balancieren her. Dafür sowie für die nötigen Arbeiten werden voraussichtlich fast 51.000 Euro brutto fällig. Albert-Weisgerber-Straße Die totale Leere wie beim Spielplatz in der Kantstraße herrscht hier nicht: Eine Rutsche, eine Sandspielfläche, eine Schaukel und Sitzbänke sind schon da. Dieses Ensemble würde der Planer gerne mit einem Spielhäuschen und Kletterfelsen aufpeppen. Das würde rund 65.000 Euro kosten. Der Haken: Davon gingen alleine für die Kletterfelsen 19.600 Euro drauf – plus 5000 Euro für die Miete des Autokrans, der zum Transport der Steine nötig wäre, sowie Kosten für die Fundamente und den Fallschutz. „19.600 Euro für ein Spielgerät finde ich zu viel Geld“, wandte Gisela Kluger (FDP) in der jüngsten Ratssitzung ein. Das sah Ortsbürgermeister Ralf Marohn (FDP) ähnlich. Er regte an, nach einer günstigeren Alternative zu suchen. Damit waren auch die Fraktionen von CDU und SPD einverstanden. „Die Felsen hätten den Vorteil gehabt, dass sie für immer und ewig gemacht sind und keine Folgekosten entstehen würden“, merkte Sozialdemokrat Christian Hieb dann aber doch noch kurz an. Im Haimrott Das Spielschiff auf diesem Spielplatz ist alt und muss erneuert werden. Das kostet Geld. Der Planer rechnet, dass der Abbau des alten Schiffs und der Aufbau des neuen rund 19.000 Euro kosten wird – das Pflanzen eines Baums und mehrerer Sträucher eingerechnet. Neckarstraße Hier gibt es eine Doppelschaukel, ein Elefant-Wipptier, eine Wippe und einen Seilzirkus. Die ersten drei Geräte bleiben, der Seilzirkus wird ersetzt. Neu dazu kommen Balken zum Balancieren, ein „Backtisch“ für den Sandkasten sowie ein Nilpferd-Wipptier. In die Spielgeräte und die erforderlichen Landschaftsbauarbeiten investiert die Gemeinde rund 75.000 Euro. Erhartstraße Die vorhandene Wippe wird versetzt, um Platz zu schaffen für das neue Klettergerüst und die neue Doppelschaukel. Dafür bezahlt die Kommune rund 41.000 Euro. Die Reaktionen Olschewskis Ideen haben die Neuhofener Ratsmitglieder mit Ausnahme der Kletterfelsen für das Areal in der Albert-Weisgerber-Straße überzeugt. „Wir folgen den Vorschlägen. Die Spielgeräte sind gut ausgewählt und altersgerecht“, sagt Arthur Nasel für die SPD-Fraktion. „Wir sind ein bisschen erschlagen von der Summe“, sagt CDU-Fraktionschef Robin Hahn zunächst und fragt, ob es bei den Geräten nicht einen Tick günstiger ginge. Nachdem seine Fraktion mit SPD und FDP übereinkommt, die Kletterfelsen auszutauschen, kann auch er sich mit dem Gesamtkonzept für die fünf Spielplätze anfreunden. Der einstimmige Beschluss freut Andreas Seibert (SPD): „Für die Alten wird genug gemacht. Es ist gut, dass jetzt etwas für die Jüngeren getan wird. Damit sollten wir zügig beginnen.“ Wie zügig es jetzt gehen kann, möchte sein Parteigenosse Jan Fischer wissen. „Das hängt von den Lieferzeiten ab. Bis Herbst sollte nach und nach alles gebaut sein“, schätzt Landschaftsplaner Olschewski.