Rhein-Pfalz Kreis
Eine Kerwe-Krone für den Schauernheimer Esel
So viele Hoheiten! Elf Kerweprinzessinnen der vergangenen 30 Jahre haben sich am Jubiläums-Umzug der Schauernheimer Kerwe beteiligt. Ausgelassen gefeiert wurde im Ortsteil vier Tage lang. Mit Kerwepfarrerin, Kerwerätsch, Musik und vielen, vielen Krönchen.
Ausgegraben und wieder beerdigt – gerade erst hervorgeholt und schon wieder zu Ende. An der Seniorenresidenz Dannstadter Höhe hat Kerweprinzessin Antonia I. aus dem Hause Daub die Kerwe ausgegraben. Drei Schauernheimer Eselchen standen der 16-Jährigen unterstützend zur Seite. Kurz zuvor erst hat die junge Frau das Zepter mit Plüsch-Esel von ihrer Vorgängerin Katrin Bellmann überreicht bekommen – ist somit offiziell inthronisiert worden. Antonia I. hatte unterstützend bei der Schauernheimer Kerwe nicht nur eine Freundin als Hofdame an der Seite. Zum Umzug waren elf ihrer Vorgängerinnen aus den vergangenen 30 Jahren gekommen. Schließlich fand der Kerwe-Umzug am Samstag zum 30. Mal statt.
Der zog mit musikalischer Unterstützung der „Pfälzer Guggeglucke“ aus Rülzheim zum Seniorenstift zur Kerwe-Ausgrabung. Mitglieder der Kerwegemeinschaft, auswärtige Hoheiten, die Turnerfrauen und die Oldtimer Freunde gaben sich ein Stelldichein. Lothar Diestler von „Wir aus Schauernheim“ hatte sich auf einem Wagen auch wieder etwas für den Schauernheimer Esel einfallen lassen, eine schöne Landschaft mit Krone, denn wie er auf einem Banner verkündete: „Unser Dorf verdient die Kron’ hier pflegt man noch die Tradition“.
Die Kerwerätsch braucht mehr Geschichten
Moderiert von Eugen Kuss begann die offizielle Eröffnung am Sagenbrunnen neben der Grundschule mit zwei Willkommensliedern – darunter das Schauernheimer Lied – gesungen von den Kindern der evangelischen Kindertagesstätte „Sonne, Mond und Sterne“ und der Grundschule. Kerwerätsch Elke Seyfarth-Barth erzählte mit viel Humor davon, wie sie zu ihrem Amt gekommen ist und blickte auf die Ereignisse im Dorf zurück. Dabei forderte sie die Schauernheimer auf, doch für Anekdoten zu sorgen, damit man in der Kerweredd auch etwas zu „verzähle“ habe. Dafür erntete die Kerwerätsch so einige Lacher und Lob.
Auch Kerweprinzessin Antonia I. begrüßte zusammen mit ihrer Hofdame ihr Kerwevolk und forderte ihre „Minister“ von der Kerwegemeinschaft auf, die Kerwe aus ihrem Sarg zu befreien, bevor Kerwepfarrerin Silvia Calles zur Taufe der Kerwe schreiten konnte. Als „Geedl“, sprich: Patin, hat sich in diesem Jahr Ortsbeigeordnete Sara Schön (Grüne) gefunden, die Wein als „Geedl-Geschenk“ überreichte. Und als dann Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU) mit zwei gezielten Schlägen das Fassbier angestochen hatte und das Freibier floss, da war die Kerwe auch offiziell eröffnet.
Abends stand Live-Musik mit den Midnights auf dem Programm. Der Sonntag bot dann beginnend mit Kerwe-Gottesdienst, Kinderprogramm, Lama-Tour und Musik mit der Blaskapelle Dannstadt viel Abwechslungsreiches für alle Generationen. Spiel und Spaß gab es dazu auch an den Buden und Karussells. Daher nur verständlich, dass am Montagabend Tränen flossen, als die Kerwe mit lautem Wehklagen einmal mehr zur Grabe getragen werden musste.