Rhein-Pfalz Kreis „Ein Kind wie jedes andere“

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Dannstadt-Schauernheim. Fröhliches Kindergeschrei dringt aus dem kleinen Garten des Reihenhauses in Dannstadt, in dem Familie Weinert wohnt. Zwei weißblonde Kleinkinder, die vierjährige Thea und ihr zwei Jahre jüngerer Bruder Philipp, toben über den Rasen, lachen und stürmen immer wieder die aufgestellte Kinderrutsche. Das Bild einer ganz normalen jungen Familie. Und doch ist etwas anders. Denn Thea leidet an Trisomie 21, dem sogenannten Down-Syndrom.

Verena Weinert, Mutter der beiden Blondschöpfe im Garten, ist in der 22. Woche ihrer ersten Schwangerschaft, als ihre Frauenärztin bei einer Ultraschall-Untersuchung Indizien findet, die für eine Chromosomenanomalie des Babys sprechen. Eine Fruchtwasseruntersuchung bringt die Gewissheit. Weinerts noch ungeborene Tochter leidet an Trisomie 21, dem so genannten Down-Syndrom. „Natürlich waren mein Mann und ich zunächst geschockt“, erklärt die heute 38-Jährige. Ein Schwangerschaftsabbruch, der auch zu diesem späten Zeitpunkt noch möglich gewesen wäre, kam für die Eltern jedoch nicht in Frage. „Ich habe Thea schon gespürt, mich ihr verbunden gefühlt. Sie war einfach schon Teil unserer Familie“, sagt Weinert. Die heute 38-Jährige und ihr Mann Peter Weinert setzen sich intensiv damit auseinander, was es bedeutet, ein Kind mit Trisomie 21 großzuziehen. Mit der Humangenetikerin Sabine Hentze aus Heidelberg besprechen sie die Diagnose. Ein mutmachendes Gespräch, in dem klar wird, dass viele Menschen mit Down-Syndrom ganz normal alt werden und ein selbstständiges Leben führen können. Auch weil es ein breites Angebot an Frühförderung gibt. Ende Januar 2010 kommt Thea im Uniklinikum Heidelberg per Kaiserschnitt zur Welt. Gerade einmal 2000 Gramm wiegt sie zu dem Zeitpunkt. Bereits in den letzten Schwangerschaftswochen hatte sich herausgestellt, dass Thea nur noch langsam an Gewicht und Größe zunimmt. Vier Wochen muss sie auf der Frühchenstation des Krankenhauses bleiben. Ein Start ins Leben, den sich Verena Weinert anders gewünscht hätte. Rückblickend ist sie aber dankbar für die Unterstützung, die sie in der Zeit in Heidelberg erfahren hat. „In den ersten Wochen so intensiv von Schwestern, Hebammen und Ärzten begleitet zu werden, ist reiner Luxus“, sagt die 38-Jährige. Aus der Klinik entlassen, beginnt der Alltag für die junge Familie. Alltag, der sich gerade in der Anfangszeit nicht sonderlich von dem anderer Eltern mit Baby ohne Down-Syndrom unterschied. „Thea hat für viele Entwicklungsschritte einfach länger gebraucht“, betont Verena Weinert. Noch heute benötige ihre Tochter für viele Dinge mehr Zeit und Aufmerksamkeit. Das Ausziehen von Kleidung sei beispielsweise eine Tätigkeit, für das man bei Thea auch mal eine Dreiviertelstunde einplanen müsse. Auch, weil Thea gerne ihren eigenen Kopf versuche durchzusetzen. „Sie ist sehr willensstark. Typisch für viele Kinder mit Down-Syndrom“, sagt ihre Mutter. Als Thea ein Jahr alt wird, beginnt Verena Weinert wieder als Einkäuferin bei der BASF zu arbeiten. Ihre Tochter besucht in der Zeit die Kinderkrippe ihres Arbeitgebers. Die Sorgen, dass Verena Weinert aufgrund der Chromosomenanomalie ihrer Tochter eventuell erst spät wieder in ihren Beruf einsteigen könnte, hatten sich damit erübrigt. Inzwischen besucht die Vierjährige einen Regelkindergarten in Dannstadt. „Uns war es wichtig, dass Thea nicht in eine Sondereinrichtung kommt, sondern ganz normal mit Gleichaltrigen aus ihrer Umgebung betreut wird“, erklärt Theas Vater Peter Weinert. Ein Punkt, den er auch zukünftig wichtig findet für seine Tochter, wenn sie zur Schule gehen wird. „Das Thema Inklusion wird auf Theas Reise noch ein spannender Punkt werden.“ Im Idealfall sollte Thea jede Schule und Schulform besuchen können, die sie wolle, und würde durch einen assistierenden Lehrer in der Klasse unterstützt, so der Wunsch der Familie. Es gibt keine Sekunde, in der die Weinerts bereuen, ihre Tochter bekommen zu haben. „Ein Kind mit Trisomie 21 ist ein Kind wie jedes andere. Es wird einem Freude und Sorge bereiten wie jedes andere Kind. Es gibt große Herausforderungen, aber auch große Glücksmomente“, lautet die Botschaft, die Verena Weinert Eltern mitgeben möchte, die ein Baby mit Down-Syndrom erwarten.

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