Böhl-Iggelheim Ehemaliger Vogelpark: SPD und Grüne fordern naturnahe Nutzung

Laut SPD und Grünen sind einige Vorschläge für eine neue Nutzung des ehemaligen Vogelparks bei der Gemeinde eingegangen.
Laut SPD und Grünen sind einige Vorschläge für eine neue Nutzung des ehemaligen Vogelparks bei der Gemeinde eingegangen.

Ein Investor möchte auf dem Gelände des ehemaligen Böhl-Iggelheimer Vogelparks einen Hof für therapeutisches Reiten bauen. Doch bevor eine Entscheidung darüber getroffen wird, sollen Bürger zu Wort kommen, was sie sich für das Areal wünschen. Das hatte der Rat beschlossen. SPD und Grüne sprechen sich für eine naturnahe Nutzung aus.

Der Vogelschutzverein Böhl-Iggelheim hat sich im April aufgelöst. Bereits 2017 hatte sich kein neuer Vorstand mehr gefunden. Zudem hatte das Veterinäramt des Rhein-Pfalz-Kreises im Dezember 2016 „gravierende Missstände in der Tierhaltung“ beanstandet. Weil dem Verein fachkundiges Personal fehlte, wurden die Tiere nach und nach umgesiedelt. Das gemeindeeigene Gelände wird, mit Ausnahme der Gaststätte, nicht mehr genutzt. „Volieren und ehemalige Tiergehege verfallen“, schreiben Pia Möller-Reibsch (SPD) und Margret Worbs (Grüne) in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Dabei sei der Vogelpark immer ein wichtiger Anlaufpunkt in der Gemeinde gewesen. „Viele Böhl-Iggelheimer haben schöne Erinnerungen an den Vogelpark. Gemeinsam mit den Eltern waren wir dort als Kinder, dann selbst als Eltern mit den eigenen Kindern auf dem Spielplatz, bei den Tieren, beim Entenfüttern“, berichten die beiden Fraktionsvorsitzenden. Der Kinderspielplatz sei abgesperrt, die Spielgeräte sind abgebaut. Die Gemeinde werde jedoch den Spielplatz mit neuen Geräten wieder nutzbar machen.

Einige Bürger haben Vorschläge eingereicht

Jüngst ist ein Investor an die Gemeinde herangetreten, der das Gelände umnutzen und einen Pferdehof mit therapeutischem Reiten eröffnen möchte. In der Juni-Sitzung hatte das für Diskussionen gesorgt. Denn, teilen Möller-Reibsch und Worbs mit, das Konzept des Pferdehofs hätte zur Folge, „dass ein Großteil des Geländes nicht mehr der Öffentlichkeit zur Verfügung steht“. Sie finden: „Jede Gemeinde wäre froh, wenn sie über ein solches Gelände verfügen würde, das von den Bürgern genutzt werden könnte.“

Die Ratsmitglieder sprachen sich im Juni dafür aus, dass Bürger Ideen und Konzepte zur Nutzung bei der Gemeinde einreichen können. „Wir sind sehr erfreut, wie viele sich an dem Aufruf beteiligt haben“, berichten Möller-Reibsch und Worbs. Sie wünschen sich, dass die eingereichten Vorschläge breit diskutiert werden.

Die Fraktionsvorsitzenden sprechen sich in ihrer Erklärung für „eine naturnahe Nutzung“ des schützenswerten Gebiets aus, um es ökologisch aufzuwerten. Dabei müsse beachtet werden, dass das Gelände gleichzeitig in einem Landschaftsschutzgebiet, in einem Vogelschutzgebiet und einem FFH-Gebiet liegt. Die Bürger sollen das Gelände umfänglich nutzen können. Dabei sei es auch wichtig, sich über mögliche Zuschüsse, etwa für eine ökologische Aufwertung, durch Bund, Land und Kreis zu informieren.

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