Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Edith und Lothar Kabitzsch sind seit 60 Jahren verheiratet

Hochzeit in Leipzig 1960.
Hochzeit in Leipzig 1960.

Auf 60 Ehejahre können Edith und Lothar Kabitzsch zurückblicken und am Donnerstag, 20. August, ihre Diamantene Hochzeit feiern. Geboren wurden beide in Leipzig, wo sie sich in der freikirchlichen Gemeinde kennen und lieben lernten. Fünf Tage nach der Hochzeit ging es in den Westen.

Im Februar 1960 verlobte sich das Paar an Ediths 18. Geburtstag. Geheiratet wurde im gleichen Jahr im August vormittags mit der standesamtlichen Trauung und am Nachmittag mit einer Haustrauung im Elternhaus von Lothar Kabitzsch. Obwohl das Paar sparen wollte, hatte sich Edith für die Trauungen Kleider nähen lassen. „Fürs Standesamt eines in Orange und ein weißes Kleid für die Trauung am Nachmittag.“ Bereits fünf Tage später machte sich das frischgebackene Ehepaar auf den Weg in die Bundesrepublik.

Getragen durch den Glauben und die Gemeinde

„Das war der Anfang unserer Hochzeitsreise in den goldenen Westen“, erzählt Lothar Kabitzsch. „Wir haben damals in Leipzig und in der DDR keine Zukunft für uns gesehen.“ „Und wir haben es nie bereut“, ergänzt seine Frau Edith. Über Berlin gelangten sie zunächst nach Gießen und dann ins Saarland, wo Lothar schnell Unterkunft und Arbeit fand. „Anfangs war ich noch Vormund meiner Frau, da diese zwar in der DDR als volljährig galt, aber nicht nach den Gesetzen der Bundesrepublik“, erzählt der 85-Jährige. Im Saarland war Lothar Kabitzsch dann in seinem erlernten Beruf als Karosserie- und Fahrzeugbauer bei einer Spedition tätig und als Meister für den Fuhrpark zuständig. „Es war eine harte Zeit, man musste sich erst in alles reinfinden“, blickt er zurück. „Aber wir wurden immer unterstützt und getragen durch unsere freikirchlichen Gemeinden“, erzählt Edith Kabitzsch.

Überhaupt spielt der christliche Glaube eine ganz wesentliche Rolle im Leben des Ehepaares. „Wir waren in unserer Ehe immer zu dritt, wir beide und Jesus, der uns immer an der Hand gehalten hat und uns auch in dunklen Stunden zur Seite stand“, sagt die 78-Jährige, die sich auch selbst seelsorgerlich betätigt und stets ein offenes Ohr für Menschen in Not hat, denen sie mit ihren Erfahrungen, aber auch ihrer Fröhlichkeit zur Seite steht. Dabei fühlt sich das Ehepaar, das viele Jahre im Kirchenchor aktiv war, seiner freikirchlichen Gemeinde in Mannheim tief verbunden. „Es ist einfach meine Gemeinde“, sagt Edith Kabitzsch. Sie hat lange als Bürokraft mitgearbeitet, bevor sie Hausfrau wurde und sich um Tochter und Sohn, 1962 und 1964 geboren, kümmerte.

1983 nach Dannstadt gezogen

Mit dem Umzug des Arbeitgebers war das Paar zwischenzeitlich nach Schifferstadt gezogen, obwohl es im Saarland mit viel Arbeit ein Haus gebaut hatte. In Dannstadt fanden Edith und Lothar Kabitzsch in einem Neubaugebiet ein neues Haus und zogen hier 1983 ein. Bis zu seiner Pensionierung und sogar noch darüber hinaus war Lothar Kabitzsch bei der Spedition tätig und oft tagelang unterwegs. Da blieb nicht viel Freizeit übrig. „Seine Arbeit war sein Hobby“, sagt Edith Kabitzsch, die neben dem Haushalt immer gerne gehandarbeitet hat und noch heute Baby-Garnituren für Rumänien strickt.

Regelmäßiger Urlaub war erst ab den 1980er-Jahren möglich und in den vergangenen 15 Jahren hat es das Ehepaar stets in ein Heilbad in die Slowakei gezogen. „Es hat in den 60 Jahren immer wieder Herausforderungen gegeben, aber wir haben immer zusammengestanden und uns durchgetragen“, sagt Edith Kabitzsch voll Dankbarkeit. Coronabedingt wird die Feier der Diamantenen Hochzeit erst einmal verschoben und der Tag zunächst nur im engsten Familienkreis gefeiert.

 Edith und Lothar Kabitzsch sind heute in Dannstadt zu Hause.
Edith und Lothar Kabitzsch sind heute in Dannstadt zu Hause.
x