Vor der Wahl im Porträt RHEINPFALZ Plus Artikel Dudenhofen: Jürgen Hook hat Spaß am Austausch

Im Dudenhofener Wald: Hier hat Jürgen Hook schon immer gerne Zeit verbracht.
Im Dudenhofener Wald: Hier hat Jürgen Hook schon immer gerne Zeit verbracht.

Als SPD-Kandidat Jürgen Hook vor fünf Jahren zum Ortsbürgermeister von Dudenhofen gewählt wurde, war das schon eine kleine Überraschung. Als Amtsinhaber hat er nun zwar einen Bonus, aber es gibt auch Gegenwind.

„Wenn ich Sie gerade sehe, Herr Hook...“ – so beginnen für den Ortschef viele Gespräche. „Bürgermeister ist man immer und überall“, hat Jürgen Hook nach seiner Wahl schnell gelernt. Den anfänglichen Plan, neben dem Ehrenamt irgendwann wieder regulär arbeiten zu gehen, hat er deshalb schnell ad acta gelegt. „Es ist ein Full-Time-Job“, sagt er heute über das Bürgermeisteramt. Als Neuling musste er sich vieles erst aneignen. „Es waren fünf Lernjahre“, blickt er zurück. Erschwert wurden sie durch die Corona-Pandemie, die normales Arbeiten zeitweise unmöglich machte. Nicht alles, wegen dem ihn die Bürger ansprechen, liegt in Hooks Zuständigkeitsbereich. Doch das zu erklären, sei nicht immer leicht. Schlimm findet er Anfeindungen in sozialen Netzwerken. Kraft geben ihm hingegen positive Rückmeldungen von Bürgern. „Der direkte Austausch“ sei das, was ihm in seinem Amt am meisten Spaß mache.

Dass in seiner Amtszeit Fehler passiert sind, streitet Hook nicht ab. „Ich drücke mich nicht vor der Verantwortung und kann zugeben, wenn etwas nicht gut gelaufen ist.“ Bei der Frage nach Fehlern drängen sich die wiederkehrenden Beiträge auf, welche die Gemeinde an die Bürger zurückzahlen muss, weil es kein Ausbauprogramm gab. „Das hätten wir deutlich besser machen können“, sagt der Bürgermeister. Doch er und die anderen Verantwortlichen hätten daraus gelernt. „Man darf auch nicht in Selbstzweifel verfallen“, findet Hook.

Projekte zu Ende bringen

Die Entscheidung, noch einmal zu kandidieren, sei in Abstimmung mit seiner Familie relativ schnell gefallen, sagt der Sozialdemokrat. Er möchte Projekte, die er in den vergangenen fünf Jahren angestoßen oder begleitet hat, nun auch zu Ende gebracht sehen. Neben den Neubaugebieten im Dorf nennt Hook den Neubau des Horts oder die Umbauten in den Kindergärten zur Umsetzung des Kita-Gesetzes als Beispiele. Im Baugebiet In den Dreißig Morgen ein Projekt für generationenübergreifendes Wohnen zu ermöglichen, nennt der Bürgermeister als „Herzensprojekt“. Obwohl dem SPD-Mann mit jahrzehntelanger Gewerkschafts- und Betriebsratserfahrung der soziale Aspekt beim Thema Wohnen wichtig ist, gibt er sich realistisch, was die Erschwinglichkeit von Wohnraum angeht: „Dudenhofen ist ein Ort mit guter Infrastruktur, in den die Menschen kommen wollen. Die Nachfrage regelt den Preis“, sagt Hook.

Hook und seinen CDU-Gegenkandidaten Rainer Horländer verbindet eine unschöne Vorgeschichte aus teils juristisch geführten Auseinandersetzungen in ihren Funktionen als Vorsitzende des JFV Ganerb und des FV Hanhofen. „Es steht mir nicht zu, andere zu bewerten“, sagt er lediglich zu seinem Kontrahenten. Und dass er auf einen fairen Wahlkampf hoffe. „Die Menschen wollen nicht, dass es schmutzig wird“, glaubt Hook. In seiner eigenen Kampagne plant Hook unter anderem Infostände, Haustürwahlkampf und einen „roten Vatertag“ am 9. Mai. Gegenwind aus Berlin nimmt der Sozialdemokrat durchaus wahr. „Die Befürchtung, dass wir für die Ampel abgestraft werden, ist schon da“, sagt er und hofft darauf, dass er die Wähler als Person überzeugt, ihm für weitere fünf Jahre den Auftrag zu geben, die Gemeinde zu führen. „Es ist für mich eine Ehre, Bürgermeister zu sein“, stellt Hook klar.

Zur Person

Jürgen Hook ist 63 Jahre alt, verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Er ist gelernter Maschinenschlosser, hat als CNC-Dreher und Programmierer bei der Firma Staehle gearbeitet und war zuletzt als Hausverwalter der Stadthalle Speyer tätig. SPD-Mitglied ist Hook seit 2009. Als Hobbys gibt er Sauna, Kochen/Backen und Fußball/FCK an.

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