Neuhofen
„Dubbebrieder“: Pfälzer Weinkultur trifft Gemeinschaftssinn
Neun Jahre schon sind die „Dubbebrieder“ eine feste Größe auf dem Rehbachfest, bei der Kerwe sind sie zum ersten Mal dabei, inzwischen als eingetragener Verein. „Wir möchten die Tradition der Pfälzer Weinkultur pflegen und mit unserem Stand die Dorffeste bereichern“, erklärt Gorden Adler (53) den Vereinszweck. Das Konzept kommt an, spätestens am Nachmittag und natürlich zu den Konzerten ist der Stand in der Nähe der Bühne dicht umlagert.
„Das liegt daran, dass wir guten Wein ausschenken, einen schönen, einladenden Stand haben, niemand lange auf sein Getränk warten muss und wir alle mit Herzblut und guter Laune dabei sind. Das steckt an“, sagt Gorden Adler. „Wir legen auch Wert auf ordentlich blanke Dubbegläser und haben extra einen Spülstand nebenan. Am ersten Kerweabend haben unsere Helfer mindestens 300 Gläser gespült.“ Überhaupt die Helfer: Ohne die geht am Stand gar nichts. Im Gegensatz zu anderen Vereinen mangelt es nicht an fleißigen Händen. „Die Helfer kommen gerne – weil wir sie auch verwöhnen“, betont Adler. In seiner Vorstandstätigkeit unterstützen ihn Christian Guimellet-Hauk und André Schlosser. Die drei Freunde kennen sich seit 25 Jahren von der Freiwilligen Feuerwehr und irgendwann war aus einer Weinlaune heraus die Idee entstanden, einen Ausschank auf den Neuhofener Festen zu machen. Auch der Name „Dubbebrieder“ war eine kreative Folge des Weingenusses, als Reminiszenz ans Pfälzer Dubbeglas.
„Wir wohnen quasi auf dem Partnerschaftsplatz“
Schon viele Wochen vor einem Fest beginnen die Vorbereitungen: Da führt das Vorstands-Triumvirat Gespräche mit der Gemeinde, gibt die Weinbestellung auf, teilt die Helfer ein. Und für das lange Kerwewochenende nimmt sich Gorden Adler extra Urlaub, denn „quasi wohnen wir ja fünf Tage auf dem Partnerschaftsplatz. Unsere Familien machen es mit, dafür sind wir sehr dankbar, und auch mein Arbeitgeber hat Verständnis.“ Der Vereinsvorsitzende ist von Beruf Elektroinstallateur bei den Verkehrsbetrieben Ludwigshafen. Als solcher kümmert er sich um die Oberleitungen der Straßenbahn, und seine Expertise als Handwerker kommt ihm natürlich auch bei der Einrichtung des Standes zugute.
Daneben ist Gorden Adler freiberuflicher Fotograf. Das Fotografieren fesselt ihn seit Teenager-Tagen, und dass er es drauf hat, bezeugen die Panoramabilder außen und innen am Dubbebrieder-Stand. Sie zeigen den Flaggenturm von Bad Dürkheim, und tatsächlich verbindet ihn einiges mit dem Kurort und seiner Umgebung: „Wir haben ja mit dem Weingut Wolf aus Ungstein einen wirklich guten Winzer“, sagt Adler und erzählt, wie die Zusammenarbeit zustande gekommen ist.
Auf dem Dürkheimer Wurstmarkt ausgeholfen
„Ich hatte von einer Freundin erfahren, dass Helfer für den Tag des offenen Weinkellers gebraucht würden. Und weil ich den schönen Gewölbekeller schon besucht hatte, habe ich zugesagt“. Am Ende waren Winzer und Helfer voneinander begeistert, sie passten zusammen wie die Schorle ins Dubbeglas, und es begann eine Freundschaft, aus der eine Zusammenarbeit wurde: Seither schenken die Dubbebrieder Weine und Traubensaft vom Weingut Wolf aus; immer mal wieder gibt es Vereinsausflüge zum Lieblingswinzer. „Dieses Jahr haben André, Christian und ich am Stand der Wolfs beim Dürkheimer Wurstmarkt ausgeholfen“, berichtet Adler. Das war Hospitieren auf hohem Niveau – „es war sehr eng am Stand, der Andrang groß und die Kundenwünsche unterschiedlich, aber eine absolut tolle Erfahrung“, schwärmt Adler. Da ist es in Neuhofen doch um einiges beschaulicher. Aber wer weiß – vielleicht treten sich die Helfer bald auch hier auf die Füße, denn die Dubbebrieder verzeichnen Anfragen nach Mitgliedschaft im zweistelligen Bereich. Davon können andere Vereine nur träumen.