Dannstadt-Schauernheim
Drogenschmuggel: Prozessauftakt gegen zwei Männer
39 und 45 Jahre alt sind die beiden Männer, die bei ihren Verteidigern Marco Bock, Max Matusewicz und Wolfram Grebenstein sowie den beiden Dolmetschern Platz genommen haben. Dahinter sitzen die vier Justizbeamten, die die Angeklagten in den Saal geführt haben. Denn sie sind aktuell in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Frankenthal in Untersuchungshaft.
Eine Kontrolle auf dem Rastplatz Dannstadt ist den beiden Männern zum Verhängnis geworden. Bei dieser Kontrolle im Juli vergangenen Jahres sind im Fahrzeug der beiden laut Pressemitteilung des Gerichts 50.607,8 Gramm Schlafmohn-Pflanzenmaterial mit einem Wirkstoffgehalt von 194,1 Gramm Morphin-Hydrochlorid, ein Opiat, gefunden worden. Die Drogen sollen sie aus Österreich eingeführt haben.
In der Ankündigung des Prozesses sind die zwei Männer als Franzosen bezeichnet worden. Tatsächlich sind die beiden auch in Frankreich gemeldet. Und der Wagen, in dem die Drogen gefunden worden sind, hatte offenbar ein französisches Kennzeichen, wie bei der Verlesung der Anklage durch die Vertreterin der Staatsanwaltschaft deutlich wird. Doch französische Staatsbürger sind die beiden nicht. Das wird bei der Abfrage der persönlichen Daten durch den Vorsitzenden Richter Mathias Hick klar. Auch wenn zumindest einer der zwei der französischen Sprache mächtig ist. Er ist pakistanischer Staatsangehöriger, der andere Mann ist Inder.
Und offenbar hat der Mann aus Pakistan Fragen zum Ablauf. Doch die Dolmetscherin versichert ihm, dass zum Auftakt nichts Großes ansteht. Lediglich die Eröffnung der Verhandlung. Ob ihn diese Aussage beruhigt? Jedenfalls wirkt er – wie der Mitangeklagte – sehr gelassen.
Am 19. Juli 2024 sind sie auf dem Rastplatz Dannstadt in die Kontrolle geraten. Seit dem 20. Juli sind die zwei Männer bereits in Untersuchungshaft in der JVA Frankenthal. Konkret wirft ihnen die Staatsanwaltschaft vor, Betäubungsmittel in nicht geringen Mengen nach Deutschland eingeführt zu haben. Diese seien im Laderaum des Wagens mit dem französischen Kennzeichen gefunden worden, verliest die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Auch rund 500 schwarze Folienbeutel, Smartphones und Müllbeutel sollen unter anderem noch gefunden worden sein.
Wie es die Dolmetscherin vorhergesagt hatte: Eine große Sache war die Verlesung der Anklage nicht. Allerdings gab der Vorsitzende Richter Mathias Hick den beiden Angeklagten mit auf den Weg, dass sie sich bis zum Fortsetzungstermin am 30. Januar Gedanken machen können, „ob es sinnvoll ist, etwas zu sagen“.
Die Vertreterin der Anklage machte jedenfalls deutlich, dass sie sich einem Rechtsgespräch nicht verschließen werde. Dabei kann es zum Beispiel dazu kommen, dass sich beide Seiten über ein mögliches Strafmaß einigen.