Rhein-Pfalz Kreis Drinnen Umbau, draußen Service
«Dannstadt-Schauernheim.» „Es muss eine ordentliche Sprengkraft gewesen sein. Der Schaden am Gebäude scheint erheblich zu sein“, sagte Thomas Gleßner, Pressesprecher der VR-Bank Rhein-Neckar, am 3. April. Und das war er. Die Kosten für die Sanierung der Dannstadter Filiale liegen laut Gleßner im sechsstelligen Bereich. Genau beziffern kann er die Kosten nicht. Denn nicht nur der Filialbereich im Erdgeschoss sei in Mitleidenschaft gezogen worden, das Ruß habe sich bis in den ersten Stock verteilt. Entsprechend müsse saniert werden. „Die Filiale wird komplett umgebaut“, sagt Gleßner. Und das dauere voraussichtlich noch ein paar Wochen. Deshalb gebe es nun auch eine Übergangslösung: Ab 17. Juni wird es eine sogenannte mobile Filiale auf dem Parkplatz hinter dem Gebäude in der Hauptstraße geben. Einen Container mit 24-Stunden-Selbstbedienungsbereich, in dem die Kunden Geld abheben und Überweisungen tätigen können. Beratungsgespräche können ab diesem Zeitpunkt auch angeboten werden. Denn die protestantische Kirchengemeinde stellt einen Raum im benachbarten Gemeindezentrum zur Verfügung – gut 20 Meter neben dem Container. „Wir haben drei Besprechungsräume, zwei kleine und einen großen“, sagt Pfarrer Stefan Höhn. „Mindestens ein Raum ist immer frei.“ Die VR-Bank sei auf die Kirchengemeinde zugekommen, weil das barrierefreie Gemeindezentrum in unmittelbarer Nähe zur Filiale liegt – und da helfe man natürlich gern. Es geht also weiter in Dannstadt, die Kunden müssen nicht mehr auf die umliegenden Gemeinden ausweichen. Nur, was genau in der Nacht des 3. April passiert ist, wie der Automat gesprengt wurde, wie viel Geld erbeutet wurde und wer die Täter sind, die angeblich mit einem hochmotorisierten, anthrazitfarbenen Mercedes-Kombi davongerauscht sind – dazu hält man sich bedeckt. Es gebe derzeit „keine neuen Erkenntnisse. Die Ermittlungen dauern weiterhin an“, teilt eine Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Mainz mit. Bei ihm werden die Ermittlungen zu Automatensprengungen für Rheinland-Pfalz zentral geführt. Die landesweite Lagearbeit und die Analyse des Phänomens erfolgt durch das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz. Denn Kriminelle versuchen immer häufiger durch Automatensprengungen an Geld zu kommen. Oftmals, heißt es aus Mainz, werden die Taten von kriminellen Banden aus dem Ausland begangen. Es gebe aber auch Nachahmungstäter. Dannstadt war der neunte Fall in diesem Jahr. Mittlerweile sind es 16, jüngst gab es eine Geldautomatensprengung am 31. Mai in Bad Dürkheim, berichtet eine Pressesprecherin des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz. 2018 gab es insgesamt 26 Sprengungen.