Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Doris und Ernst Emmert feiern Diamantene Hochzeit: „Irgendwie“ im Strandbad kennengelernt

Die Emmerts haben fast alle Hauptstädte Europas gesehen.
Die Emmerts haben fast alle Hauptstädte Europas gesehen.

Doris und Ernst Emmert feiern ihre Diamantene Hochzeit. Vor 60 Jahren schlossen sie am 5. August zunächst in Schifferstadt im Standesamt in der Mühlstraße, „weißes Haus genannt“, wie Ernst Emmert anmerkt, den Bund fürs Leben. Die kirchliche Trauung folgte einen Tag später in der Bernardus-Kirche in Speyer – und die letzte Gäste der ersten Feier waren da noch nicht lange weg.

„Wir sind eine Mischehe und waren damals im Brautunterricht und da war ich die einzige Evangelische“, sagt Doris Emmert. Weil sie sich da nicht wohl fühlte, ging sie nach der ersten Stunde nicht mehr hin, woraufhin eine Trauung in Schifferstadt nicht möglich war. Gefeiert wurde daheim in Schifferstadt im Kreis der Familie im Wohnzimmer in der Pechhüttenstraße und die Cousine der Oma von Doris Emmert, Köchin im „Adler“, war für das Essen zuständig.

Geboren wurde Doris Emmert, geborene Müller, 1941 in St. Ingbert. Schon im Alter von gut einem Jahr zog sie nach Schifferstadt, da ihr Vater in Speyer als Angestellter beim Sozialgericht arbeitete. Ernst Emmert, 1938 als jüngstes von drei Kindern geboren, stammt aus Schifferstadt. Der gelernte Former arbeitete in den 1950er-Jahren bei Halberg in Ludwigshafen und wechselte noch vor der Hochzeit zur BASF, wo er bis zu seiner Pensionierung 1999 tätig war. Doris Emmert hatte in einem Lederwarengeschäft in Mannheim Einzelhandelskauffrau gelernt und war dort bis Mitte der 1960er-Jahre tätig. „Erst Vollzeit, dann stundenweise und in Heimarbeit, in der ich Schirme bezogen und repariert habe“, erzählt sie.

Schon an der standesamtlichen Trauung wurde lang gefeiert

Kennengelernt hat sich das Paar „irgendwie“, wie Ernst Emmert sagt, im Strandbad in Schifferstadt. „Richtig kennengelernt haben wir uns dann 1956 beim Jubiläumsfest des Gesangvereins Concordia, in dem mein Mann aktiv war“, erzählt Doris Emmert. „Meine Frau war damals eine der 40 oder 50 Ehrendamen“, sagt ihr Mann. Verlobt haben sie sich dann Weihnachten 1958. „Mein weißes Kleid hatte eine Schneiderin bei uns im Haus genäht und an dem Tag haben damals zwölf bis 15 Paare in Schifferstadt geheiratet“, erinnert sich Doris Emmert. Nach der standesamtlichen Trauung am 5. August 1960 haben die Fußballer von Phoenix Schifferstadt den Eingang des Brauthauses mit Tannen geschmückt und mit dem Bräutigam kräftig Junggesellenabschied gefeiert: „Die sind morgens um vier erst gegangen und um 9 Uhr war schon die kirchliche Trauung.“

1961 und 1965 wurden die beiden Töchter Petra und Beate geboren und 1966 übernahm Doris Emmert das Vereinsheim des Fußballvereins Phoenix, das sie mit Unterstützung der Eltern und ihres Ehemannes bis 1972 führte. In diesem Jahr zog das Ehepaar Emmert nach Dannstadt, wo sie ein Haus gefunden hatten, und Doris Emmert arbeitete bis 1983 nun wieder im Lederwarengeschäft in Mannheim. Urlaube verbrachten die Emmerts in Österreich und am Gardasee – oder auch auf dem Campingplatz in Waldsee. Außerdem hat das Paar viele Städtereisen unternommen und war in fast allen Hauptstädten Europas.

Gerne im Garten bei Gurken, Tomaten und Blumen

Bis vor zwei Jahren zählte auch Kegeln noch zu den Leidenschaften. Heute betätigt sich Ernst Emmert noch gerne in seinem Garten mit Gurken, Tomaten und Blumen, und Doris Emmert spielt gerne am Computer und surft im Internet. Zur Feier des Jubeltags musste das Diamantpaar umplanen, da das schon im vergangenen Jahr geplante Fest mit den drei Enkeln, vier Urenkeln, Verwandten, Freunden und Bekannten wegen Corona so nicht stattfinden kann. „Aber wir werden wohl erst mal im engsten Familienkreis feiern und das große Fest dann nachholen, wenn sich die Situation normalisiert hat“, sind sich beide einig.

Der große Tag vor 60 Jahren.
Der große Tag vor 60 Jahren.
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