Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Die Wochenendkolumne für den Kreis: Von Wildwuchs und Verwirrung

Placeholder-Image

Was den Rhein-Pfalz-Kreis in dieser Woche beschäftigt hat. Kurioses, Abseitiges – und nicht ganz ernst Gemeintes aus den Dörfern.

Verlottert

Schon mehrmals in dieser Zeitung wurde in den vergangenen Wochen über Frisuren gesprochen. Kein Wunder. Die Friseurläden haben seit Wochen geschlossen und das Fell wächst. Die Jogginghose bleibt an. Die Nation verlottert. Oder doch nicht? Bernhard Roetzel, Buchautor und der Mann für Stilfragen, hat weniger Bedenken. Ein bisschen mehr Länge statt ausrasierter Schläfen schade der Mode wahrlich nicht. Allerdings halte sich in Deutschland die Tradition, sich in familiären Kreisen die Haare zu stutzen: Marke Topfschnitt. Das hilft zwar gegen den Lotter-Schopf, sieht aber nicht immer gut aus. Trotzdem erzählen immer mehr Kollegen, Bekannte und Freunde davon – und oft mit Stolz – dass ein Familienmitglied Schere oder Langhaarschneider angelegt hat. Ein Versuch, dem Wildwuchs Herr zu werden. Und ein bisschen Spaß braucht jeder. Auf Youtube grassieren inzwischen Anleitungsvideos. Und Friseure raufen sich die Haare. Wenigstens stilvoll. Es gibt aber auch Menschen – und an denen hätte Herr Roetzel Gefallen – bei denen verfolgt das Haar naturgemäß eine bestimmte Stilfrage. Bei Peter Christ etwa. Böhl-Iggelheims Bürgermeister hat uns gerade verraten, er sehe jetzt aus wie Beethoven. Da vereinen sich Stil und Würde. Und immerhin ist Christ im Musikverein. Hoffentlich stoppt bei Christ die beethovsche Wandlung am Haar. Nicht, dass noch die Ohren betroffen sind ... Was wirklich schade ist: Die Fasnacht fällt heuer aus. Ta-ta-ta-tam.

Verwirrt

Wir sind uns sicher, Sie glauben nicht alles, was im Internet steht. Aber – Hand aufs Herz – wer zückt nicht immer öfter sein Smartphone und checkt mehr oder weniger sinnvolle Fragen über den Internet-Suchdienst Google! Doch bitte bleiben Sie skeptisch, so wie unser Leser Torsten Kerbeck. Der wollte einfach nur wissen, ob am nächsten Tag Regenschirm oder leichte Übergangsjacke nötig sind, und checkte das Wetter. Dabei wies ihn Google – so ganz nebenbei – auf ein wahrscheinlich einmaliges Naturereignis hin: „Morgen geht die Sonne in Fußgönheim um 23.01 Uhr auf und um 8.17 Uhr unter.“ Schade, dass das den Kreisbürgern wegen der Ausgangssperre verwehrt blieb, schreibt er. Eine Katastrophe! Vielleicht eine Verschwörung???

x