Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Der Bauernhof in der Deidesheimer Straße wird ein Haus für alle

30 jahre lang hat Schneeball aktiv auf dem Anwesen in der Deidesheimer Straße 1 in Assenheim Jugendarbeit angeboten. Ende 2019 h
30 jahre lang hat Schneeball aktiv auf dem Anwesen in der Deidesheimer Straße 1 in Assenheim Jugendarbeit angeboten. Ende 2019 hat die Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim den Pachtvertrag gekündigt.

Es zeichnet sich ab, was mit dem ehemaligen Bauernhof in der Deidesheimer Straße 1 in Assenheim geschehen soll. Die zuständige Planungsgruppe hat ein Konzept für ein Mehrgenerationenhaus und Haus der Familie erarbeitet. Der Verbandsgemeinderat ist einverstanden. Doch bis zur Umsetzung ist es noch ein langer Weg, sagt der Bürgermeister.

In dem ehemaligen Bauernhof in der Deidesheimer Straße 1 in Hochdorf-Assenheim bot der Verein Schneeball aktiv 30 Jahre lang internationale Jugendarbeit an. Den entsprechenden Pachtvertrag für das Anwesen kündigte die Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim fristgerecht zum Jahresende 2019. Gründe waren nicht erfüllte Sicherheitsvorschriften, großer Sanierungsbedarf sowie fehlende Räumlichkeiten für die Jugendarbeit der Orts- und der Verbandsgemeinde.

Bei dem Ratsbeschluss im August 2018 setzte sich das Gremium zugleich zum Ziel, ein Konzept für die künftige Nutzung des Anwesens zu entwickeln. Die CDU-Fraktion schlug im Dezember 2018 einen zentralen Kinder- und Jugendstützpunkt vor. Von dieser Grundidee ausgehend sollte eine im Februar 2019 eigens eingerichtete Planungsgruppe, der neben Bürgermeister Stefan Veth (CDU) Vertreter jeder Ratsfraktion angehören sollten, das Vorhaben vorantreiben. Im Dezember 2019 bekam der Rat erste Überlegungen auf den Tisch, mit denen er einverstanden war. So konnte die Planungsgruppe weiterarbeiten, das nötige bautechnische Fachwissen sollten die ortsansässigen Architekturbüros Diehl und Hery beisteuern. Trotz der Corona-Einschränkungen gelang es der Gruppe noch binnen Jahresfrist, dem Rat nun ein 19 Seiten umfassendes Nutzungskonzept vorzulegen.

Ein Mehrgenerationenhaus mittendrin

Dieses sieht vor, das Anwesen mit seinen drei Gebäuden in ein Mehrgenerationenhaus und Haus der Familie umzuwandeln. Darin sollen viele Partner in einem Netzwerk zusammenarbeiten, zum Beispiel die Kreisvolkshochschule. Es soll allen Altersgruppen offenstehen und mit niederschwelligen Begegnungs-, (sozialen) Beratungs-, Bildungs- und Dienstleistungsangeboten zu einem Treffpunkt für Jung und Alt werden. Herzstück soll ein offenes Café sein.

Als mögliche Nutzer, die eigene Räume bekommen könnten, nennt die Planungsgruppe die Kinder- und Jugendpflege, Kitas und Schulen, Schneeball aktiv, die Landfrauen, das Bürgerbus-Team, die Sozialstation, das Seniorenbüro, die Gleichstellungsbeauftragte und Familienpaten. Als Anbieter könnte sie sich die Arbeiterwohlfahrt, das Kreisjugendamt, die Caritas, die Beratungsstelle Frau und Beruf, Selbsthilfegruppen und andere vorstellen. Betrieben werden soll das Mehrgenerationenhaus und Haus der Familie mit festem Personal und ehrenamtlichen Helfern. Eine Lenkungsgruppe, ein Hausteam und eine Hauskonferenz sollen das Konzept regelmäßig überprüfen und weiterentwickeln.

Baulich sollen neben dem offenen Café eine Küche und ein Hauswirtschaftsbereich entstehen, verschiedene Kreativ- und Multifunktionsräume, Übernachtungsmöglichkeiten, Büros und Sanitärräume. Die Bauarbeiten können laut Verwaltung frühestens im Herbst 2021 beginnen.

Entscheidung vor Jahresende

„Das ist ein historischer Moment. Wir entwickeln eine ganz neue Einrichtung in der geografischen Mitte der Verbandsgemeinde. Heute Abend geht es aber nur um den Auftakt“, sagte Bürgermeister Veth. Dem werde noch ein langer Weg bis zur Umsetzungsplanung folgen. Die Grünen wollten allerdings noch keine Entscheidung treffen, sondern das Thema erst noch einmal im Ausschuss für Kultur, Soziales, Jugend und Sport beraten, um etwa noch offene Fragen zu klären und eventuell weitere Ideen zu sammeln, erläuterte Sara Schön.

„Ich sehe darin nur eine Verzögerung, keinen Mehrwert“, erwiderte Veth. Dem pflichtete CDU-Fraktionschefin Bettina Kleemann bei: „Sie hatten bei all den Ortsterminen doch reichlich Gelegenheit, sich einzubringen. Und Ihre Vorschläge wurden ja auch berücksichtigt“, hielt sie den Grünen vor und kritisierte, dass „Sie immer auf den letzten Drücker noch etwas dazwischen werfen“. Das Thema in den Ausschuss zu verweisen, bedeute eine enorme Verzögerung. Dabei gehe es doch darum, schnellstens eine Örtlichkeit zu schaffen, die den Bürgern zur Verfügung steht.

Dem wiederum hielt Ralf Klein (Grüne) entgegen, es müsse gestattet sein, Fragen zu einem völlig neuartigen Konzept für die Deidesheimer Straße 1 vor einem Beschluss zu klären. Da Rat und Ausschuss auch gemeinsam tagen könnten, müsse sich deshalb nichts verzögern.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Schölles (SPD) hob die vielen erzielten Kompromisse hervor. Die Planungsgruppe habe etwas Gutes erreicht. „Deshalb sollten wir jetzt noch vor Jahresende den Beschluss fassen und das Projekt weiter voranbringen“, sagte er. Das sah die Ratsmehrheit auch so. Sie lehnte den Grünen-Antrag ab. Da in der Debatte bereits einige ihrer Fragen beantwortet wurden, stimmten anschließend aber auch die Grünen für das Nutzungskonzept. Der Hochdorf-Assenheimer Ortsbürgermeister Walter Schmitt (FWG) dankte der Planungsgruppe für ihre Arbeit. Sein Dorf freue sich auf die Gestaltung des Anwesens und die künftige Jugendarbeit dort.

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