Rhein-Pfalz Kreis Der Angst auf der Spur

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Wie sicher fühlen sich die Menschen in Mannheim? Das will eine Studie im Herbst erneut herausfinden. Vor vier Jahren gab es schon einmal eine groß angelegte Umfrage unter der Bevölkerung. Kern damals wie heute ist die Frage, ob und wie sehr sich Menschen davor fürchten, Opfer von Kriminalität zu werden.

2012 ergab die Umfrage ein im Vergleich zu anderen Städten durchaus erfreuliches Ergebnis. Um zu erfahren, wie der aktuelle Stand ist und wie sich das Sicherheitsempfinden der Mannheimer sowie die damals getroffenen Vorkehrungen entwickelt haben, soll es nun eine Wiederholung der Befragung in einem erweiterten Personenkreis geben. Die Umfrage aus dem Jahr 2012 brachte interessante Erkenntnisse: Zum einen befand sich die Furcht vor Kriminalität auf insgesamt niedrigem Niveau. Andererseits ergab die Betrachtung einzelner Stadtteile in der Studie jedoch große Unterschiede im Sicherheitsgefühl. So gab rund die Hälfte der Befragten in den Stadtteilen Neckarstadt-West, Jungbusch oder Schönau an, öfter Angst zu haben. „Wir haben als Reaktion darauf in diesen drei Stadtteilen Sicherheitsdialoge mit den Bürgern aufgesetzt und zahlreiche Anregungen daraus verwirklicht“, sagt Mannheims Sicherheitsdezernent Christian Specht (CDU). So seien im Jungbusch an einigen Stellen die Straßenbeleuchtung verbessert, Notrufsäulen installiert oder Hecken zurückgeschnitten worden. „Schönau hat ein Image-Problem“, findet Specht, der einen starken Gegensatz zwischen der vergleichsweise niedrigen Kriminalitätsrate und den verbreitet negativen Gefühlen der Menschen feststellt. Wieder anders sei es in der Neckarstadt-West, wo die starke Zuwanderung für Probleme sorge, sagt Specht. Auch die neue Sicherheitsumfrage folgt wissenschaftlichen Grundsätzen von Dieter Hermann vom Institut für Kriminologie der Universität Heidelberg. Wie der Professor bei der Vorstellung der neuen Studie im Sicherheitsausschuss des Gemeinderats erläuterte, werden zur besseren Vergleichbarkeit wesentliche Fragen der ersten Studie erneut gestellt. Diesmal sollen nicht nur Menschen zwischen 14 und 70 Jahren gefragt werden. Der Personenkreis steige damit von 6500 auf rund 10.000 – so viele Fragebögen sollen laut Hermann verschickt werden. Die Auswahl erfolge wieder nach dem Zufallsprinzip. „Wir wollen mithilfe der Studie die Ursachen von Kriminalitätsfurcht feststellen und diese bekämpfen“, erklärt der Kriminologe. Denn Furcht vor Kriminalität schaffe Unfreiheit und Misstrauen, führe zum Wegzug von Familien und trage nicht zu wirtschaftlichem Wachstum bei. Die Studie soll auch Hinweise liefern, was die Menschen über Videoüberwachung denken oder ob ein Frauen-Nachttaxi sinnvoll sein könnte. Im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung begrüßten Stadträte aller Parteien die Wiederauflage der Sicherheitsumfrage. Wie schon bei der ersten Befragung sorgten Fragen zu Problemen im Stadtbezirk für kritisches Nachhaken aus den Reihen der Grünen und Linken. Als mögliche Antworten vorgegeben sind unter anderem „eingesessene Migranten“, „Arbeitssuchende aus Osteuropa“ und „Asylsuchende“. „Der Sinn der Fragen ist es, Vorurteile aufzudecken, da Menschen mit diesen Vorurteilen immer große Kriminalitätsfurcht haben“, erläutert Hermann. Ziel sei es, Ansatzpunkte zu finden, um Menschen die Furcht vor Kriminalität zu nehmen. Dies sei im Rhein-Neckar-Kreis, wo es ebenfalls eine Studie gab, gelungen. Dort hat Hermann inzwischen eine um 50 Prozent gesunkene Kriminalitätsfurcht festgestellt. In Heidelberg soll im Januar 2017 ebenfalls eine Sicherheitsbefragung folgen. Eine Anfrage aus Ludwigshafen gibt es bisher offenbar nicht.

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