Rhein-Pfalz Kreis Das ist kaputt, kann es weg?

Am Dannstadt-Schauernheimer Bauhof hat unübersehbar der Zahn der Zeit genagt.
Am Dannstadt-Schauernheimer Bauhof hat unübersehbar der Zahn der Zeit genagt.

«Dannstadt-Schauernheim.» „Willkommen im Bauhof“, begrüßt Olaf Feustel die Politiker, die sich extra früher als sonst üblich getroffen haben, um alles bei Tageslicht begutachten zu können. Feustel leitet den Betrieb und die 14 Beschäftigten hier. Der Bauhof ist sein Reich. Er kennt jeden Winkel davon wie seine Westentasche, weiß, wo welches Werkzeug aufbewahrt wird – der perfekte Führer für den geplanten Rundgang. Dieser führt die Gruppe durch die große Halle im Ortsteil Dannstadt, in der vor allem die Einsatzfahrzeuge über Nacht abgestellt werden. Bürgermeister Stefan Veth (CDU) ist mit der Lage ebenfalls vertraut. „Das ist altes Eternit“, sagt er und zeigt mit dem Finger auf die Decke. „Das bedeutet eine teure Entsorgung“, fährt er fort. Dafür werden die 150.000 Euro, welche die Gemeinde schon vor Jahren im Haushalt für die Dachsanierung eingeplant hat, nicht reichen. Es geht weiter, vorbei an teils herabgebrochenen Wandteilen, eigens aufgebauten Stützen aus Stahl in den Sozial- und Sanitärtrakt. Auf dem Weg dahin steht für CDU-Ausschussmitglied Reiner Kesselring bereits fest: „Das ist im Grunde eine Schrottimmobilie. So einen Bauhof hat sonst keine Gemeinde mehr.“ Nach einem Blick in die Damenumkleide – im Bauhof arbeiten auch vier Frauen – stimmt ihm Parteikollege Arthur Oberbeck zu: „Das ist alles nicht mehr zeitgemäß, völlig veraltet. Das ist den Mitarbeitern nicht zumutbar.“ Nach einem Abstecher in den Aufenthaltsraum und einen kleinen Hof – den ehemaligen Hundezwinger – kehrt die Gruppe in die Halle zurück, von wo aus es in den alten Waschraum geht – vorbei an der mindestens 30 Jahre alten Heizung. Dort bröckelt der Putz von der Decke. Im nächsten Nebenraum sieht es nicht besser aus. „Das hier ist der alte Ausschank vom Radiesl-Fest“, erzählt Feustel und schwelgt kurz in Erinnerungen. Dann richtet er den Blick nach oben: „Die Styroporplatten lösen sich von der Decke“, erläutert er. Einige Minuten später dürfen sich die Ausschussmitglieder im Außengelände umschauen. Hier werden Bauzäune, Straßenschilder und Fundfahrräder aufbewahrt. Dann erfahren manche Politiker von Feustel: „Das ist nur ein Teil unseres Lagers. Ein anderer befindet sich in einem Gebäude der Gemeinde in der Westerstraße im Ortsteil Assenheim.“ Damit ist die platzbedingte Zersplitterung des Lagers aber noch nicht vollständig: das dritte Lager befindet sich auf dem Gelände der Kurpfalzschule und ein viertes auf dem Areal der Kläranlage, beide im Ortsteil Dannstadt. Letzte Station ist die Baracke neben der Halle. Auch hier genügen wenige Blicke, um zu erkennen, dass sie schon wesentlich bessere Tage gesehen hat. „Es sieht nicht gut aus“, fasst Bürgermeister Veth die Lage im Pausenraum zusammen, wo der Ausschuss schließlich berät. Die Kommentare während des Rundgangs sind ihm nicht entgangen: „Der eine oder andere sagte, es wäre Verschwendung, hier noch etwas reinzustecken.“ „Gibt es denn eine Kostenkalkulation für den Abriss und Neubau?“, kommt Oberbeck gleich zur Sache. Noch keine belastbare, antwortet der Bürgermeister. Zumal das ja nicht zuletzt davon abhänge, wo ein neuer Bauhof errichtet werden solle. Aber mindestens eine halbe Million Euro wäre wohl erforderlich. „Die bauliche Substanz hier ist grottenschlecht. Der Platz ist auch viel zu gering. Ein über die ganze Gemeinde verteiltes Materiallager ergibt keinen Sinn. Wir sollten daher gleich etwas Richtiges machen und einen zentralen Bauhof schaffen, zum Beispiel im geplanten Gewerbegebiet in Dannstadt“, sagt Johannes Kupper (CDU). Einen Teil der durch den Abriss der jetzigen Bauhofhalle freiwerdenden Fläche könne die benachbarte Feuerwehr nutzen, den Rest könne die Gemeinde zu Baugrundstücken machen. Durch deren Verkauf könnten die Kosten für den Neubau samt Standortverlegung zumindest teilweise refinanziert werden, überlegt er laut. Diese Idee begrüßt Uwe Schölles (SPD). Er verknüpft sie mit der Debatte um die Zukunft des angrenzenden Wertstoffhofs und schlägt vor, diesen dann zu erweitern. Mehrere andere Ausschussmitglieder halten es dagegen für sinnvoller, den Wertstoffhof mit dem Bauhof zu verlegen. Büroleiter Markus Lehmann gibt zu bedenken, dass die Verbandsgemeinde das dafür nötige Gelände von der Ortsgemeinde Dannstadt-Schauernheim erwerben müsste. Herbert Hery (FDP) bringt als Alternative die Fläche neben dem neuen Edeka-Markt ins Spiel. Darüber müsste mit der Ortsgemeinde Hochdorf-Assenheim und der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd verhandelt werden. Am aktuellen Bauhof sollen bis dahin nur noch die allernötigsten Reparaturen vorgenommen werden.

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