Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Dannstadt-Schauernheimer Werke erwirtschaften Gewinne

Placeholder-Image

Das Abwasserwerk hat mehr Schmutzwasser entsorgt, das E-Werk mehr Strom vertrieben. Die beiden Eigenbetriebe der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim haben 2018 jeweils einen sechsstelligen Gewinn erwirtschaftet.

Nichts zu beanstanden: So lautet das Urteil von Wirtschaftsprüfer Michael Engelter vom Büro Dr. Burret in Ludwigshafen über die beiden Werke der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim. Der Experte hat Buch- und Geschäftsführung sowie die wirtschaftliche Lage überprüft. So kann er dem Verbandsgemeinderat die Bilanzen für das Jahr 2018 ausführlich erläutern. Bürgermeister Stefan Veth (CDU) ist vor allem eine Feststellung wichtig: „Wir stehen gut da, auch im Vergleich zu anderen Kommunen.“

Abwasserwerk

Dieser Eigenbetrieb hat 2018 gegenüber dem Vorjahr 134.000 Kubikmeter mehr an Schmutzwasser entsorgt. Der Gewinn hat sich um 168.000 Euro auf 345.000 Euro nahezu verdoppelt. Das sei neben der höheren Schmutzwassermenge erhöhten Gebühren zu verdanken, erläutert Engelter. Diese hat die Kommune in den vergangenen Jahren wiederholt angepasst, um eine Rücklage für ein Großprojekt zu bilden – das Sanieren und Erweitern der Kläranlage im Ortsteil Dannstadt. Um die Gebühren nicht auf einen Schlag massiv erhöhen zu müssen, hat sich der Gemeinderat für schrittweise Erhöhungen entschieden. Und so soll auch der neuerliche Jahresgewinn in die allgemeine Rücklage fließen.

Elektrizitätswerk

Das Elektrizitätswerk hat sein Leitungsnetz 2013 an die Energie Dannstadter Höhe GmbH abgetreten, die von der Verbandsgemeinde sowie der Thüga Energienetze GmbH betrieben wird. Seitdem kümmert es sich nur noch um den Vertrieb. Dort hat das Werk vergangenes Jahr zwar mehr Strom verkauft, aber trotzdem um 54.000 Euro geringere Umsatzerlöse eingefahren. „Wie ist so etwas denn möglich?“, wundern sich einige Ratsmitglieder. Engelter kennt die Antwort: „Das hat mit den Sonderabnehmern zu tun.“ Dabei handle es sich um Großkunden, die für ihren enormen Bedarf günstigere Konditionen ausgehandelt hätten. Unter dem Strich hat der Betrieb dennoch einen Jahresgewinn von 508.000 Euro erzielt – das sind 68.000 Euro mehr als im Vorjahr. Dieser Betrag wird an die drei Ortsgemeinden Dannstadt-Schauernheim, Hochdorf-Assenheim und Rödersheim-Gronau ausgeschüttet. „Die können das gut gebrauchen“, sagt Bürgermeister Veth.

Die Reaktionen der Fraktionen

CDU-Fraktionschefin Bettina Kleemann lobt, dass bei den Werken noch immer alles vorschriftsmäßig läuft. Das geänderte Kundenverhalten werde sich wohl zunehmend auf das Elektrizitätswerk auswirken. Zum Beispiel da immer mehr Leute Strom selbst produzieren. Ein zusätzlicher Faktor sei die leichte Vergleichbarkeit von Stromanbietern durch das Internet. Beim Abwasserwerk machten sich die gestiegenen Gebühren bemerkbar. Dabei macht Kleemann klar, dass durch die bevorstehenden hohen Investitionen in die Kläranlage weitere Tariferhöhungen unausweichlich seien. Das bestätigt Marc Hauck (FDP). Er merkt zudem an, dass es auch beim Stromwerk gelungen sei, die nötigen Mittel für Investitionen zu erwirtschaften. Michael Schulz (SPD) und Sara Schön (Grüne) danken den Mitarbeitern für ihre sehr gute Arbeit. So verabschiedet der Rat am Ende die Jahresabschlüsse beider Werke einstimmig.

x