Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Dannstadt-Schauernheim: Unbekannte machen sich an Elektrozaun zu schaffen

Eine Gefahr für Mensch und Tier: Die absichtlich an dem Elektrozaun einer Pferdekoppel im Ortsteil Dannstadt angebrachten Kleidu
Eine Gefahr für Mensch und Tier: Die absichtlich an dem Elektrozaun einer Pferdekoppel im Ortsteil Dannstadt angebrachten Kleidungdsstücke könnten die Stromzufuhr unterbrechen und die Pferde ausbüxen lassen, warnt die Besitzerin. Foto: Wagner-Wieland/frei Foto: Markus Müller

Unbekannte haben sich am Elektrozaun einer Pferdekoppel im Ortsteil Dannstadt zu schaffen gemacht und dessen Stromversorgung beeinträchtigt. Die Pächterin warnt vor den gefährlichen Folgen, hat eine Belohnung für Hinweise auf die Täter ausgesetzt und Strafanzeige erstattet. Nun ermittelt die Polizei.

Kleidungsstücke aufgereiht wie an einer Wäscheleine: Diese Szene bietet sich Marisa Wagner-Willand, als sie eines Morgens an die Koppel mit ihren Pferden kommt, die zwischen der Mozart- und der Industriestraße im Ortsteil Dannstadt liegt. Was zunächst harmlos wirkt, kann im schlimmsten Fall verhängnisvolle Konsequenzen haben. Denn der Elektrozaun soll die Pferde daran hindern, das Gelände zu verlassen. „Die darauf gehängten Kleidungsstücke beeinträchtigen aber den Stromkreislauf. Ist kein Strom mehr auf dem Zaun, könnten meine Pferde ausbüxen und auf die Straße laufen“, erläutert sie die drohende Gefahr.

Die ist nicht zu unterschätzen, der Name Industriestraße deutet es an: Nahe der Koppel befindet sich das Gewerbegebiet Dannstadt-Ost, wo entsprechender Verkehr herrscht. In die andere Richtung, nach Westen, ist es nicht weit bis zur viel befahrenen Hauptstraße. Was die Situation zusätzlich verschärft: Der Weg bis zu den beiden Autobahnen 61 und 65 ist für ein Pferd ebenfalls leicht zu überwinden. „Und es braucht sicher niemand Pferde auf der Autobahn, von einem Unfall ganz zu schweigen“, sagt Wagner-Willand.

Besitzerin sicher: Es war Absicht

Ihr zufolge wird entlang des Wirtschaftswegs, der zu der Koppel führt, häufig Müll in die Gegend geworfen. Darunter seien auch früher schon immer wieder mal Kleidungsstücke gewesen. Bis vor Kurzem seien die aber wenigstens nicht auf dem Elektrozaun gelandet. Dass Absicht dahinter steckt, steht für die 33-Jährige zweifellos fest: „Der Wind hat sie nicht auf den Zaun geweht. Das erkennt man allein schon daran, dass einige mit einem Stock festgedreht wurden.“

Ihr zufolge wird entlang des Wirtschaftswegs, der zu der Koppel führt, häufig Müll in die Gegend geworfen. Darunter seien auch früher schon immer wieder mal Kleidungsstücke gewesen. Bis vor Kurzem seien die aber wenigstens nicht auf dem Elektrozaun gelandet. Dass Absicht dahinter steckt, steht für die 33-Jährige zweifellos fest: „Der Wind hat sie nicht auf den Zaun geweht. Das erkennt man allein schon daran, dass einige mit einem Stock festgedreht wurden.“

Deshalb hat die Pferdebesitzerin nun Strafanzeige erstattet. Erstens wegen Hausfriedensbruch, da jemand, um überhaupt an den Zaun zu gelangen, das Privatgrundstück widerrechtlich betreten muss. Zweitens wegen des Missbrauchs von Notrufen und Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln. Das betrifft die Paragrafen 123 und 145 im Strafgesetzbuch. Hausfriedensbuch kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe geahndet werden. Wer absichtlich „die zur Verhütung von Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr dienenden Schutzvorrichtungen verändert oder unbrauchbar macht“, kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe zur Verantwortung gezogen werden. Für Hinweise, die zu den Tätern führen, hat die Dannstadt-Schauernheimerin eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt. „Bisher hat sich aber leider noch niemand gemeldet“, sagt sie.

Hilft Videoüberwachung?

Um ihre Pferde zu schützen, überwacht Wagner-Willand das Privatgelände bereits per Videokamera. „Es landen nämlich auch leider oft leere Glasflaschen auf der Koppel“, sagt sie. Wegen des Vorfalls mit dem Elektrozaun und der drohenden Gefahr für die Allgemeinheit habe ihr die Polizei empfohlen, bei der Gemeindeverwaltung eine Erlaubnis für das Ausweiten der Videoüberwachung auf den Wirtschaftsweg zu beantragen.

Aber: Kann eine Kommune die Videoüberwachung des öffentlichen Raums anordnen? Theoretisch ja, antwortet Thomas Divivier vom Ordnungsamt, schränkt allerdings sofort ein: „Hier greift der Datenschutz, dessen Vorgaben strikt sind und so etwas nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen zulassen.“ Darüber hinaus müsse bei der Videoüberwachung unterschieden werden zwischen Beobachten und Aufzeichnen. Für die letzte Variante gelten ihm zufolge noch strengere Auflagen, da sie wesentlich stärker in die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen eingreift.

Bei dem Weg entlang der Pferdekoppel bestehe ein weiteres Problem darin, dass die Überwachung durch eine Privatperson erfolgen würde. „Das wäre noch schwieriger und müsste ganz genau geprüft werden“, sagt er. Zumal die Videoüberwachung zur Strafverfolgung eigentlich den Polizeibehörden obliege. Divivier räumt aber zugleich ein, dass die Gemeinde mit einer solchen Konstellation bisher nicht konfrontiert war. Sollte sich Wagner-Willand tatsächlich deswegen melden, werde das Anliegen sorgfältig geprüft und abgewogen. Unabhängig davon würden die Außendienstmitarbeiter den Fokus etwas stärker auf den Weg richten und dort öfter mal vorbeischauen.

Dannstadt-Schauernheims Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU) bestätigt indes, dass dort im Tatzeitraum allgemein viele Kleider in der Gegend herumlagen. Der Bauhof habe diese inzwischen eingesammelt. Sie hat deshalb einige Schilder aufstellen lassen, die darauf hinweisen, dass es verboten ist und auch geahndet wird, Müll oder andere Gegenstände einfach wegzuwerfen. Damit alle Menschen, die üblicherweise im Dorf unterwegs sind, sie verstehen, sind die Hinweise neben Deutsch ins Bulgarische, Rumänische und Ungarische übersetzt.

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