Schifferstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Dann eben ohne Bahn: Kein Gleisanschluss ins Industriegebiet

Überwachsen: Die alten Gleise werden nicht mehr reaktiviert.
Überwachsen: Die alten Gleise werden nicht mehr reaktiviert.

Schifferstadt gibt den Gleisanschluss des Industriegebiets Süd an die Bahntrasse Schifferstadt-Speyer auf. Das hat der Stadtrat nun entschieden. Sollten es sich die Schifferstadter eines Tages anders überlegen, wäre das erneute Anbinden an das Streckennetz der Deutschen Bahn aber möglich.

Zunächst hatte der Verkehrsausschuss im Februar 2019 noch beschlossen, den Anschluss zu erhalten. Zumal für das irgendwann anstehenden Erneuern der Gleise die Deutsche Bahn bezahlen würde. So sah und sieht es jedenfalls der aktuelle Vertrag zwischen der Kommune und dem Unternehmen vor.

Mittlerweile hat sich die Lage allerdings geändert: Die Deutsche Bahn möchte im kommenden Jahr das Stellwerk in Speyer neu bauen und 2023 die Gleise erneuern. Die Anschlussweiche in Schifferstadt wäre dem Konzern zufolge spätestens 2028 an der Reihe. Darüber hinaus drängt die Bahn darauf, die Kosten für solche Sanierungsarbeiten künftig anderes zu verteilen. Im Fall der geplanten Erneuerung wären das wohl rund 270.000 Euro. Nach dem bisherigen Vertrag müsste das Unternehmen diese Summe alleine stemmen, künftig möchte es sich diese Kosten jedoch mit der Stadt teilen. Für den Gleisanschluss würde das bedeuten, dass sich Schifferstadt mit 135.000 Euro zu beteiligen hätte.

Rückbau oder Kostenbeteiligung

Vor diesem Hintergrund wollte die Deutsche Bahn wissen – für die weitere Planung des Speyerer Stellwerks –, ob die Stadt Schifferstadt auch unter den neuen vertraglichen Bedingungen an ihrem Anschluss ins Industriegebiet festhalten wolle. Für den Fall, dass sie darauf verzichtet, bot der Konzern zudem an, die Rückbaukosten für Teilstücke auf städtischem Gelände zu übernehmen. Das wären voraussichtlich um die 70.000 Euro. Den Rückbau hielt die Stadtverwaltung zwar nicht für nötig, da die Gleise niemanden stören. Doch angesichts des Angebots der Kostenübernahme, des wohl auch in Zukunft fehlenden Bedarfs seitens der Betriebe im Industriegebiet für einen Bahnanschluss und der geänderten Kostenanteile empfahl sie dem Rat aber trotzdem, auf den Gleisanschluss zu verzichten. Dieser Empfehlung folgte das Gremium.

Sollte der Anschluss irgendwann wider Erwarten doch benötigt werden, könnte er laut Verwaltung jederzeit wieder hergestellt werden – auf Kosten der Stadt. Die würden in zehn bis 15 Jahren wohl zwischen einer halben Million und 1,5 Millionen Euro liegen, schätzt die Verwaltung.

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