Dannstadt-Schauernheim
Corona und Spritpreise: Ruftaxibetreiber in Nöten
Seit zwei Jahren kämpft sich Taxi Hügelschäfer durch die Corona-Krise. In dieser schwierigen Zeit hat das Unternehmen nach Angaben von Inhaber Werner Hügelschäfer vieles aushalten müssen: die vorübergehend komplett eingestellte Ruftaxilinie, fehlende Pendler wegen der zunehmenden Arbeit im Homeoffice, fehlende Auszubildende und Schüler, aber auch die phasenweise Einführung der 3G-Regel und einiges mehr. All das habe zu einer deutlich geringeren Auslastung des Ruftaxis geführt und einen „enormen wirtschaftlichen Tribut“ gefordert, sagt er. Zumal die Kosten für Personal und Fahrzeuge, die ja trotzdem weiter gewartet werden müssen, in der Pandemie überdurchschnittlich gestiegen seien.
„Ich bin am Limit“, erklärt Hügelschäfer in einem Schreiben an die Gemeinde, das vom 13. März datiert. Und ausgerechnet in dieser extrem angespannten Situation seien jetzt auch noch die Spritpreise explodiert. Die exorbitanten, immer noch steigenden Preise ließen einen wirtschaftlichen Betrieb des Ruftaxis nicht mehr zu und führten zu Defiziten, die er nur kurzfristig verkraften könne. „Ich beantrage daher die Erhöhung des aktuellen Ruftaxitarifs um 25 Prozent“, schreibt der Inhaber weiter und schließt mit dem Hinweis: „Ich bitte außerdem um ein beschleunigtes Verfahren, sonst sind das Überleben meines Unternehmens und Arbeitsplätze massiv bedroht.“
Es reicht nicht, wenn die Ortsgemeinde zustimmt
Grundsätzlich haben die Politiker im Rat Verständnis für Hügelschäfers herausfordernde Lage und sind durchaus bereit, den Ruftaxitarif anzupassen. Aber die Ortsgemeinde sei nur einer von drei Geldgebern, einer Erhöhung – nicht zuletzt im beantragten Umfang – müssten auch die beiden anderen zustimmen. Zumal der Rhein-Pfalz-Kreis und der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) den größten Anteil der Kosten tragen, während der Eigenanteil der Kommune relativ klein ausfalle. Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU) verdeutlicht das anhand der Planzahlen für dieses Jahr: Von den erwarteten Kosten von 200.000 Euro würden Kreis und VRN 155.000 Euro bezuschussen. Die Stellungnahmen der beiden lägen noch nicht vor. Zugleich erinnert die Ortschefin daran, dass dem Taxiunternehmen 2021 wegen der Pandemie schon eine Tariferhöhung um acht Prozent zugestanden wurde.
Um weitere 25 Prozent zu erhöhen, das erscheint den Politikern denn auch tendenziell zu viel: „deftig“ (Uwe Schölles, SPD), „deutlich über der Inflationsrate“ (Emil Burkhardt, CDU), „Forderung teilweise berechtigt“ (Marc Hauck, FDP). Andere warnen vor dem Wegfall des langjährigen Ruftaxipartners (Bürgermeister Stefan Veth, CDU; Ralf Klein, Grüne). Am Ende folgt der Rat einem Kompromissvorschlag Burkhardts: einer Tariferhöhung um 15 Prozent unter der Voraussetzung, dass Kreis und VRN mitziehen.