Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Container für Flüchtlinge: Verwaltung kauft Anlage

Die Container sollen im Gewerbegebiet „Östlich der Assenheimer Straße“ aufgestellt werden.
Die Container sollen im Gewerbegebiet »Östlich der Assenheimer Straße« aufgestellt werden.

Die Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim kauft Container für die Unterbringung von Flüchtlingen. Das sei billiger als mieten. Die Container könne man später weiternutzen.

Es waren gleich zwei Tagesordnungspunkte, bei denen sich die Mitglieder des Verbandsgemeinderats mit dem Thema Container für Flüchtlinge in der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim beschäftigen durften. Denn auch die Verbandsgemeinde muss ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachkommen, Geflüchtete unterzubringen. Und wie in anderen Kommunen im Rhein-Pfalz-Kreis, so gehen auch Bürgermeister Stefan Veth (CDU) und seiner Verwaltung die Möglichkeiten aus, die Menschen in Wohnungen unterzubringen, die entweder im Besitz der Verbandsgemeinde oder angemietet sind.

Daher heißt die Lösung auch in dieser Verbandsgemeinde: Container. Konkret geht es um 16 Container, in denen jeweils zwei Menschen untergebracht werden sollen. Wie Christine Fabian von der Bauabteilung im Dannstadter Rathaus berichtete, sind bei der Containersiedlung, die in Rödersheim-Gronau aufgestellt wird, noch ein Aufenthaltsraum, zwei Räume für Sozialarbeiter, eine Zentralküche und Parkplätze sowie Abstellmöglichkeiten für Fahrräder vorgesehen.

Mieten oder kaufen?

Die große Frage für die Verwaltung sei gewesen, ob man die Container kaufen oder mieten solle, berichtete Stefan Veth. Vier Miet- und zwei Kaufangebote seien bei der Verwaltung eingegangen. Die Entscheidung sei am Ende für einen Kauf von Containern gefallen. Das Auftragsvolumen umfasst laut Veth rund eine Million Euro. Zum Vergleich: Die Angebote für eine Miete hätten sich für eine Dauer von 36 Monaten zwischen 400.000 und knapp 800.000 Euro bewegt. Allerdings rechne die Verwaltung damit, dass man die Container mindestens fünf Jahre benötige. Damit sei das die günstigere Variante für die Verbandsgemeinde gewesen.

Stefan Veth nannte in der Sitzung weiter Vorteile: „Wenn wir die Container zurückgeben, dann ist das wie beim Leasing. Dann werden alle Schäden aufsummiert und in Rechnung gestellt.“ Nach fünf Jahren habe sich der Kauf der Anlage amortisiert, zumal man vom Rhein-Pfalz-Kreis auch noch mit Zuschüssen rechne. Die Kaufvariante fand auch bei den Fraktionen breite Zustimmung.

Weiternutzung möglich

Sollten die Container irgendwann nicht mehr benötigt werden, könne man sie an einem anderen Platz in der Verbandsgemeinde wieder verwenden. Die Ortsgemeinde Rödersheim-Gronau habe das Gelände an die Verbandsgemeinde verkauft, erläuterte Veth. Wenn die Fläche, die in dem Gewerbegebiet „Östlich der Assenheimer Straße“ liegt, nicht mehr für die Containeranlage benötigt werde, wolle man diese an einen Gewerbetreibenden veräußern, betonte Veth.

Der Auftrag für das Projekt ist bereits erteilt, informierte der Bürgermeister, da es in Grundzügen schon in einer vorherigen Sitzung vom Verbandsgemeinderat verabschiedet worden sei. Bei einer Enthaltung hat das Gremium auch beschlossen, dass die Verwaltung die Tiefbauarbeiten für das Areal ausschreiben soll. Der Untergrund muss für die Container hergerichtet, die Anschlüsse für die Versorger müssen geplant und eingebaut werden. Die Kostenschätzung dafür liegt bei 280.000 Euro.

Infoveranstaltung im Juni

Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde ließ bei seinen Ausführungen allerdings auch durchblicken, dass mit der Containeranlage in Rödersheim-Gronau der Schlussstrich unter dieses Thema in der Verbandsgemeinde noch nicht gezogen sei. „Wir sind in allen Ortsgemeinden am Schauen, ob es noch weitere geeignete Flächen gibt“, sagte Veth. Der Hintergrund: Laut Veth ist die Einrichtung am Harderhof am Ende ihrer Lebenszeit angekommen. „Dafür bekommen wir keine Betriebserlaubnis mehr“, sagte er. Allerdings sei die Anlage in Rödersheim-Gronau nicht als Ersatz für den Harderhof zu sehen. „Wir werden noch weitere Unterkünfte schaffen müssen“, betonte Veth. Spruchreif sei aber noch nichts.

Fix ist dagegen laut Beigeordneter Marion Strese (CDU) der Termin für eine Informationsveranstaltung für die Bürger von Rödersheim-Gronau zu der Containeranlage im Dorf. Diese soll am 3. Juni stattfinden. Dabei sollen die Pläne und das Konzept vorgestellt werden. Auch die Sozialarbeiter, die sich dann um die Menschen dort kümmern sollen, werden zur Sprache kommen.

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