Waldsee RHEINPFALZ Plus Artikel Bussard und Schleiereule hautnah erlebt

Vom Frettchen bis zur Blaubussard: Die Falknerei Birds of Prey hat ihre Tiere gezeigt. Tim (rechts) ist von der Schleiereule, di
Vom Frettchen bis zur Blaubussard: Die Falknerei Birds of Prey hat ihre Tiere gezeigt. Tim (rechts) ist von der Schleiereule, die ihm Courtney Kröner zeigt, fasziniert.

Hedwig balgt sich mit Athene im Käfig, während Zeus in voller Pracht nebenan thront: Die Falknerei Birds of Prey hat in Waldsee zum Aktionstag eingeladen.

Der Name Birds of Prey bedeutet nichts anderes als „Raubvögel“. Genau die lernen Jung und Alt am Samstag kennen. Courtney Kröner, die in ihrer Heimat, dem Sauerland, in einer Falknerei gearbeitet hat, ist der Liebe zu Thorsten Iwersen wegen in die Pfalz gezogen. Der wiederum hegt eine Leidenschaft für die Jagd. So wie die beiden zusammenfanden, vereinigte sich auch ihr Traum von einer eigenen Falknerei. In Waldsee fanden sie in der Nachbarschaft des ASV-Geländes ein Areal mit Tabakscheune, hinter der sich mittlerweile 16 Greifvögel zuhause fühlen.

„Wir haben unheimlich Spaß an der Öffentlichkeitsarbeit“, betont Kröner. Das ist der Grund, weshalb sie am Samstag tiefere Einblicke in ihrer Arbeit gewährt. Die Bevölkerung nimmt das mit Interesse an, wenngleich das regnerische Wetter suboptimal für die Flugdarbietungen ist, die Iwersen eigentlich vorgesehen hat.

Allein die Anwesenheit der Vögel reicht beim Nachwuchs indessen für die große Begeisterung. „Mit welchem möchtest du ein Foto haben?“, fragt Silke Menrath ihre Tochter Melina. Die Zehnjährige grinst: „Mit allen.“ Das Mädchen muss sich jedoch entscheiden, denn pro Foto muss ein Gutschein erworben werden, der eingelöst werden kann.

Die kleine Lina ist mit Olaf mehr als zufrieden. Die Schleiereule ist Kröners Liebling. „Olafs Mama“ steht in fetten Buchstaben auf dem Pullover der aufgeweckten Frau, die hauptberuflich beim Familienwerk in Speyer arbeitet. In der Freizeit setzt sie die Greifvögel auch zur therapeutischen Arbeit mit behinderten Kindern ein.

Keine Berührungsängste

Olaf ist erst im April dieses Jahres geschlüpft. Blaubussard Zeus hat schon fünf Jahre auf dem Buckel und ist Iwersens Ein und Alles. Für den achtjährigen Nicklas ist der Vogel, der zur größten Bussardart der Welt gehört, zumindest eine riesige Faszination. Wortlos bestaunt der Junge aus Speyer das Tier vom Absperrband aus. „Er hat zuhause schon etliche Bücher von Greifvögeln und interessiert sich sehr dafür“, erklärt Papa Jens Schuhmacher auch den Grund dafür, weshalb er sich an diesem Samstag für einen Ausflug nach Waldsee entschieden hat.

Berührungsängste hat niemand an dem Tag. Das Falknerteam wirkt souverän und vertrauenswürdig auf die Besucher. Selbst Nachwuchsfalkner Cedric wird als kompetenter Ansprechpartner gerne in Anspruch genommen. Er hat einiges zu berichten von Wüstenbussard Mordet aus Mexiko, von Habicht Lakata oder von dem gut sechs Monate alten, gerade mal 170 Gramm schweren Steinkauz Pumuckl, den es in Plüschtiervariante zu erwerben gibt.

Während die Vögel ihr Gefieder spreizen, jagen sich Hedwig und Athene weiter im Käfig. Sie können nicht fliegen, helfen aber beim Jagen. Die Frettchen werden in den Bau anderer Tiere vorgeschickt. Haben sie sie aus deren Zuhause verjagt, schlägt ein Greifvogel zu – wie Zeus, der wieder eine Pause auf seinem „Thron“ eingelegt hat.

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