Dannstadt-Schauernheim Bläserphilharmonie musiziert seit 75 Jahren

Die Bläserphilharmonie Dannstadt: Das Orchester feiert sein 75-jähriges Bestehen.
Die Bläserphilharmonie Dannstadt: Das Orchester feiert sein 75-jähriges Bestehen.

Hunde und Katzen seien davongelaufen, als vor 75 Jahren die Dannstadter Musiker ihre erste Probe hielten. Eine witzige Legende. Die Bläserphilharmonie feiert Jubiläum.

In der Chronik zum 25-jährigen Bestehen ist die nicht ganz ernst gemeinte Geschichte nachzulesen. Historisch richtig ist aber, dass sich die damals jungen Gründungsväter in der Scheune von Herbert Hery getroffen haben. Offenbar haben sie fleißig geübt, denn zu Fronleichnam 1951 spielten sie schon bei der Prozession mit. Daraus folgte dann das Etikett „katholische Blaskapelle“, was gar nicht beabsichtigt war. Der offizielle Eintrag ins Vereinsregister erfolgte am 11. März 1953 als Musikverein Harmonie. Die 14 Gründer probten im Gasthaus „Adler“, später auch in anderen Wirtschaften.

Einen deutlichen Sprung in der musikalischen Entwicklung machte die Kapelle 1962 mit Dirigent Otto Schwöbel, berichtet die Chronik. Da wurden die Dannstadter so gut, dass sie 1975 zum Konzert auf der Bundesgartenschau in Mannheim eingeladen wurden. Es folgten mehrere Dirigenten, die das Niveau weiter hoch hielten. Ein großer Kraftakt war die Renovierung des Vereinshauses ab 1996, bei dem die Mitglieder in Tausenden Arbeitsstunden unter der Leitung von Paul Rudeck ihr Heim komplett in Eigenleistung renovierten.

Musizieren auf hohem Niveau

Heute sind die Dannstadter Musiker stolz auf ihren musikalischen Anspruch und die Qualität, die sie mit Dirigent Sebastian Lastein hoch halten. Die Notenliteratur ist in Schwierigkeitsstufen eingeteilt. Die Dannstadter bewegen sich bei Konzerten und Wettbewerben auf Stufe Fünf plus – knapp unter der Höchstschwierigkeit der Stufe Sechs, berichtet Arne Lehmann, der als Klarinettist mitspielt und die Pressearbeit für das Orchester macht.

Dirigent Lastein führt seit elf Jahren den Taktstock. Noch während seines Studiums übernahm er eine Vertretungsstunde für die Bläserklasse. „Ich ahnte nicht, dass dieser Moment mein Leben verändern würde“, schreibt er in seinem Grußwort zum Jubiläum. Nach der Bläserklasse folgte das Jugendorchester und dann das Hauptorchester: „Ein Schritt, den ich nie geplant, aber im Herzen ersehnt hatte.“ Er schätzt das menschliche Miteinander, die Offenheit und die Bereitschaft, Neues zu wagen. Dazu gehören Aufführungen mit befreundeten Ensembles und Orchestern, immer Begegnungen auf höchstem Niveau.

Fest am Zentrum Alte Schule

Die Bläserphilharmonie Dannstadt feiert am Samstag den ganzen Tag um den Ochs-und-Esel-Brunnen am Zentrum Alte Schule. Los geht es um 11 Uhr mit dem Jugendorchester. Die Nachwuchsmusiker von elf bis 15 Jahren spielen Filmmusik und Popsongs unter der Leitung von Juliane Neuhaus. Dann gibt es für Interessierte die Möglichkeit, Instrumente aus der Nähe zu sehen, anzufassen und zu probieren. Für die Kleinen gibt es eine Hüpfburg, Kinderschminken und verschiedene Spiele. Um 15 Uhr folgt ein musikalisches Bingo: Der Musikverein Hochdorf ist zu Gast und spielt Melodien, die auf der Bingo-Karte zu raten und anzukreuzen sind. Bei einer Tombola gibt es Sachpreise, darunter Museumskarten und Jugendherbergsübernachtungen.

Höhepunkt des Tages wird das Jubiläumskonzert der Bläserphilharmonie ab 20 Uhr. Die Zuhörer erwartet sommerliche sinfonische Musik, mit epischer Filmmusik, heißem Latin und peppigem Pop. Den ganzen Tag über gibt es am Platz Food-Trucks mit verschiedenen Spezialitäten und natürlich auch allen Arten von Getränken sowie Kaffee und Kuchen.

Wer beim Zuhören Lust auf Mitmachen bekommt, kann gerne zu den Proben kommen. Das Jugendorchester probt freitags von 18.30 bis 19.30 Uhr, das große Orchester im Anschluss ab 19.45 bis 22 Uhr im Zentrum Alte Schule.

Die Gründer der Bläserphilharmonie Dannstadt. Stehend von links Franz Basner, Theo Schönbucher, Hilmar Stöcklein, Franz Schwab,
Die Gründer der Bläserphilharmonie Dannstadt. Stehend von links Franz Basner, Theo Schönbucher, Hilmar Stöcklein, Franz Schwab, Alban Hery, Eugen Drissler, Jürgen Basner, Herbert Hery, Josef Rief. Vorne von links Peter Kälin, Willi Seyfried, Hermann Rief, Gerhard Gerlinger.
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