VG Römerberg-Dudenhofen
Bürgermeisterwahl: Kandidaten debattieren um die Wette
Seinen gelben Wahlkampf-Kapuzenpullover hat Justus Rabe (FDP) bei der Podiumsdiskussion der Verbandsbürgermeisterkandidaten gegen einen dunklen Anzug eingetauscht. „Meine Frau hat mir da strikte Anweisungen gegeben“, sagt Rabe. Er habe lange überlegt, ob er nicht doch etwas legerer auftreten soll. Ein Anzug mache dann doch etwas her. Froh ist der Jüngste im Kandidatenkreis, endlich im Wahlkampf angekommen zu sein. Er freue sich, wenn er mit den Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt komme. Sichtlich wohl fühlt er sich bei der Podiumsdiskussion vor der Kamera. Hinter seinem Tisch tänzelt er hin und her, fleißig macht er sich Notizen. Die Minute Redezeit, die er als zu kurz empfindet, reizt er nur selten aus, kommt schnell auf den Punkt und lässt den Zeiger meist bei etwas mehr als 40 Sekunden stoppen.
Matthias Hoffmann (Grüne) ist der Gegenpol. Besonnen ruht er an seinem Tisch, lässt sich bei seinen Antworten Zeit. Von ihm stammt der Rederekord an diesem Abend. Eine Minute, 20 Sekunden. Das schafft sonst keiner. Kleidertechnisch verlässt er sich auf Sakko und Hemd. „Genau das hier“ trage er auch auf seinen Wahlplakaten. Auf seinem iPad hat er seinen Fahrplan für den Abend vor sich. „Ich lebe aber auch davon, was spontan kommt“, erklärt Hoffmann seine Taktik für die Podiumsdiskussion.
„Ein Farbtupfer“, sagt Silke Schmitt-Makdice, sei sie mit RHEINPFALZ-Moderatorin Nadine Klose in der ansonsten eher gedeckt auftretenden Herrenrunde. Das habe sie vorab geahnt und sich daher für ein Jackett in einer ihrer Lieblingsfarben – rot – entschieden. „Farbe ist für mich auch immer ein Statement“, sagt Schmitt-Makdice, die sich vor der Diskussion mit den Ortsvereinen über die Probleme in der Verbandsgemeinde ausgetauscht hat. Auch mit dem Haushaltsplan der VG habe sich die Mitarbeiterin der Speyerer Stadtverwaltung vorab beschäftigt.
Seine Erfahrung als Ortsbürgermeister möchte Harald Löffler ausspielen. „Seit 18 Jahren“, sagt er, bekleidet er das Amt und wird nicht müde, diesen Fakt immer wieder in seine Aussagen einzubringen. Stilistisch reiht auch er sich in die Gedeckte-Sakko-Fraktion ein. Das Amt des Verbands- oder Ortsbürgermeisters, sagt er, hat eine gewisse Würde. Hemd und Sakko wären somit angemessen. Schmunzelnd meint er hierzu: „Mein Kleid hat mir leider nicht mehr gepasst.“ Ein nicht ganz ernst gemeintes Angebot von Schmitt-Makdice, ein Kleid aus ihrer Schwangerschaft zu tragen, lehnt Löffler, dessen Ortsbürgermeister-Amtszeit mittlerweile alleine Auto fahren dürfte, wenn sie ein Mensch wäre, dankend ab.
