Otterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Auftritt des Musikvereins: Das Programm aus der Schublade überzeugt

Stimmiges Gesamtbild: der Musikverein Otterstadt auf der Bühne.
Stimmiges Gesamtbild: der Musikverein Otterstadt auf der Bühne.

Zusammenhalt macht den Musikverein Otterstadt aus. Das haben die Musikerinnen und Musiker beim Jahreskonzert wieder unter Beweis gestellt. Das Interesse war groß.

„Wir öffnen heute Schubladen mit musikalischen Leckerbissen.“ Mit diesen Worten begrüßte Musikvereinsvorsitzender Daniel Herrmann am Samstagabend die 220 Gäste, die dafür sorgten, dass das Remigiushaus voll besetzt war. Es folgte ein gut zweistündiges Konzertprogramm, bei dem nicht nur die 57 Musikerinnen und Musiker mit Dirigentin Heike Schneider, sondern auch die Moderatorinnen Alina Löffel-Staßen und Laura Schwab immer wieder im Mittelpunkt standen.

Die beiden jungen Frauen – Schwab ist 21 Jahre alt, Löffel-Staßen 20 – sind eigentlich Teil des Generationenorchesters und spielen beide Querflöte. Doch diesmal wurde ihnen eine andere Rolle zuteil, nicht ganz freiwillig: Denn Alina Löffel-Staßen hatte eine Fingerverletzung ausgebremst, sodass sie sich angesichts fehlender Übungsstunden an der Querflöte nicht so fit fühlte, um das Niveau für den Konzertabend zu erfüllen. Laura Schwab kann seit einiger Zeit ebenfalls nicht mehr regelmäßig an den Proben teilnehmen, weil sie in Würzburg studiert. Nichtsdestotrotz wollten sich die zwei Frauen einbringen. Mit ihrer Moderation gelang ihnen das auch sehr gut.

Pfiffig moderiert, mitreißend musiziert

Laura Schwab und Alina Löffel-Staßen kamen immer dann auf die Bühne, wenn sie das nächste Stück ankündigen sollten und nutzten dafür charmant und pfiffig einen kleinen Schrank. Vor jedem neuen Lied öffneten sie eine Schublade, zogen einen Gegenstand heraus, leiteten damit auf die nächste Darbietung der Musiker über und gaben den Publikum noch kurz etwas Musikgeschichte zum Besten. Ein Beispiel gefällig? Alina Löffel-Staßen zog ein Gitarrenblättchen aus einer Schublade, Laura Schwab gab zu, dass das auf fast jedes Lied hinweisen könne, es jedoch die „inoffizielle Rockmusik-Hymne“ symbolisieren soll. Die Rede war von „Smoke on the water“, das das Elementarorchester anschließend überzeugend präsentierte. Im Elementarorchester musiziert der Nachwuchs des Vereins. Laut Dirigentin Heike Schneider geht das jüngste Mitglied in die dritte Klasse und spielt Saxofon.

Die 17 Kinder hatten sichtlich Spaß an ihrem Auftritt im Remigiushaus, das einmal sogar in pinkfarbenem Licht erstrahlte. Und zwar dann, als Moderatorin Laura Schwab eine Barbie aus der Schublade zog und Alina Löffel-Staßen den Ohrwurm, „den eine ganze Generation geprägt hat“, anmoderierte: „Barbie Girl“ von Aqua.

Reaktion auf großen Andrang beim Kartenvorverkauf

Bei diesem Konzertabend war alles aufeinander abgestimmt: Nach den vier Liedern des Elementarorchesters, betraten die 40 Musikerinnen und Musiker des Generationenorchesters die Bühne und unterhielten das Publikum mit zehn Stücken: Mal laut, mal leise wie beim „slawischen Tanz Nummer 8“ – ein Stück, das der Musikverein zuletzt vor 25 Jahren aufgeführt hatte. Mal geheimnisvoll bei „Phantom of the Opera“, mal abwechslungsreich bei der musikalischen Interpretation von „Gullivers Reisen“. Nach der Pause folgte unter anderem klassische Blasmusik mit modernen Elementen bei „Seagate Overture“ sowie eine musikalische Reise durch die verschneiten Schweizer Alpen bei Sonnenschein mit dem „Glacier Express“. Zum Abschluss sorgte das Generationenorchester mit „The Magic of Boney M“ für wippende Köpfe und Füße bei einigen Zuschauern, die anschließend mit lautstarkem Applaus und Rufen eine Zugabe verlangten.

„Wir wurden vom Andrang beim Kartenvorverkauf überrannt und überlegen, nächstes Jahr einen zweiten Konzertabend anzubieten“, sagte Vorsitzender Daniel Herrmann. Der Musikverein überzeugt mit seiner Gemeinschaft. Wer Teil davon werden will: „Wir freuen uns immer über neue Musiker und sind gerade auf der Suche nach einem Schlagzeuger sowie Klarinetten, Oboe und Fagott“, sagte Heike Schneider, die in ihrem Dasein als Dirigentin aufgeht. Die 56-Jährige leitet seit sie 18 Jahre alt ist Orchester und bringt damit Kindern, Jugendlichen sowie Erwachsenen und mit ihnen gemeinsam bei solchen Konzertabenden den Zuhörern die Welt der Musik näher.

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