Rhein-Pfalz Kreis Auftragssumme falsch berechnet

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«Lambsheim.» Der Abwasserzweckverband Lambsheim muss für die Beschaffung einer neuen Entwässerungsanlage für den Klärschlamm tiefer in die Tasche greifen als geplant. Die im Oktober getroffene Entscheidung, eine Fachfirma aus Niederbayern zu beauftragen, soll rückgängig gemacht werden, weil sich herausgestellt hat, dass sie nicht der günstigste Anbieter war.

In der Verbandsversammlung berichtete Jochen Schmihing, der als Sachverständiger hinzugezogene Diplom-Ingenieur, am Dienstagnachmittag, dass die Auftragssumme von 158.000 Euro die komplette Schlammentwässerung umfasst habe, wobei man davon ausgegangen sei, dass die vorhandene Steuerung samt Rührwerken und Förderbändern weiterverwendet und in die neue Anlage integriert werden könnte. Davon habe das Unternehmen nun Abstand genommen und den Austausch der kompletten Steuerungsanlage für notwendig erachtet. Folge: Die Kosten würden laut Schmihing auf 185.000 Euro steigen. Bei einer Konkurrenzfirma lässt sich mit 153.000 Euro ein günstigerer Preis erzielen, sodass die Verbandsversammlung dazu neigte, ihr den Zuschlag zu erteilen, was allerdings aus formalen Gründen nicht möglich war. Denn eine Auftragsvergabe stand nicht auf der Tagesordnung. Im Januar soll daher eine weitere (nicht öffentliche) Sitzung einberufen und der günstigere Anbieter beauftragt werden. Jochen Schmihing wies darauf hin, dass man in zahlreichen Gesprächen überein gekommen sei, die Anlage von Mitarbeitern des Abwasserzweckverbands montieren zu lassen. Diese Eigenleistung sei mit rund 34.000 Euro zu bewerten. Auf die Gewährleistungsrechte habe dies keinen Einfluss, da die Arbeiten von dem noch zu beauftragenden Unternehmen beaufsichtigt würden. Zusammen mit den Ingenieurleistungen müsse mit Gesamtkosten von etwa 215.000 Euro gerechnet werden, so Schmihing. Nur geringfügige Änderungen weist der einstimmig verabschiedete Nachtragswirtschaftsplan für das laufende Jahr aus. Der Ansatz für die Rattenbekämpfung im Kanalsystem konnte um 10.000 Euro auf 30.000 Euro reduziert werden. Als Grund nannte Uwe Peter, Betriebsleiter bei der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim, ein günstigeres Ausschreibungsergebnis. Die Vorgehensweise habe sich bewährt, sagte er, und die Aktion soll einmal jährlich wiederholt werden. Der ebenfalls einmütig beschlossene Wirtschaftsplan für das kommende Jahr schließt in Aufwendungen und Erträgen mit jeweils 1.098.200 Euro ab und damit um 7000 Euro höher als im Vorjahr. Die von den beiden Verbandsgemeinden Maxdorf und Lambsheim-Heßheim aufzubringende Umlage wurde auf 1.021.440 Euro festgesetzt, wobei der Löwenanteil (knapp 672.000 Euro) auf Maxdorf entfällt. Verbandsvorsteher Paul Poje (CDU) wies darauf hin, dass es beim Personal keine Veränderungen gebe. Das Abstellen von Kräften an den Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung der VG Maxdorf schlage auf der Ertragsseite mit 20.000 Euro zu Buche. Darüber hinaus würden durch die Vermietung freier Räume an der alten Kläranlage jährliche Einnahmen von knapp 27.000 Euro erzielt. Das Investitionsprogramm sieht für 2018 Ausgaben von 261.700 Euro vor, darunter für Belüftungsverdichter (80.000 Euro), Belüftungsmembrane (65.000 Euro) und die Reparatur der Rechenanlage (24.000 Euro).

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